EHS-Selbsthilfegruppe Winterthur (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 04.01.2015, 12:38 (vor 1691 Tagen)

Michael Semlitsch ist die "Selbsthilfegruppe Elektrosmogsensible Menschen in Winterthur". Mal weiß er von dieser stromlosen Alpenhütte zu berichten, mal von jener stromlosen Alpenhütte. Das Besondere an Herrn Semlitsch ist jedoch nicht seine Affinität zu stromlosen Alpenhütten, sondern seine Vielseitigkeit. Die Selbstdarstellung gibt dazu Auskunft:

Den Lebensunterhalt verdiene Ich als Programmierer/Analytiker (zur Zeit 70%).

Als Herzberufe unterrichte ich Taijiquan und Qigong.

Ich arbeite als Radiästhet, wo ich Wohnungen, Häuser und Grundstücke auf energetische Einflüsse auspendle und harmonisiere.

Als Therapeut arbeite ich auf psychischer, körperlicher, und energetischer Ebene, wobei ich das Familiensystem mit einbeziehe. Auch leite ich Familien- und Organisationsaufstellungen.

Und mein Herz schlägt höher bei Musik im gemeinsamen improvisierten Klingen, am liebsten in der Natur, in der Feinheit ihrer Klänge.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Filz, Abzocke, Radiästhesie, Verein, EHS-Selbsthilfegruppe, Esotherik

EHS-Selbsthilfegruppe Winterthur

Peter Brill, Schweiz, Montag, 05.01.2015, 15:37 (vor 1690 Tagen) @ H. Lamarr

Das Portrait sagt alles.
Angesprochen werden Sensible die auf der Esoterikwelle reiten.

Schweiz: Nur ein totes Handy ist ein gutes Handy

Gast, Donnerstag, 19.04.2018, 07:28 (vor 491 Tagen) @ H. Lamarr

Auszug Tagblatt Feb. 2018

Das Parlament könnte die Grenzwerte für Schweizer Handyantennen schon bald erhöhen. Das macht Elektrosensiblen, die ihr Leben heute schon als Hindernislauf sehen, Sorgen.

... Es ist der dritte Donnerstagabend im Februar, unter einem Mehrfamilienhaus in der Winterthurer Innenstadt trifft sich die Selbsthilfegruppe für Elektrosensible. «Nur ein totes Handy ist ein gutes Handy», sagt jemand und lacht. Elektrosensible reagieren empfindlich auf elektromagnetische Strahlen, sie leiden deshalb unter einer Reihe gesundheitlicher Beschwerden. Der so genannte Elektrosmog wird etwa von WLAN-Netzen, Mobilfunkantennen, Handys oder Stromleitungen verursacht. In der Schweiz glauben laut einer Studie fünf Prozent der Bevölkerung, dass der Elektrosmog sie gesundheitlich beeinträchtigt.

Unter Wissenschafltern ist umstritten, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Elektrosmog und den Symptomen der Betroffenen. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) schreibt auf Anfrage, ein kausaler Zusammenhang sei angesichts der Studienlage «nicht etabliert», könne aber auch nicht ausgeschlossen werden. Elektrosensible Probanden seien bei Experimenten etwa nicht in der Lage, zuverlässig anzugeben, ob das elektromagnetische Feld an- oder abgeschaltet sei. Peter Kälin, der Präsident von Ärzte für Umweltschutz (Aefu), sagt, ein konkretes Krankheitsbild fehle, es bestehe noch «riesiger Forschungsbedarf». Für Kälin ist aber sicher: «Wir werden eines Tages eine Diagnose Elektrosensibilität haben.» Heute ist Elektrosensibilität keine anerkannte Krankheit...


Hintergrundinfos zur Aefu

Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz: Behauptungen geprüft
Wie die AefU Lobbyarbeit im Parlament leisteten
Umweltmedizinisches Beratungsnetz: Abschlussbericht der AefU

Tags:
EHS, Medien, Stammtisch, Umweltmedizin, AefU, Kälin

Nur ein totes Handy ist ein gutes Handy

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 19.04.2018, 21:19 (vor 490 Tagen) @ Gast

Auszug Tagblatt Feb. 2018.

Tagblatt-Autor Dominic Wirth, ein Abgänger der Hamburg Media School (da war doch was!), bringt seinen Artikel in der Form einer Reportage. Es geht hier also nicht darum, den Wahrheitsgehalt dessen zu bewerten, was er unter der Erde mit den dort versammelten acht überzeugten Elektrosensiblen erlebt hat, sondern nur darum, den Lesern die (bizarre) Situation der selbst diagnostizierten Elektrosensiblen zu veranschaulichen. Wikipedia weiß zur Reportage:

Als Reportage (von lateinisch reportare = berichten, melden) bezeichnet man im Journalismus unterschiedliche Darstellungsformen, bei denen der Autor nicht vom Schreibtisch aus, sondern aus unmittelbarer Anschauung berichtet. In den Druckerzeugnissen steht der Begriff gemeinhin für einen dramaturgisch aufbereiteten (siehe auch Reportagefotografie) Hintergrundbericht, der einen Sachverhalt anhand von konkreten Beispielen, Personen oder deren Schicksalen anschaulich macht. Während Nachricht und Bericht Distanz wahren, geht die Reportage nah heran und gewährt auch Beobachtungen und weiteren Sinneswahrnehmungen ihrer Protagonisten Raum.

Kommentar: Doch welchen Sinn und Zweck hat es, über "Elektrosensible" eine Reportage zu bringen und den unvermeidlichen Peter Kälin einmal mehr als den schweizerischen Warner und Fürsprecher zu Wort kommen zu lassen? Aus meiner Sicht sind solche Reportagen ungewollt auch schädlich, denn sie erwecken den Eindruck, es gäbe "echte" Elektrosensible. Dies ist Wasser auf die Mühlen der nach Anerkennung trachtenden "Elektrosensiblen" doch es entfremdet die Betroffenen von einer hilfreichen psychotherpeutischen Behandlung und treibt sie tiefer in ihre Wahnvorstellungen hinein. Mich interessiert es nicht, wenn "Elektrosensible" sich unter der Erde Krüge mit Wasser und Teller mit Naschsachen reichen, wer will das schon wissen. Der Reporter hätte stattdessen ja auch mal fragen können, welcher der acht "Elektrosensiblen" sich schon einmal einem Test unterzogen hat, wie streng dieser war, welches Resultat herauskam und was die Betroffenen von wissenschaftlichen Tests halten. In einer Situation, in der "Elektrosensible" mit dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dem Spinnerstigma von Jahr zu Jahr näher rücken und sich im selben Maße von seltenen jedoch tatsächlich diagnostizierbaren körperlichen Krankheiten wie der Xeroderma pigmentosum (Mondscheinkrankheit) entfernen, sollten auch Reporter mMn nicht allein die "Story" im Kopf haben (Ungeheuer vom Loch Ness), sondern ihre Leser verantwortungsbewusst in Richtung einer kritischen Betrachtung der erzählten Geschichte lenken. Wirth tut dies mit dem Hinweis "Heute ist Elektrosensibilität keine anerkannte Krankheit", für meinen Geschmack jedoch viel zu schwach. Solche Artikel sind der Nährboden für irrationale politische Entscheidungen, wie sie vor wenigen Wochen der Ständerat der Schweiz getroffen hat, als er sich knapp gegen eine moderate Lockerung der Anlagegrenzwerte für Mobilfunk-Basisstaionen ausgesprochen hat.

Hintergrund
Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Spinner, Psychotherapie, Protagonisten, Individualtest, Ständerat, Reportage

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum