WBF: Gezielte Verunsicherung der Bevölkerung (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 15.02.2007, 15:06 (vor 4449 Tagen) @ Gast

Besorgt äußerte sich heute der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirat Funk (WBF), Univ.-Prof. Dr. Norbert V a n a, Bereich Strahlenphysik, Strahlenschutz und Nukleare Messtechnik" am Atominstitut der Österreichischen Universitäten der Technischen Universität Wien über die anhaltende - "fast müsste man sagen: gezielte" - Verunsicherung der Bevölkerung in Sachen Mobilfunk.

Mit seiner Kritik reagiert Vana, der weltweit an renommierten Universitäten (u. a. University of Oxford) gearbeitet hat und für seine vielen wissenschaftlichen Publikationen mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden ist, auf Aussagen, die heute in Wien im Rahmen einer Pressekonferenz der Landesumweltanwaltschaften Österreichs getätigt wurden.

Die darin aufgestellte Behauptung, so Vana, dass aktuelle Studienergebnissen die biologische Wirkung durch elektromagnetischen Felder (EMF) des Mobilfunk am Menschen auch unterhalb der derzeitigen EU-Richtwerte nachweisen und man "daher von einer Entwarnung hinsichtlich möglicher Gefahren durch den Mobilfunk weiter als je zuvor sei", entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage. Diese Interpretation müsse als weiterer Versuch, die Bevölkerung gezielt zu verunsichern, gewertet werden.

Vor allem die Behauptung, dass Untersuchungen ein erhöhtes Risiko von bestimmten Hirntumoren aufweisen und Hinweise für Zusammenhänge zwischen der Exposition in der Nähe von Basisstationen und Befindlichkeitsbeeinträchtigungen vorliegen, sei wissenschaftlich nicht nachvollziehbar, erklärt Vana.

WHO: Bislang kein Nachweis für erhöhtes Krebsrisiko. "Panikmache in Österreich unverantwortlich"

In ihrem Fact Sheet Nr. 304 vom Mai 2006 weist die WHO darauf hin, dass auch neue Studien gezeigt hätten, dass die EM-Felder von Basisstationen und drahtloser Technologie in öffentlich zugänglichen Bereichen (darunter Schulen und Krankenhäuser) "in der Regel tausendfach unter den internationalen Standards liegen und dass die durch Radio und Fernsehen ausgestrahlten EM-Felder rund 5x so hoch wie jene des Mobilfunks sind. Radio und Fernsehen gäbe es seit 50 Jahren und mehr, "ohne das irgendwelche schädlichen Gesundheitsfolgen bestätigt werden konnten."

Zum Thema Mobilfunk und Tumorentstehung im Umfeld von Basisstationen wird im WHO-Fact Sheet Nr. 304 festgestellt: "In den letzten 15 Jahren wurden Studien zur Erforschung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Basisstationen und Krebs veröffentlicht. Diese Studien haben keinen Beweis dafür erbracht, dass EM-Strahlung von Sendeanlagen das Krebsrisiko erhöht."

Kein Grund für Herabsetzung der gültigen WHO-Grenzwerte

Die Forderung, die Grenzwerte "aus der Sicht eines vorsorgendes Gesundheitsschutzes deutlich abzusenken", sei so Vana, eine weitere Facette des Versuchs, die Bevölkerung zu verunsichern. Die von der WHO und dem EU-Rat empfohlenen, derzeit gültigen Grenzwerte seien als absolut ausreichend anzusehen. Außerdem hätten alle Messungen bislang ergeben, dass diese Grenzwerte, die die WHO auch für Kinder und Schwangere aus ausreichend erachtet, in Österreich bei weitem nicht erreicht werden.

Empfehlung des Experten: Orientierungshilfe durch Institutionen, die in ihrer Expertise außer Streit stehen

Vana empfiehlt in diesem Zusammenhang, sich als Orientierungshilfe an Institutionen zu halten, die in ihrer Expertise außer Streit stehen, wie etwa die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie hat ein eigenes Projekt zum Thema Elektromagnetische Felder eingerichtet, das sich laufend mit 'Mobilfunk und Gesundheit' beschäftigt und alle (neuen) Studienergebnisse bewertet, um im Bedarfsfall, also bei realer Gefährdung, rasch reagieren zu können.

Auch das "European Fast Response Team on EMF and Health", ein Komitee von 8 europäischen Experten - darunter auch Univ.-Prof. Leitgeb aus Graz -, die den Auftrag haben, prompt, präzise und übersichtlich Antworten auf Fragen der European Commission Services zum Thema 'EMF und Gesundheitsfragen' zu geben, sei Garant dafür, dass im Bedarfsfall rasch und wirksam Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung getroffen werden können.

In Österreich beschäftigt sich im Auftrag des BMVIT der Wissenschaftliche Beirat Funk, dem ausgewiesene Mobilfunkexperten aus den Bereichen Medizin, Epidemiologie, Psychologie und Technik angehören, laufend mit aktuellen nationalen und internationalen Studienergebnissen und ist hier auch mit internationalen Fachinstitutionen vernetzt.

Quelle: OTS

Nachricht von Pesché Jeannot(Luxemburg)

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
WHO, Befindlichkeitsstörung, Hirntumor, Krebsrisiko, WBF


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