In Kempten bahnt sich ein Steuergeldskandal an (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 10.03.2009, 12:28 (vor 3843 Tagen)

Mobilfunk: Erstmals Mast auf städtischem Grund?

Kempten (se) Der Mobilfunkanbieter O2 will sein Netz im Kemptener Stadtgebiet ausbauen. Dazu hat die Stadt nun erstmals ein neues Verfahren angewendet, das der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hatte. Experten des Umweltinstituts München haben den sogenannten Suchkreis unter die Lupe genommen und nach geeigneten Standorten geforscht. Die Ergebnisse wurden nun in einem Gutachten im Bauausschuss vorgestellt.

Für die Versorgung des Bereichs Schumacherring, Lenzfried und einen Teil der Ludwigshöhe kristallisierten sich zwei Favoriten heraus - Favoriten in dem Sinn, dass von der künftigen Anlage möglichst geringe Strahlenbelastungen auf die Anwohner ausgehen sollen. Laut Gutachter Hans Ulrich-Raithel entstünden die niedrigsten Feldstärken, wenn ein Sendemast beim neuen Hochbehälter installiert würde.

Der Ingenieur sagt eine Leistungsdichte von 0,4 Milliwatt pro Quadratmeter am nächstgelegenen Gebäude vorher - «für eine Stadt wie Kempten ist das ein sehr guter Wert.» Die Belastungen lägen damit selbst bei den nächsten Betroffenen unterhalb von einem Promille des deutschen Grenzwerts. Gut viermal so hoch wäre die Belastung der Auswertung zufolge, würde der Funkmast auf dem benachbarten Schusterhäusle aufgestellt.

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Kommentar: Bei solchen Berichten stelle ich mir die Frage, wieso hat der Funknetzplaner von O2 den Masten denn nicht gleich auf den Hochbehälter eingeplant - die Planer sind doch auch nicht doof?! Im Schlepptau dieser Überlegung und in Anbetracht der Überschrift des Zeitungsartikels bekomme ich dann einen schlimmen Verdacht: Er konnte nicht anders planen, weil der Hochbehälter im städtischen Besitz ist und die Stadt in falsch verstandener Fürsorge sich vermutlich unter dem Druck aufgeregter Sendemastengegner einst einmal festgelegt hat, auf städtischen Liegenschaften keine Masten zu dulden. Wenn es wirklich so sein sollte, dann bahnt sich jetzt ein wahrer Schildbürgerstreich an: Denn das Geld für den Gutachter hätte sich die Stadt ersatzlos sparen können, wenn sie von Anfang an ihre funktechnisch günstig gelegenen Gebäude freigegeben hätte. Das grenzt an einen Skandal, hier werden bei klammen Kassen Steuergelder für Gutachten verpulvert, um Fehlentscheidungen eines Stadtrats nachträglich honorarpflichtig zu korrigieren. Glüht denn in Kempten gar kein Funken Eigenkompetenz mehr, der die Fehlentscheidung ohne Zuziehung fremder Gutachter hätte korrigieren können?

Hier steht das Gutachten (PDF) zeitlich befristet zum Download bereit

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Umweltinstitut München, Krötenwanderung, Ulrich-Raithel, Standortkonzept, Kempten, Immissionsgutachten, Schaden, Steuer, Suchkreis, Gutachter, Schildbürgerstreich, Steuerskandal


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