Better call Saul: "Elektrosensibler" als Rolle in TV-Serie (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Montag, 28.12.2015, 17:29 (vor 2331 Tagen)

Auf dem Streaming-Portal Netflix läuft die amerikanische TV-Serie Better call Saul, in der es um die Abenteuer des Anwalts Saul Goodman (James McGill) geht.

Das Exklusive an der Serie ist: Sauls Film-Bruder Chuck (gespielt von Michael McKean) leidet nach einem psychischen Zusammenbruch an "Elektrosensibilität". Dies führt in der Serie immer wieder zu kuriosen Sequenzen wie die folgende, bei der Chuck vor der für ihn schwierigen Aufgabe steht, die Zeitung von draußen herein zu holen:

Da Chucks eigene Zeitung geklaut wurde klaut er nun seinerseits von einer Nachbarin die Zeitung. Und obwohl er einen Geldschein deponiert, zeigt sie ihn an (in der Sequenz nicht mehr enthalten). Die Polizei kommt, doch Chuck weigert sich die Tür zu öffnen. Die Polizei dringt deshalb gewaltsam in sein Haus ein, hält den durchdrehenden Chuck für einen absoluten Spinner und nimmt den Tobenden mit auf die Wache. "Elektrosensible" können (im Film) auch sehr erlebnisreich leben.

Die Autoren der Serie haben offensichtlich gut recherchiert, metallisierte Rettungsdecken gelten unter überzeugten Elektrosensiblen tatsächlich als probate Soforthilfe-Maßnahme mit Schirmwirkung. In Deutschland hatten die selbstdiagnostizierten "Elektrosensiblen" Dr. med. Waldmann-Selsam und Eva Weber öffentliche Auftritte in Goldfolie.

Der vermeintlich elektrosensible Chuck landet schließlich im Krankenhaus, umgeben von elektrischen Geräten und deshalb dem Tode nahe. Sein Bruder schaltet die Geräte ab und Chuck geht es gleich besser, doch er weigert sich strikt, einer psychiatrischen Einweisung für 30 Tage zuzustimmen. Während Chuck Fragen beantwortet schaltet eine Ärztin heimlich die Elektrik des Krankenbettes wieder ein. Und ebenso wie die Probanden in vielen wissenschaftlichen Provokationsstudien reagiert Chuck nicht darauf. Er kann nur dann reagieren wenn er sich befeldet glaubt.

Im Verlauf der Serie wird die angebliche "Elektrosensibilität" von Chuck als psychosomatisches Leiden erkannt. Auch in diesem Punkt ist dies aus meiner Sicht zutreffend recherchiert und im Einklang mit dem wissenschaftlich seriösen Kenntnisstand.

Hintergrund
J. Rubin: Better Call Saul: is electromagnetic hypersensitivity a real health risk?
Michael McKean über seine "elektrosensible" Figur
Stimme eines "Elektrosensiblen"

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Spinner, Elektrosensibilität, Elektrochonder, Hypersensibilität, Phobi

Better call Saul: Zweite Staffel auf Netflix gestartet

KlaKla, Freitag, 19.02.2016, 12:07 (vor 2278 Tagen) @ H. Lamarr

Fans von „Better Call Saul“ können sich auf die zweite Staffel der Serie freuen. Die Serie mit Bob Odenkirk erzählt die Vorgeschichte zum Erfolgsformat „Breaking Bad“.

... Jimmy träumt davon, sich als erfolgreicher Anwalt zu etablieren und damit groß ins Geschäft einzusteigen. Doch in der Realität sieht das ganz anders aus. Sein Büro befindet sich in einer Kammer eines Beauty-Salons. Seinen Beruf übt er nur noch aus einem bestimmten Grund aus: Er kümmert sich um seinen älteren Bruder Chuck. Dieser erlitt in der Vergangenheit einen psychischen Zusammenbruch und leidet seitdem unter Elektrosensibilität.

Jimmy fehlt das Geld, um für ihn zu sorgen. Er lässt sich zu kriminellen Geschäften und Betrügerei drängen, um seine Klienten aus scheinbar unmöglichen Situationen zu befreien. So gerät er genau wie seine Angeklagten, die er Tag für Tag verteidigen muss, auf die schiefe Bahn. Fans der Kultserie „Breaking Bad“ wissen, wie diese Geschichte endet.

Quelle: Wilhelmshabener Zeitung

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Tags:
EHS, Simulant, Elektrochonder, Film

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