Lasst uns pilgern nach Herrliberg (Allgemein)

KlaKla, Mittwoch, 08.02.2023, 09:44 (vor 388 Tagen)

5G-Antenne in Herrliberg
«Das hat wahnsinnige Folgen für unsere Gesundheit»

Eine 5G-Antenne sorgt in Herrliberg für Wirbel. Die Anwohner des betroffenen Quartiers sind besorgt, der Sunrise-CEO versucht die Bevölkerung zu beruhigen. Der Zeitplan der Realisierung ist noch völlig offen – und kann auch angefochten werden.

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K. Luginbühl kommt aus dem rund 25 Kilometer entfernten Hadlikon. Niemand weiß wirklich, wie hoch der Anteil der betroffenen Anwohner war und wie viele davon nur die üblichen Pilger waren! Für die Hardcore-Mobilfunkgegner sind solche Veranstaltungen etwas ganz Besonderes, weil sie sich damit wunderbar in Szene setzen können.

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
EHS-Phobie, Schweiz, Tourismus, Luginbühl, Unbelehrbaren, Hadlikon, Echokammer, Molière

Herrliberg ist der Schweiz jüngster Mount Stupid

H. Lamarr @, München, Freitag, 10.02.2023, 14:38 (vor 386 Tagen) @ KlaKla

Auszug aus züritoday.ch vom 15. November 2022:

[...] Gaby Tödtli wohnt wenige Meter neben dem Block. «Meine Familie und ich wären den Strahlungen dieser Antenne vollkommen ausgeliefert», sagt sie. Ihr Haus würde einer Strahlenbelastung von 4,98 Volt pro Meter (V/m) ausgesetzt sein – nur 0,02 V/m unter dem maximalen Anlagegrenzwert. [...]

Das ist ein schönes Beispiel für die Irrationalität der Debatte in der Schweiz. Frau Tödtli übersieht zwei entscheidende Aspekte:

► Die 4,98 V/m sind der Maximalwert bei Vollauslastung der Anlage. In den Nachtstunden wird dieser Wert mit Sicherheit deutlich unterschritten, auch tagsüber, dann aber nur seltener.

► Der Anlagegrenzwert wurde vor 23 Jahren in der Schweiz eigens als Vorsorge-Grenzwert eingeführt. Der Icnirp-Grenzwert, der z.B. in Deutschland, Österreich und Frankreich gilt, erlaubt maximal 61 V/m.

Frau Tödtli entwickelt aus Unwissenheit irrationale Ängste, weil sie in einer Annäherung bis auf 0,02 V/m an den Anlagegrenzwert eine Gefahr wittert. Sie würde nicht anders reagieren, wäre der Anlagegrenzwert nicht bei 5 V/m, sondern bei 0,5 V/m. Denn sie interessiert sich nicht für den Grenzwert und was dieser bedeutet, sondern allein die Annäherung an den Grenzwert (egal wie hoch oder tief dieser ist) löst bei ihr schon Ängste aus.

Vor 20 Jahren hätte man der Frau noch zugutehalten können, sie weiß es halt nicht besser. Aber heute bietet das www vom Wohnzimmer aus beste Recherchemöglichkeiten, sich schnell und komfortabel zu informieren. Leider landen die Tödtlis dieser Welt dann auch bei den einschlägig bekannten Desinformationsportalen organisierter Mobilfunkgegner an und werden dort gemäß ihrer Erwartungshaltung noch weiter aufgehetzt. Der Aufruf, sich zu informieren, bevor man sich mit unqualifizierten Äußerungen in der Öffentlichkeit lächerlich macht, reicht deshalb nicht, der Aufruf muss lauten, sich medienkompetent zu informieren. Also Seiten wie gigaherz.ch, funkstrahlung.ch und diagnose-funk.ch als Hetzseiten zu identifizieren und nur zu besuchen, um sie kopfschüttelnd wieder zu verlassen und sich stattdessen bei bafu.ch oder bakom.ch schlau zu machen. Leicht gefordert, aber schwer getan, denn Besorgte suchen nicht nach Entwarnung, sondern bevorzugt nach Bestätigung ihrer Bedenken, was sie unweigerlich Hetzern in die Fänge treibt. Das geht sehr fix, sich den Irrtum einzugestehen dauert hingegen im Schnitt zwei Jahre :-(.

Hintergrund
Dunning-Kruger-Effekt
Mount Stupid

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Angst, Desinformation, Mount Stupid, Dunning-Kruger-Effekt

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