Nachweis einer nichtlinearen Übertragungsfunktion (Forschung)

Raylauncher @, Sonntag, 18.07.2010, 16:44 (vor 3718 Tagen) @ H. Lamarr

Ich nehme hier Bezug auf einige der vorstehenden Beiträge.

Warum wurde für den Versuch ein völlig unmoduliertes, also auch nicht gepulstes Signal verwendet? Weil es eben nicht erforderlich ist, um zu den gewünschten Erkenntnissen zu gelangen.

Das Prinzip von Modulation, Demodulation und Mischung (Multiplikation) hoch- und niederfrequenter Signale ist nicht ganz einfach zu verstehen. Dies erklärt auch, warum Irreführer mit ihren Behauptungen, HF-Signale mit bestimmtem Modulationsinhalt hätten eine besondere biologische Wirkung, vielfach so erfolgreich sind.

Bei (Hüllkurven-) Modulation, Demodulation und Mischung handelt es sich um ein und denselben physikalischen Vorgang, der mathematisch als Multiplikation der beteiligten Signale - oder eines beteiligten Signals mit sich selbst - zu verstehen ist. Damit diese Multiplikation stattfinden kann, ist es zwingend erforderlich, dass das oder die Signal(e) mit einer nichtlinearen Übertragungsfunktion beaufschlagt werden. Bei einer nichtlinearen Übertragungsfunktion ist eine Proportionalität von Strom und Spannung nicht gegeben. Nichtlineares Verhalten zeigen z.B. Dioden und andere Halbleiterbauelemente mit ihren gekrümmten Kennlinien, oxidierte Metallverbindungen, manche Minerale und möglicherweise eben organisches Material als Gegenstand dieser Untersuchung. Im Gegensatz dazu hat man es bei einer linearen Übertragungsfunktion mit einem streng proportionalen Zusammenhang zwischen Strom und Spannung zu tun, wie das z.B. an einem ohmschen Widerstand gegeben ist und in fast allen Medien der Wellenausbreitung und -leitung.

Wird nun ein einzelner unmodulierter HF-Träger mit einer nichtlinearen Übertragungsfunktion beaufschlagt, so bilden sich Verzerrungsprodukte in Form von Oberwellen (hier z.b. die doppelte Frequenz), die man nachweisen kann. Genau dieses Prinzip hat man bei der in Rede stehenden Studie angewandt. Um eine sehr hohe Nachweisempfindlichkeit zu erhalten, führt man die Untersuchungen in einem auf die jeweilige Oberwelle abgestimmten Hohlraumresonator mit angeschlossener empfindlicher Auswerteelektronik durch. Diese Anordnung wäre in der Lage eine auftretende Oberwelle und damit eine Nichtlinearität mit einer Empfindlichkeit nahe an der Grenze der physikalischen Nachweisbarkeit zu erfassen.

Wäre eine Oberwelle nachweisbar, wäre dies ein Indiz für nichtlineares Verhalten und damit der prinzipiellen Fähigkeit einer Demodulation. Tritt sie nicht auf, könnte auch keine Demodulation stattfinden.

Amplitudenmodulation

Raylauncher

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Oberwellen


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