Wahnvorstellung: Funkheizungszähler machen mich krank (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 29.06.2016, 13:53 (vor 962 Tagen)

Auszug aus SVZ:

Marie Dreier aus Schwerin sagt, sie sei elektrosensibel. Mehrmals hatte sie Anfälle, Schuld seien Funkheizungszähler in ihrem Wohnblock [...] Schließlich engagierte die 83-Jährige den Sachverständigen für Erdstrahlung und Elektrosmog Torsten Mey aus Lübeck. Der Baubiologe bestätigte die hohe Strahlenbelastung durch die Heizungsfunkgeräte.

Kommentar: Statt sich den Wolf im Baubiologenpelz ins Haus zu holen, hätte die alte Dame besser einen echten Experten zu Rate gezogen, der sie in ihrer Elektrosmog-Wahnvorstellung nicht auch noch bestärkt. Der alten Dame so einen Blödsinn von "hoher Strahlenbelastung" zu erzählen, halte ich für unanständig. Dass das Problem allein im Kopf von Frau Dreier herumspukt macht folgende Textpassage auch eisernen Elektrosmogfans klar: "Inzwischen wurden die Geräte entfernt. Die Probleme blieben."

Das Spannendste aber ist aus meiner Sicht etwas ganz anderes: Wie ist es zu diesem Bericht überhaupt gekommen? Dass Frau Dreier die Zeitung eingeschaltet hat halte ich für unwahrscheinlich. Mein Favorit ist der Baubiologe. Er gab den Tipp und wurde zur Belohnung nicht nur namentlich genannt, sondern sogar verlinkt. Das ist reinste Schleichwerbung. Im www-Zeitalter heißt diese böse Stiefschwester des Journalismus "Advertorial".

Hintergrund
Nach Angaben der Firma Techem bewirken deren Funkmodule einen SAR-Wert von 0,000028 W/kg, das ist mehr als 2800-fach unter Grenzwert. Ermittelt nicht von einem zum Baubiologen umgeschulten Landschaftsgärtner, sondern 2004 von Prof. J. Silny, Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit, Aachen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Smart-Meter, Aachen

Wahnvorstellung: Funkheizungszähler machen mich krank

charles ⌂ @, Mittwoch, 29.06.2016, 18:24 (vor 962 Tagen) @ H. Lamarr

Nein, so ist das nicht.

Es gibt zwei Sorten Wärmemesszähler.

1. Die funken laut ISM868.
7,5 ms Impulsintervall ca. 32 sec
Leistungsflussdichte: 5.500 µW/m²

2. Analoge.
Diese funken nicht und werden einmal im Jahr manuell abgelesen.

[image]

In dieses Bild ist links der Techem Wärmemesszähler zu sehen.
Rechts ein sehr empfindlichen Detektor.
Wenn die Kontaktierantenne gegen das Display des Wärmemesszählers gehalten wird, sind die Änderungen aufs Display sehr stark hörbar.
Aber, wenn das Messgerät auf ca 3 CM gehalten wird, können die Signale nicht mehr gemessen werden.

Merkwürdig ist, das eine elektrosensitive Person von diesen Wärmemesszählern Beschwerden bekam, und sogar auf 3 METER Abstand noch empfindlich dafür war.
Demontage der Wärmemesszähler hat gut geholfen.
Demontage konnte auch, weil die Heizung von einem Wärmewechselgerät vorgenommen wird.
Die gebrauchte Wärme wird mittels Funk einmal im Jahr abgelesen auf der Strasse.
Dieses *funken* ist Beschwerdenfrei.

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Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Wahnvorstellung: Ich messe irgendwas, also bin ich irgendwer

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 29.06.2016, 19:31 (vor 962 Tagen) @ charles

Nein, so ist das nicht.

Doch, so ist das!

Es gibt zwei Sorten Wärmemesszähler.

