"Radarsoldaten" sind keine "Elektrosensiblen" (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 28.01.2016, 21:33 (vor 2495 Tagen)

Auszug aus einer kleinen Anfrage der Grünen im Bundstag an die Bundesregierung: Gesundheitliche Schädigungen durch militärische Radaranlagen (Drucksache 18/4651) inkl. Antworten der Bundesregierung.

Frage 9 (Grüne)
Nahm die Bundesregierung das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts (OVG), Az. 3 LB 21/11, vom 13. November 2012 zum Anlass, das Erkrankungsbild „elektromagnetische Hypersensibilität" als Berufskrankheit aus ionisierender Strahlung zu prüfen?
a) Wenn ja, mit welcher Konsequenz und warum?
b) Wenn nein, warum nicht?

Antwort auf Frage 9 (Bundesregierung)
Für die Hypothese, dass ionisierende Strahlung zu einer „elektromagnetischen Hypersensibilität" führen könnte, sind der Bundesregierung keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise bekannt. Bislang wurde von Betroffenen geltend gemacht, dass nichtionisierende Strahlung wie sie z.B. durch den Mobilfunk verursacht wird, zu diesem unspezifischen Beschwerdebild führen würde. Im Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm wurde dieser Frage nachgegangen. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass das komplexe, aber unspezifische Beschwerdebild der sich selbst als „elektrosensibel" einstufenden Personen nicht kausal mit dem Einwirken nichtionisierender Strahlung in Verbindung gebracht werden konnte. Dies wird auch von anderen Expertengruppen der Europäischen Union (EU) und der Weltgesundheitsorganisation so bewertet.

Eine Prüfung durch die Bundesregierung, ob es sich bei dem Erkrankungsbild „Elektromagnetische Hypersensibilität" um eine Berufskrankheit durch ionisierende Strahlung handelt, ist nicht erforderlich. Die Berufskrankheiten sind in der Anlage 1 zur Berufskrankheiten-Verordnung bezeichnet. Unter der Nr. 2402 sind dort „Erkrankungen durch ionisierende Strahlen" aufgeführt. Unter diese allgemeine Bezeichnung können nach übereinstimmender Auffassung von Rechtsprechung und Rechtslehre alle Erkrankungen subsumiert werden, die durch ionisierende Strahlung, d. h. auch durch Röntgen- bzw. Hochfrequenzstrahlung (sog. Radarstrahlung), verursacht werden. Die Entscheidung des Schleswig Holsteinischen OVG vom 13. September 2012 (nicht 13. November 2012) beschränkte sich auf die Anwendung des geltenden Rechts im Einzelfall.

Hintergrund
Der Verfahrensweg des o. g. Falls war mit dem Urteil des OVG Schleswig-Holstein nicht zu ende. Die Beklagte zog mit einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision durch das OVG weiter vor das BVerwG, das am 10.04.2014 diese Beschwerde zurückwies (Az. 2 B 36.13).

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
DMF, Aktenzeichen, Hypothese, Röntgenstrahlung, Radarsoldaten, elektromagnetische Hypersensibilität

Atomkritiker wildern auf Mobilfunkfrequenzen

KlaKla, Sonntag, 07.02.2016, 10:14 (vor 2486 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Sonntag, 07.02.2016, 10:43

Bund zur Unterstützung Radargeschädigter Soldaten e.V. hat im letzten Jahr einen neuen Bericht veröffentlicht

Unterschätzte Gesundheitsgefahr durch Radioaktivität am Beispiel der Radarsoldaten
von Walter Mämpel, Sebastian Pflugbeil (geb.1947), Robert Schmitz und Inge Schmitz-Feuerhake (geb.1935)

Mobilfunk wird im Zusammenhang mit den Arbeiten von Hardell, Sage, Belyaev, Falzone, Davis, Hutter Moshammer, Kundi und Khurana gestellt. Oxidativer Stress, Hodenkrebs und Hirntumor.

Herausgeber: Thomas Dersee (geb. 1947) und Inge Schmitz-Feuerhake, Prof. Dr. med. Dr.h.c. Edmund Lengfelder (geb. 1943), Prof. Dr. rer.nat. Wolfgang Köhnlein (geb. 1933), Prof. Dr. med. Horst Kuni (geb. 1938)

Die lieben Mitstreiter (KO-Ini und Diagnose Funk) machen auf den Bericht aufmerksam. Pflugbeil und Co stellen in ihrem Bericht Verknüpfungen her zum dem, was der ElektrosmogReport über I. Wilke schon lange verarbeite.

Die Ko-Ini gibt zum Bericht folgenden Hinweis raus, "Sie betonen dabei u.a. auch Bezüge zur jüngeren Mobilfunk-Forschung. Nicht im Stande ist die KO-Ini jedoch den Titel des Berichtes vollständig wider zu geben. Mangels eigenen Themen so scheint mir, greifen die Akteure nun nach jeden vorbei schwimmenden Strohhalm.

Bemerkenswert ist mMn, das keiner der Verfasser auch nur eine Spur im Internet hinterlassen hat, wo zu erkennen ist, dass sie mit der anerkannten Wissenschaft im Dialog stehen bzgl. Mobilfunk. So sieht es für mich aus, dass man hier versucht lediglich ermüdende Kräfte zu bündeln. Die Atomkritiker vergreisen, ebenso wie die Mobilfunkkritiker.

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Elektrosmog-Report, Khurana, Oxidativer Stress, Radarsoldaten, Strahlentelex, Pflugbeil, Falzone, Dersee, Mämpel, Schmitz-Feuerhake, GSS

1998: Ende eines Feldzuges

Gast, Sonntag, 07.02.2016, 15:45 (vor 2485 Tagen) @ KlaKla

Unterschätzte Gesundheitsgefahr durch Radioaktivität am Beispiel der Radarsoldaten
von Walter Mämpel, Sebastian Pflugbeil (geb.1947), Robert Schmitz und Inge Schmitz-Feuerhake (geb.1935)

Apropos Schmitz-Feuerhake: Verursacht das Kernkraftwerk Krümmel Leukämien? Die angeblichen Beweise einer Bremer Physikerin stürzten zum drittenmal in sich zusammen. mehr ...

Tags:
Radarsoldaten, Pflugbeil, Jahrgang, Mämpel, Schmitz-Feuerhake

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