Salford et al., 2003 - ein Marketingerfolg, aber für wen? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 12.11.2010, 19:34 (vor 4400 Tagen)

Blättert man in der Chronik der Sendemastengegnerei, dann betritt Leif Salford die Bühne dieser Szene im Jahr 2003 mit der berühmten "Salford-Studie", die, weil englisch dokumentiert, zum Beispiel von der Bürgerwelle in deutsch so (PDF) an den Mann und die Frau gebracht wurde.

Seither beginnt bei Sendemastengegnern die Zeitrechnung für Salford-Studien mit eben dieser Studie aus dem Jahr 2003, die in Kreisen der Mobilfunkgegner mit beträchtlicher Ehrfurcht gesehen wird.

Tatsächlich aber hat Salford sich bereits erheblich früher mit der Öffnung der Blut-Hirn-Schranke beschäftigt. Wer sich 2003 noch mit nebulösen Hinweisen auf "frühere Studien" von Salford zufrieden geben musste, kann seit Einrichtung des EMF-Portals selber auf Spurensuche gehen. Im Fall von Salford fördert dies zutage, dass dieser vor der 2003er Studie bereits vier ähnliche Studien zur Integrität der BHS unter EMF-Einwirkung machte, die erste 1992, die folgenden 1993, 1994 und 1997. Dabei fand er regelmäßig heraus, dass sich die BHS unter EMF-Einwirkung öffnet, mal gab es Hinweise, dass gepulste Felder dies begünstigt, mal blieb die Pulsung ohne Auswirkung. Ab 1998, damals beschäftigte er sich kurz mit Hochspannung, legte Salford eine fünfjährige Schaffenspause ohne EMF-Publikationen ein, die er erst 2003 mit seiner "Sensationsstudie" beendete.

Was die Alarmwirkung der Salford-Studien anbelangt unterscheiden sich Salfords frühe Studie nicht von der aus dem Jahr 2003. Dennoch blieben alle diese frühen Studien in der Szene der Mobilfunkgegner völlig unbeachtet, bis eben 2003 sich das Blatt plötzlich wendete und die Salford-Studie zu einer der Kronjuwelen der Mobilfunkgegner wurde.

Irgendetwas musste 2003 in der Szene anders gewesen sein als zuvor. Aber was? Das PDF des (bis dahin in der Szene völlig unbekannten) Phyikers Volker S. zu der im Januar 2003 publizierten Salford-Studie entstand schon im Februar 2003. Nur einige Monate später sollte dann im Fernsehen mit der Sendung "Bei Anruf Smog" der erste große Auftritt der Reflex-Studie stattfinden und so ein noch viel größerer Ballon starten ...

Am Rande bemerkt: Bis 2006 blieb es um den Physiker im www ziemlich still, dann nahm seine Außenwirkung plötzlich sprunghaft zu. Die folgende Liste zeigt, wie sich die Treffer in Google pro Jahr für den Suchbegriff "Volker S....." entwickelten.

Jahr....Nennungen
2003--02
2004--01
2005--09
2006--24
2007--29
2008--35
2009--45
2010--58

Im Oktober 2007 wurde erstmals die Reflex-Nachfolgestudie von Prof. Adlkofer öffentlich präsentiert.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Reflex, Chronik, Blut-Hirn-Schranke, Salford


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