1. Die funken laut ISM868.
7,5 ms Impulsintervall ca. 32 sec
Leistungsflussdichte: 5.500 µW/m²

2. Analoge.
Diese funken nicht und werden einmal im Jahr manuell abgelesen.

[image]

In dieses Bild ist links der Techem Wärmemesszähler zu sehen.
Rechts ein sehr empfindlichen Detektor.
Wenn die Kontaktierantenne gegen das Display des Wärmemesszählers gehalten wird, sind die Änderungen aufs Display sehr stark hörbar.
Aber, wenn das Messgerät auf ca 3 CM gehalten wird, können die Signale nicht mehr gemessen werden.

Lieber Maschinenbauer Charles!

Wenn ihr "sehr empfindlicher" Empfänger bei nur 3 cm Distanz zum Funk-Heizkostenverteiler nichts mehr empfängt, dann muss das Funkfeld des Geräts extrem schwach sein. Andererseits erschrecken Sie Alfred und Eva mit dem hohen Messwert 5'500 µW/m².

Ich behaupte: Das passt mal wieder hinten und vorne nicht zusammen, sie sollten besser Maschinen konstruieren und die Finger von der HF-Messtechnik lassen.

Begründung: Funksignale im ISM868-Band haben rd. 35 cm Wellenlänge. Um die Leistungsflussdsdichte eines solchen Signals richtig messen zu können, müssen Sie außerhalb des reaktiven Nahfelds der Sendeantenne sein. Dies ist ab einem Abstand von mindestens vier Wellenlängen gewährleistet. Heißt: Mit Ihrem Messgerät dürfen Sie nicht näher als 1,4 m an den Funk-Heizkostenverteiler ran, wenn Sie keine Hausnummern messen wollen. Wenn aber ein empfindlicher Empfänger nach nur 3 cm nichts mehr sieht, warum sollte dann ein anderes Messgerät in mindestens 1,4 m Distanz 5'500 µW/m² anzeigen?

Charles, entweder ist ihr "sehr empfindlicher" Empfänger taub wie eine Marmorstatue oder sie haben, um einen möglichst hohen Wert mitteilen zu können, verbotenerweise direkt an dem Funk-Heizkostenverteiler gemessen. Ich favorisiere die zweite Variante, denn allein schon die Tatsache, dass Sie 5'500 µW/m² in die Diskussion einwerfen, den Abstand zur Emissionsquelle aber verschweigen, macht die Wertangabe wertlos und weckt Zweifel an ihrer fachlichen Kompetenz als messwütiger Maschinenbauer.

Hintergrund
Die richtige Dosimetrie: Achillesferse von Mobilfunkstudien

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Wahnvorstellung: Ich messe irgendwas, also bin ich irgendwer

charles ⌂ @, Mittwoch, 29.06.2016, 19:37 (vor 962 Tagen) @ H. Lamarr

Sie haben wieder mal misverstanden.

In mein Beispiel hatte ich zwei unterschiedliche Wärmemesszähler erwähnt.

Einer der funkt laut ISM868. (Dr. Moldan hat damals gemessen).

Einer der analoge arbeitet.

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Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Wahnvorstellung: Ich messe irgendwas, also bin ich irgendwer

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 29.06.2016, 19:50 (vor 962 Tagen) @ charles

Sie haben wieder mal misverstanden.

Nein, garnicht, ich habe Sie sehr gut verstanden.

In mein Beispiel hatte ich zwei unterschiedliche Wärmemesszähler erwähnt.

Richtig! Einen, um den es die ganze Zeit geht (ISM868) und einen (analogen), der, weil ohne Funk, hier keinerlei Rolle spielt und nur ablenken soll.

Einer der funkt laut ISM868. (Dr. Moldan hat damals gemessen).

Achso, der Moldan hat's also versemmelt. Schauen Sie doch nochmal nach, was Dr. Moldan genau dazu geschrieben hat, ein Link wäre wunderbar.

