Expositionsdauer bei der Kaul-Studie (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 25.11.2007, 22:00 (vor 5289 Tagen)

War 2003 bereits bekannt, was heute Standard ist?

Die ES-Studie der BAuA wurde von Frau Kaul im Jahr 2003 vorbereitet und im Frühjahr 2004 durchgeführt. Heute nun, nach einem TV-Auftritt von Kaul 2006, steht diese Studie bei ES stark in der Kritik und einer der Hauptkritikpunkte ist: Die Expositionsdauer und die Erholungsphasen sind viel zu kurz gewesen. So sagen es die ES heute. Wie aber war die Situation damals, in den Jahren 2003 und 2004? Gab es auch damals schon das Argument der ES, dass sie eine Exposition nicht sofort, sondern erst nach einer gewissen Verzögerungszeit spüren können? In meiner Erinnerung ist es nämlich so, dass von dieser verzögerten Wahrnehmung früher nicht die Rede war und ES damals eher sagten, sie könnten Felder sofort spüren. Und wenn dies damals Stand des Wissens war, dann ist das gewählte Expositionsmuster Kaul nicht anzulasten.

Beim Durchsuchen alter IZgMF-Forumsbeiträge bin ich dann tatsächlich nicht fündig geworden, was die verzögerte Wahrnehmung bei Postings von ES anbelangt. Fee schrieb z. B. noch am 19.8.2004: Es gibt auch meist relativ kurze Augenblicke auf der Autobahn, wo es mich richtig sticht im Kopf von den dortigen Antennen und das muss nicht unbedingt ganz nahe bei der Antenne sein, manchmal nimmt es wieder ab, wenn ich näher heranfahre. Und in dem Diskussionsstrang aus dem Jahr 2003, in dem es um den Kaulschen Versuchsaufbau ging, wird ebenfalls kein Wort zu verzögerter Wahrnehmung gesprochen. Dies zeigt aus meiner Sicht ziemlich deutlich, dass damals das Argument der verzögerten Wahrnehmung, das heute als Standardargument gilt, keine große Bedeutung hatte. Der einzige, der es bereits 2004 eigenen Angaben zufolge gegenüber Kaul gebrauchte war Dr. Schmidt aus Wolfratshausen. Schmidt aber war nur einer von vielleicht 50 in Betracht gezogenen Probanden, so dass Kaul seinen Hinweis nicht stark werten konnte. Außerdem gibt es noch heute ES, die von sich sagen, sie könnten Felder sofort spüren. Das Expositionsmuster im Kaul-Experiment ist daher unter Berücksichtigung dieser Umstände nicht so grundverkehrt gewesen, wie es uns Fee heute weismachen möchte.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Kaul, Zeitverzögert, Autobahn


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