Fake News aus Indien: 5G angeblich doch gesundheitsschädlich (Allgemein)
Die Faktenchecker von dpa melden am 22. Juni 2026:
Die für den Mobilfunkstandard 5G benötigten Sendemasten werden von manchen Menschen als Bedrohung wahrgenommen. In einem Posting, das aktuell in Sozialen Medien die Runde macht, heißt es, in Indien sei ein Militärdokument aufgetaucht, das die gesundheitlichen Risiken der Technologie bestätigen soll. In dem dazugehörigen Video ist ein brennender Sendemast zu sehen. Verärgerte Bürger sollen ihn in Brand gesetzt haben, nachdem sie von den «wahren Auswirkungen von 5G» erfuhren.
Bewertung
Das Video ist nicht aktuell und kursiert bereits seit mehreren Jahren im Netz.
Fakten
Mit Hilfe einer Bilderrückwärtssuche von Screenshots aus dem Video lässt sich herausfinden, dass dieses bereits einige Jahre alt ist. Es wurde Anfang 2018 auf die Plattform YouTube geladen. Ein indisches Faktencheck-Team kam im Jahr 2023 zum selben Ergebnis. weiter ...
Kommentar: Auf das "Militärdokument" gehen die Faktenchecker von dpa nicht weiter ein. Die Google-KI aber will über das Papier wissen: "Das Portal Indian Strategic Knowledge Online, eine digitale Repositoriums-Plattform für indische Militär- und Strategiekreise, hat 2021 eine umfassende europäische Studie hochgeladen. Dabei handelt es sich um das wissenschaftliche Dokument "Health impact of 5G" des Europäischen Parlaments (EPRS). Die Studie untersucht biologische und gesundheitliche Aspekte von Mobilfunkfrequenzen, bewertet Krebsrisiken sowie thermische Effekte und ruft zu weiterer Forschung auf."
Die besagte Studie ist nichts anderes als der heftig umstrittene Bericht von Fiorella Belpoggi, den der Verein Diagnose-Funk in der Verkleidung "STOA-Studie" durch alle Dörfer der Republik getrieben hat.
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –