"Menschenrechte" und anderes Großsprech (Allgemein)

AnKa, Mittwoch, 21.02.2007, 05:20 (vor 4568 Tagen) @ Gast

Aus aktuellem Anlass

Am 16.12.2005 veranstaltete das Österreichische Institut für Menschenrechte eine viel beachtete Podiumsdiskussion zum Thema "Mobilfunk, Mensch und Recht". Ziel der Veranstaltung war es, die im Zusammenhang mit der Mobilfunktechnologie auftretenden Probleme unter medizinischen, rechtlichen und demokratiepolitischen Aspekten kritisch zu beleuchten, grund- und menschenrechtliche Defizite herauszuarbeiten und Lösungsmöglichkeiten zu präsentieren, wie dem Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlicher Beeinträchtigung durch Mobilfunkstrahlung in effektiver Weise entsprochen werden könnte.


Na, na.

Ich habe ja Verständnis dafür, wenn sich eine "viel beachtete Podiumsdiskussion" zum Beispiel mit Krisen- und Konfliktherden à la Darfur (Krieg, Vertreibung), mit Hungergebieten und Gegenden mit völliger Abwesenheit funktionierender Versorgungs- und Bildungsinfrastruktur befassen würde.

Aber wenn sich satte Mitteleuropäer, die es in Ländern mit steigender Lebenserwartung und Weltklasse-Infrastruktur aushalten müssen, gegenseitig den Bauchnabel bepinseln, weil sie sich in ihren Vorstadtparzellen durch die Revolution der Kommunikationssysteme in ihrer irgendwie neurotisch anmutenden Ruhe gestört fühlen, dann finde ich die Wahl von Vokabeln wie "menschenrechtlich" und "demokratiepolitisch" ein bißchen anmaßend.

Manchen von ihnen würde ein einjähriges Praxisseminar in Entwicklungshilfe vor Ort sicher gut tun. Ein Nebeneffekt wäre, daß sich dadurch die Probleme mit der "Elektrosensibilität" ganz von alleine in Luft auflösen würden.

Tags:
Menschenrechte


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