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Diagnose-Funk: Stuss zu Funk-Heizkostenverteilern

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 29.06.2016, 22:45 (vor 962 Tagen) @ H. Lamarr

Achso, der Moldan hat's also versemmelt. Schauen Sie doch nochmal nach, was Dr. Moldan genau dazu geschrieben hat, ein Link wäre wunderbar.

Hat sich erledigt, ich hab's ausgerechnet bei Diagnose-Funk gefunden, den "Spezialisten" für HF-Messtechnik. Die wissen zwar nicht, um was es geht, lassen aber auf der Stelle Dr. med. J. Mutter mit einer dämlichen Gruselgeschichte zu Funk-Heizkostenverteilern zu Wort kommen. Ein typischer Diagnose-Funk-Desinformationsbeitrag.

Von Ihren 5'500 µW/m² bleibt da nicht mehr viel übrig. Denn in dem Beitrag heißt es:

Diese Messung ergab 500 µW/m² in 1 m AbstandDas ergibt bei 0,5 m ca. 2.000 µW/m² und bei 30 cm etwa 5.500 µW/m².

Es gibt also nur einen einzigen Messwert, genommen in 1 m Distanz zum Funk-Heizkostenverteiler. Dass Dr. Moldan nicht in 1,4 m Distanz gemessen hat sei ihm verziehen. Alle anderen Wert sind gemäß der Funkdämpfung im Freifeld lediglich hochgerechnet worden. Doch diese Hochrechnung halte ich für falsch, denn die Formel 1/r² gilt nicht im reaktiven Nahfeld. Der dickste Hund aber, den kennen wir alle schon lange: Die Werte nennen Peak, nicht RMS. Wegen des hohen Tastverhältnisses von 4266:1 bleibt von den 5'500 µW/m² (Peak) nur rd. 1 µW/m² (RMS) übrig, in 30 cm Abstand zum Gerät wohlgemerkt. RMS ist für alle der relevantere (effektivere) Messwert, ausgenommen bei Baubiologen. Die mögen RMS bekanntlich nicht, die kleinen Werte sind geschäftsschädigend.

Es ist für mich absolut unverantwortlich und verdammt unsympathisch, Omas und Opas mit bescheuerten Behauptungen und künstlich hoch gerechneten Werten unbegründete Ängste gegenüber Funk-Heizkostenverteilern einzureden, nur um die alten Menschen besser über den Tisch ziehen zu können.

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Smart-Meter

Ein Baubiologe auf dem rechten Weg

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 29.06.2016, 18:44 (vor 962 Tagen) @ H. Lamarr

Schließlich engagierte die 83-Jährige den Sachverständigen für Erdstrahlung und Elektrosmog Torsten Mey aus Lübeck. Der Baubiologe bestätigte die hohe Strahlenbelastung durch die Heizungsfunkgeräte.

Auszug aus Gegenwind 194, November 2004 – NPD Schleswig-Holstein: Gezänke statt "Nationale Einheit"

Die Parteiarbeit unter dem "revolutionären" Landesvorstand kam in dieser Zeit beinahe komplett zu erliegen: Die Parteikasse verebbte, Mitgliederzahlen sanken und die Mitgliedslisten wurden nicht aktualisiert. Jürgen Gerg als Generalsekretär und Torsten Mey als Schatzmeister wären eigentlich für diese Büro- und Finanzgeschäfte zuständig gewesen, doch sie gründeten 2002 lieber eine faschistische Wählergemeinschaft in Lübeck ("Bündnis Nationaler Sozialisten für Lübeck"), organisierten einen Wahlkampf für diese Gruppe und traten zur Kommunalwahl im März 2003 in der Hansestadt an. Der junge radikale Flügel ist durchaus in nationalistischer Absicht in Norddeutschland aktiv, allerdings eher für die Interessen der "freien Nationalisten" als für die Partei.

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Tags:
Erdstrahlung, Rechtsextrem

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