Moosburg: Der Mast muss weg – und bleibt doch stehen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 20.01.2016, 11:52 (vor 1417 Tagen)

Ein Moosburger Bürger hat gegen einen Mobilfunksendemasten eine BI gegründet, die er doch tatsächlich rotlichtmilieumäßig "Der Mast muss weg" nennt. Damit ist klar, der Mann bezieht seine Informationen aus Stuttgart – und das konnte nicht gut gehen.

Wie Merkur online berichtet, hat der Stadtrat von Moosburg mit 17:4 Stimmen gegen die Interessen des verängstigten Wutbürgers gestimmt und einen Sendemasten, knapp 500 Meter von seinem Haus entfernt am Wasserwerk der Stadt gelegen, gebilligt. Brauchbare Sachargumente konnte der Mann anscheinend nicht vorlegen, sein wütender Auftritt in der Stadtratssitzung sorgte eher für Befremden.

Aus meiner Sicht wieder einmal typisch: Merkur online ist bekannt dafür, in der Mobilfunkdebatte keine noch so kleine lokale Regung auszulassen, auch wenn die Substanz gegen Null geht. Sehr gerne bringt Merkur auch den Verein "Umweltinstitut München" als Gutachter ins Gespräch. Diesmal schreibt das Portal den Rabbatz in Moosburg erst groß ("Der Protest von Anwohnern hat nicht gefruchtet", "Scharfe Kritik kommt derweil von Anwohnern"), nur um dann ausschließlich von einem einzigen Wutbürger zu schreiben, der sich - schlecht informiert - öffentlich zum Narren macht und für sein allzu forsches Auftreten im Rathaus einen Rüffel einfängt:

Doch Bürgermeisterin Anita Meinelt zeigte sich unbeeindruckt: „Hier sitzen die gewählten Vertreter der Bürger. Das Vertrauen muss man haben, dass diese sehr gewissenhaft ihre Entscheidungen treffen“, sagte sie. Um Rederecht zu einem Tagesordnungspunkt zu erhalten, müsse im Gremium Einstimmigkeit herrschen. „Und wie mir von Kollegen vorab signalisiert wurde, ist das nicht der Fall.“ Außerdem habe sich Bachhuber ja bereits schriftlich an alle Räte gewandt. Auch an unsere Zeitung: In einem Schreiben kündigt er an, die Stadt als Grundstückseigentümer für jegliche Negativauswirkungen eines Funkmastens haftbar machen zu wollen.

Mit einem profitablen Mobilfunk-Standortkonzept hat das Umweltinstitut München in Moosburg zwar nicht den Fuß in die Tür bekommen, dennoch hat die Stadt das Institut offensichtlich als Berater heran gezogen. Und wie nicht anders zu erwarten, schürte Hans Ulrich, seit langem Elektrosmog-Referent des Instituts, gewohnt vorsichtig aber eben doch erkennbar dumpfe Ängste gegenüber Funk:

Ulrich wies zunächst darauf hin, dass es durchaus ernstzunehmende Studien über mögliche Zusammenhänge zwischen Funkstrahlung und Gesundheitsauswirkungen gebe.

Mit seinen kostenpflichtigen Gutachten und Immissionsprognosen ist das Umweltinstitut München seit etwa zehn Jahren gut im Geschäft, Ulrich (früher: Ulrich-Raithel) dürfte mit seinen Honoraren für den Verein ein beträchtliches Einspielergebnis bringen. Dabei ist Ulrich kein anerkannter Sachverständiger, sondern selbsternannter Experte, dem mit gutem Marketing und möglicherweise mit dezenter Hilfe einer bayerischen Kleinstpartei zahlreiche Aufträge bevorzugt aus Bayern auf den Tisch flattern.

Hintergrund
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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Filz, Umweltinstitut München, ödp, Steuerverschwendung, Merkur, Moosburg, Ulrich

Verhinderter Bürgermeisterkandidat Bachhuber aus Moosburg

KlaKla, Mittwoch, 20.01.2016, 14:22 (vor 1417 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Mittwoch, 20.01.2016, 14:45

Wie Merkur online berichtet, hat der Stadtrat von Moosburg mit 17:4 Stimmen gegen die Interessen des verängstigten Wutbürgers gestimmt und einen Sendemasten, knapp 500 Meter von seinem Haus entfernt am Wasserwerk der Stadt gelegen, gebilligt. Brauchbare Sachargumente konnte der Mann anscheinend nicht vorlegen, sein wütender Auftritt in der Stadtratssitzung sorgte eher für Befremden.

Der neue Mast ist ungefähr genauso weiter weg wie der alte Mast vom Grünweg. Warum nun das Theater? Hat der Pirat Franz Josef Bachhuber auch schon unter dem alten Mast gelitten? Nein, ach so dann ist das mMn nur eine weitere Maßnahme um sich ins Gespräch zu bringen. Es ist schon ein Kreuz mit diesen Splitterparteien.

... immerhin sei es das Recht eines jeden Bürgers, eine Bürgerinitiative zu gründen „auch wenn man die Sinnhaftigkeit infrage stellen kann.“ Und dann konnte sie sich einen beißenden Spott nicht verkneifen: „Besonders lustig ist es, wenn auf den Mails, die ich zu dem Thema bekomme, unten dran steht: „Gesendet von meinem Samsung-Handy“. :clap:

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Splitterpartei, Bürgermeisterkandidat, Spaltung

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