Primo Schär: HF-Reflex-Replikation offenbar gescheitert! (Forschung)

H. Lamarr @, München, Freitag, 26.06.2009, 21:57 (vor 4542 Tagen)

[Hinweis: Nach Prüfung bzgl. Verbotsbehauptung wieder frei gegeben am 05.08.2013]

Da wartet die Forschergemeinde ebenso gespannt wie lange darauf, ob es Prof. Primo Schär in der Schweiz gelingen wird, die HF-Experimente der Wiener Reflex-Studie erfolgreich zu replizieren - und dann kommt die Nachricht so unspektakulär daher, auf so leisen Sohlen, dass man sie als Zaungast fast hätte übersehen können.

Am Donnerstag auf der BfS-Veranstaltung in München war von Dr. Monika Asmuss zu hören, dass Reflex bislang weder bei NF noch bei HF erfolgreich wiederholt werden konnte. Primo Schär wurde explizit genannt, er habe zuletzt auch das mit Spannung erwartete HF-Experiment der Wiener Arbeitsgruppe nicht bestätigen können! Eine Publikation dazu liegt noch nicht vor, dem Vernehmen nach hat Schär dieses Resultat allein mündlich bei der jüngsten BEMS-Tagung in Davos vorgetragen. Im Abstract seines Vortrags findet sich dazu nichts.

Ein negatives Ergebnis von Primo Schär wäre ein weiterer harter Schlag für die wissenschaftliche Bedeutung der Reflex-Studien, die bei Sendemastengegnern irritierenderweise hoch im Kurs stehen, obwohl diese Studien mit den Feldintensitäten von Sendemasten nichts zu tun haben, sondern Effekte bei weit stärkeren Signalen, wie sie Handys aussenden, gefunden haben.

Sollte sich die Informationslage festigen und Schär ohne Zweifel an der Replikation von Reflex (HF-Teil) gescheitert sein, verlieren Mobilfunkkritiker eine ihrer wichtigsten Argumentationsstützen, ein einstiges Kronjuwel. Denn eine nicht replizierbare Studie, die noch dazu unter dringendem Fälschungsverdacht steht, ist aus wissenschaftlicher Sicht wertlos. Sendemastengegner werden sich davon selbstverständlich nicht beirren lassen und Reflex weiter im Repertoire halten, so wie Dr. Markus Kern erst am Donnerstag noch glaubte, ausgerechnet vor Fachpublikum (BfS-Referenten) mit der methodisch mangelhaften Hennen-Studie von Dr. Eger punkten zu können.

Wir bemühen uns um weitere Informationen in dieser wichtigen Angelegenheit. Erst Michael Jackson - und jetzt auch noch der HF-Teil von Reflex - was für ein Tag.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Reflex, Schär, Replikation, Arbeitsgruppe Wien, DNA-Strangbrüche, HF-Exposition


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