Hautausschlag wegen Zensur in der HAZ (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 24.07.2012, 21:45 (vor 3845 Tagen) @ KlaKla

Von den neuen mobilen Digitalfunkgeräten der Polizei geht möglicherweise ein erhebliches Gesundheitsrisiko aus. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler aus England.

Weil der Beitrag in der "Hannoversche Allgemeine" inhaltliche Fehler und Unsauberkeiten aufweist, habe ich mich bei der Zeitung am 22. Juli registriert, und einen Kommentar geschrieben. Inzwischen sind mehr als zwei Tage verstrichen, ohne dass der Kommentar freigeschaltet wurde. Ich gehe davon aus, dass er nicht mehr frei geschaltet wird und stelle den mMn harmlosen Kommentartext deshalb hier ein. Warum die Hannoversche zensierte weiß ich nicht, vielleicht wollen sie den Autor vor Kritik schützen.

Sodalla, hier nun also der verschmähte Kommentar:

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Mir ist nicht klar, wo sich der Autor des Beitrags informiert hat, seriöse Quellen können es nicht gewesen sein. Wer sich an neutraler und kompetenter Stelle über Tetra-Funk und mögliche biologisch unerwünschte Nebenwirkungen informieren möchte, der ist beim Bundesamt für Strahlenschutz gut aufgehoben. Dort wird nicht gemunkelt und geraunt, sondern Klartext gesprochen:
http://www.bfs.de/de/bfs/forschung/stellungnahmen/tetra.html

Besonders interessant dort ist die Studienübersicht im unteren Teil, die auch Laien anspricht.

Wer Englisch spricht, kann sich auch an Ort und Stelle über die "Airwave Health Monitoring Study" schlau machen:
http://www.police-health.org.uk/

Der Autor des Beitrags muss da etwas verwechselt haben, denn von einem Zwischenbericht der britischen Langzeitstudie ist nichts bekannt. Dagegen ist von den beiden deutschen Studien, zu denen es angeblich keine Zwischenberichte gibt, ein solcher durchaus vorhanden, wie sich hier nachlesen lässt:
http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&id=50490

Nicht zuletzt ist das mit den Forschern der Universität Warwick mysteriös, die angeblich zu dem Schluss kamen "dass die Strahlen unter anderem zu Hautausschlag, Halluzinationen und Schlafstörungen führen können." Dies behauptete vor rund 10 Jahren (in Bioelectromagnetics bedeutet das: anno Tobak) der inzwischen emeritierte Gerard J. Hyland, ein überzeugter Mobilfunkgegner, der zuletzt 2008 über die therapeutische Wirkung schwacher Funkfelder publiziert hat. Aktuellen Tetra-Alarm aus Warwick gibt es keinen. Im Gegenteil: Drollig ist dieses PDF (englisch, http://www.moonblinkwifi.com/files/Warwick.pdf), das die Universität Warwick als großzügigen Nutzer von W-LAN und Airwave zeigt (Tetra heißt in UK Airwave).

Meine Meinung: Tetra macht ebensowenig krank wie der inzwischen schon 20 Jahre alte digitale Mobilfunk (GSM/UMTS). Mit herbeigeredeter subjektiver Angst vor Funkwellen sahnen aber bestimmte Branchen (Alernativmedizin, Esoterik, Baubiologie ...) ordentlich ab - mit völlig unnötigen Dienstleistungen (Messungen, Stadortkonzepte, Gutachten, Abschirmungen...) und Produkten (Messgeräte, Schutzchips, Schirmfolien...). Und damit das Geschäft brummt, muss absackender Angstpegel regelmäßig mit Alarmmeldungen wieder nach oben gehievt werden, gestern war das bei Mobilfunk so, heute ist es bei Tetra so und morgen wird es bei LTE so sein. Es gibt immer was zu alarmieren!
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Hintergrund
Behörden Spiegel: "Unseriös und inkompetent?"

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Medien, Willkür, Zensur, Langzeitstudie


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