Unabhängige Forschung - was ist das? (Allgemein)

Kuddel, Dienstag, 25.09.2012, 21:07 (vor 4279 Tagen)
bearbeitet von Kuddel, Dienstag, 25.09.2012, 23:20

[Strang abgetrennt und Betreff angepasst am 26.09.12, 8:48 Uhr - Absprung hier)

... Die Stiftung Pandora wende sich deshalb mit einem weiteren Spendenaufruf an die Bürger Europas, um den Abschluss dieses – wie es aussähe – richtungsweisenden Forschungsvorhabens zu ermöglichen.

Ist diese Art der Finanzierungseinwerbung wirklich einer "unabhängigen Forschung" dienlich ?

Denn "richtungsweisend" könnte eine Forschung nur sein, wenn sie entweder ein bisher nicht bearbeitetes "neues" Thema abhandelt, oder aber wenn sie sich vom großen "Mainstream" übriger Studien zum gleichen Thema diametral absetzt.

Die Werbeaussage .. "wie es aussähe - richtungsweisenden Forschungsvorhabens"... auf einem Gebiet welches schon ausführlich erforscht wurde, spricht daher auschließlich eine bestimmte Klientel an (die etwas "richtungsweisendes" erwartet, was sich vom "Mainstream" absetzt) und läuft doch von vornherein auf einen "Erfolgsdruck" hinaus, der die Ergebnis-Offenheit und damit Unabhängigkeit des Forschers und Spendensammlers in Frage stellt.

Nein, meiner Meinung nach ist diese Forschung keineswegs unabhängig, denn der Forscher ist ja "vom guten Willen" von Spendern abhängig, deren zukünftiges Wohlwollen für solche Projekte vom "richtungsweisenden" Studienergebnis abhängt.

Wo ist denn da der Unterschied zur 100% igen industriefinanzierten Forschung, wenn das Vorhaben statt von der "PRO-Partei", von der "Kontra-Partei" finanziert und durchgeführt wird ?

Da das Vorhaben dem Interesse der Öffentlichkeit dienen soll, kämen für eine unabhängige Finanzierung nur öffentliche (Steuer-) Gelder in Frage, keineswegs aber Spenden von "Gegnern" des untersuchten Themengebiets, die sich ein Ergebnis wünschen, welches ihren Vorstellungen entspricht.

Bei der Auswahl des Forschers kann nur ein solcher "unabhängig" sein, der ergebnisoffen ist und keine vorgefertigte Meinung vertritt.
Das ist bei Hardell aber nicht der Fall, denn er hat sich bereits mehrfach mit "Alarmstudien" einen "Namen" gemacht, deren alarmierende Ergebnisse von anderen Forschern nicht nachvollziehbar waren und zudem vetritt er in Presse, Fernsehen und Internet eine eindeutige, vom Mainstream der Wissenschaft abweichende Position.
Ein Studienergebnis welches seiner bisherigen "festen" Meinung widerspräche, käme aufgrund seiner öffentlichen Bekanntheit und seiner eindeutigen Position als "Gegner" einem Gesichtsverlust gleich.

"Unabhängig" könnte m.M.n. nur ein Forscher sein, der auf dem Gebiet "unverbraucht" (unvoreingenommen) ist und dessen Wohl und Wehe nicht vom Ergebnis seiner Studie abhängt.

K

Tags:
Finanzierung, Forscher, unabhängige Forschung, unvoreingenommen

Unabhängige Forschung - was ist das?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 26.09.2012, 08:46 (vor 4278 Tagen) @ Kuddel

"Unabhängig" könnte m.M.n. nur ein Forscher sein, der auf dem Gebiet "unverbraucht" (unvoreingenommen) ist und dessen Wohl und Wehe nicht vom Ergebnis seiner Studie abhängt.

In der Anti-Mobilfunk-Szene wird das anders definiert: "Unabhängig" ist dort jeder, solange er nicht den Kreisen üblicher Verdächtiger zugeordnet werden kann. Diese Zuordnung übernehmen die Granden der Szene für die lieben Mitstreiter.

Abhängig
Pauschales Ausschlusskriterien für "Unabhängigkeit" ist "Industriegeld", selbst wenn es durch Verwalter (z.B. BfS) vom Geldgeber entkoppelt ist. Dieses Pauschalkriterium ist zwar Unsinn, aber schön einfach zu verstehen und vielen eingängig. Mit Industrie ist allein die Mobilfunkindustrie gemeint, Geld jeder anderen Industrie wird in keiner Weise beanstandet, solange das Ergebnis nur ein Alarm ist.

Die anderen Ausschlusskriterien sind willkürlich und werden z.B. von Fall zu Fall dann festgelegt, welches Ergebnis eine Studie bringt oder welches Stigma Szene-Größen für einem Wissenschaftler vereinbaren. Wer zwei oder dreimal als nicht ausreichend mobilfunkkritisch wahrgenommen wird, gerät automatisch in den Strudel, als Abhängiger gebrandmarkt zu werden. Zuletzt ist das Martin Röösli (Schweiz) passiert.

Unabhängig
Unabhängig sind zunächst alle, die nicht der Definition für "abhängig" anheim fallen. Mangelhafte Qualifikation ist dabei kein Ausschlusskriterium, selbst finanzielle Verstrickungen werden nicht als störend wahrgenommen. Entscheidend ist immer das Ergebnis, das eine Studie bringt. Ist es alarmierend, erfährt der ausführende Wissenschaftler keinerlei Abwertung, sondern wird in Szenenews gerne lobend zitiert. Die Frage nach der Unabhängigkeit wird dann gar nicht mehr gestellt, sie ist bedeutungslos, das Alarmergebnis überstrahlt alles. So ergangen z.B. den Anti-Mobilfunk-Feinbildern Mike Repacholi und Alexander Lerchl mit ihren alarmierenden (frühen) Mäusestudien.

Mein Fazit: Die Anti-Mobilfunk-Szene definiert "Unabhängigkeit" ergebnisorientiert. Unabhängig und deshalb willkommen ist jeder, der mit Öltropfen die unersättliche Alarmierungsmaschine am Laufen hält. Abhängig und deshalb Ziel von Angriffen ist, wer aus Sicht der Alarmkritiker die Maschine nicht ordentlich schmiert oder Sand einstreut, wobei diese Wahrnehmung auch rein subjektiv begründet sein kann.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Repacholi, Lerchl, Dworschak, StudienReport, Abwertung

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