Anonyme Kritik an Kritikern: Pro & Kontra (Allgemein)

Kuddel, Dienstag, 11.09.2007, 21:54 (vor 4591 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Dienstag, 11.09.2007, 22:55

Ist anonym geäußerte Kritik es wert, dass auf sie eingegangen wird?

Es gibt verschiedene Arten von Kritik:
=> Sachliche Kritik mit sachlichen Argumenten
=> unsachliche Kritik, z.B: Angriffe auf die Person

Bei letzterer kann ich nachvollziehen, wenn man nicht darauf eingeht.

Anonymität schützt -wie KlaKla schon schrieb- vor Angriffen auf die Privatsphäre , wie z.B. unerwünschte Anrufe und Mails.
Sie schützt auch vor persönlichen (verbalen) Angriffen auf auf den sozialen Status, Aussehen, Ausdrucksweise (Akzent, Sprachfehler), vor "Mobbing" oder gar vor körperlichen Angriffen.

Anonym vorgebrachte, sachliche Argumente können von anderen aufgenommen und zu eigen gemacht werden.
Auch die Kritikerbewegung und die Mobilfunkindustrie "sammelt" ihre Argumente um sie weiter zu verwenden.

Insofern sorgt die Verweigerung einer Stellungnahme zu anonymer, aber sachlicher Kritik nur für einen zeitlichen Aufschub.

Anonym kritisierte Mobilfunkgegner lehnen in aller Regel Stellungnahmen zu einer sie betreffenden Kritik bevorzugt mit eben der Begründung ab, dass sie auf anonyme Anschuldigungen oder Anwürfe grundsätzlich nicht reagieren. Ist dies berechtigt oder nur eine vorgeschobene Schutzbehauptung?

Was macht es für einen Unterschied, ob Frau Huber oder Herr Meier das Argument vorträgt ?

Der per Kritik Angeriffene kann einen anonymen Herausforderer nicht einschätzen.
Verschwendet er seine Zeit mit Hinz oder Kunz, oder ist es ein würdiger, vielleicht altbekannter Gegenspieler ?
Wo steht der Gegner im Rang ?
Kann er leicht besiegt- oder kann er gefährlich werden ?
Ist es besser sich zurückzuziehen, weil man den Kürzeren ziehen könnte ?
Gibt es Erfahrungen mit dem Gegner (dessen Taktik) aus der Vergangenheit ?
Der Angegriffene hat keine Möglichkeit, mit rhetorischen Tiefschlägen (siehe oben) gegen die Person des Gegners zu kontern.
Durch die Weigerung der Stellungnahme erzielt der Angegriffene einen zeitlichen Aufschub für die Erarbeitung von Gegenargumenten.

Jemand der öffentlich Kritik übt und sich seiner Sache sicher ist, hat keinen Grund nicht auf sachliche Gegenargumente einzugehen. Wenn es ihm wirklich um "die Sache" geht, so hat er den Ehrgeiz eigene Fehler auszuschließen und dann ist es ihm auch egal, von wem die Kritik kommt.

Beispiel:

An der Bienenstudie von Herrn Dr. Kuhn habe ich als Forenteilnehmer(anonym) Kritik geübt, eigentlich nur, um meinen Standpunkt mit dem anderer Forenteilnehmer im "Kaffeekränzchen" abzugleichen, wie in einem Forum üblich.
Schüchtern (von mir aus auch feige) wie ich bin, hat mir die Anonymität die Hemmungen genommen, mich mit einem "Doktor" anzulegen. Wer weiß, wen Dr. Kuhn so kennt, die Welt ist klein.

Ich war mir (ziemlich) sicher, daß meine Argumente berechtigt sind und suchte die Bestätigung anderer.

Spatenpauli, der nichts zu verlieren hat ;-) und auch über die entsprechende Routine, die Kontakte und Wortgewandtheit verfügt, hat das genauso gesehen und Herrn Dr. Kuhn angeschrieben.

Trotz der Anonymität seines Kritikers ist Herr Dr. Kuhn auf die Argumente eingegangen, obwohl im auch etwas Unwohl war und er lieber den direkten Kontakt suchte (letzter Satz).
Er hat sich sogar selbst in einem späteren Zeitungsinterview die Kritikpunkte zu eigen gemacht (2. Seite zweitletzter Abschnitt) und versprochen, die Fehler bei Folgestudien zu vermeiden.

Meine Meinung: Sehr souverän Herr Dr. Kuhn ! :ok:

Tags:
Troll, Anonymität, Sockenpuppe, Rufmord, Cyber-Mobbing, Diffamieren


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