Belgische Rattenstudie: Grenzwertige Handystrahlung (Forschung)

Gast, Montag, 22.06.2009, 15:34 (vor 3828 Tagen)

Macht Handystrahlung krank? Eine von Belgien verfügte radikale Senkung der Grenzwerte führt jetzt auch hierzulande zu leidenschaftlichen Debatten. Die derzeit in Österreich geltenden Limits kamen auf fragwürdige Weise zustande.

Von Tina Goebel

In den internationalen Medien schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Belgien senkt die Grenzwerte für Mobilfunkstationen und Handymasten derart drastisch, dass sie nur noch zehn Prozent der in Österreich geltenden Limits betragen. Das führte in der Vorwoche auch in Österreich zu heftigen Debatten über die geltenden Grenzwerte. Die Mobilfunkindustrie und der Wissenschaftliche Beirat Funk, ein Expertengremium, das Verkehrsministerin Doris Bures berät, sehen keine Veranlassung für eine Änderung, Umweltmediziner hingegen raten zu vermehrter Vorsicht.

Der Streit flackert immer wieder auf, weil es einen Interessenkonflikt zwischen Industrie und Handyskeptikern gibt und weil es der Wissenschaft trotz zahlreicher Untersuchungen bis heute nicht gelungen ist, eine Gesundheitsgefährdung durch Handystrahlen nachzuweisen. Nun taucht auch hierzulande die Forderung nach einer Senkung der Grenzwerte auf. Denn die derzeitigen, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Limits, an denen sich auch Österreich orientiert, sollen von einer indus­triefreundlichen privaten Organisation und nicht von einem unabhängigen Gremium ermittelt worden sein.

Doktorarbeit lieferte Zündstoff
Anlass für die aktuelle Diskussion lieferte die Doktorarbeit eines gewissen Dirk Adan von der Katholischen Universität im belgischen Leuven. Der Jungwissenschafter verglich Ratten, die er für einen längeren Zeitraum Handystrahlung ausgesetzt hatte, mit nicht bestrahlten Tieren. Ergebnis, so der Doktorand: Die bestrahlten Tiere würden nur halb so alt werden wie ihre nicht bestrahlten Artgenossen, würden mehr Tumore entwickeln, unter einem nachlassenden Gedächtnis sowie einem geschwächten Immunsystem leiden.

Reflex-Studie
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die so genannte Reflex-Studie, ein von der EU gefördertes Projekt, das in den Jahren 2000 bis 2004 teilweise am Institut für Arbeitsmedizin der Wiener Medizinuni durchgeführt wurde. Demnach kann die von Handys ausgehende elektromagnetische Strahlung bereits bei sehr niedriger Frequenz im In-vitro-Experiment an menschlichen Zelllinien das Erbgut einer Zelle durch so genannte DNA-Strangbrüche schädigen. Menschliche Körperzellen, in denen solche DNA-Strangbrüche laufend vorkommen, sind normalerweise imstande, die Schäden wieder zu reparieren. Im Ausnahmefall kann die Reparatur jedoch fehlerhaft sein, die Zelle kann mutieren und sich unter Umständen zu einer Krebszelle entwickeln. Deshalb werden Faktoren, welche die Frequenz von DNA-Strangbrüchen erhöhen, als mögliches Krebsrisiko eingestuft.
„Ich habe die Ergebnisse des Reflex-­Projekts nie geglaubt. Ich konnte mir nie erklären, wie eine so niedrige Strahlung die Energie aufbringen soll, um das Erbgut zu brechen“, erklärte Vana im Vorjahr gegenüber profil. „Das ist das typische Argument eines Technikers – es muss für sie alles immer über den direkten Weg der Energie gehen, jedoch lassen sie die komplizierten Mechanismen der Biologie außer Acht, von denen sie eben nichts verstehen“, sagt der Krebsforscher Wilhelm Mosgöller von der Medizinischen Universität Wien. Mehr ...

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Tags:
EU, Göbel, Medien, In-Vitro, Mosgöller, Arbeitsgruppe Wien, Strangbrüche, Zuwendung, Vana

Belgische Rattenstudie - Auslöser für Grenzwertsenkungen??

Doris @, Montag, 22.06.2009, 22:59 (vor 3828 Tagen) @ Gast

Doktorarbeit lieferte Zündstoff
Anlass für die aktuelle Diskussion lieferte die Doktorarbeit eines gewissen Dirk Adan von der Katholischen Universität im belgischen Leuven. Der Jungwissenschafter verglich Ratten, die er für einen längeren Zeitraum Handystrahlung ausgesetzt hatte, mit nicht bestrahlten Tieren. Ergebnis, so der Doktorand: Die bestrahlten Tiere würden nur halb so alt werden wie ihre nicht bestrahlten Artgenossen, würden mehr Tumore entwickeln, unter einem nachlassenden Gedächtnis sowie einem geschwächten Immunsystem leiden.

Na ja, ob diese Arbeit wirklich der Auslöser für die Grenzwertsenkungen ist... Hat eigentlich mit Sendestationen nichts zu tun

Hier haben wir diese belgische Rattenstudie schon mal diskutiert.

Hier hat sich Dr. Lerchl mit der Arbeit auseinandergesetzt.

Und hier gibt's auch noch was dazu.

Belgische Rattenstudie - Auslöser für Grenzwertsenkungen??

Doris @, Dienstag, 07.07.2009, 21:16 (vor 3813 Tagen) @ Doris

Doktorarbeit lieferte Zündstoff
Anlass für die aktuelle Diskussion lieferte die Doktorarbeit eines gewissen Dirk Adan von der Katholischen Universität im belgischen Leuven. Der Jungwissenschafter verglich Ratten, die er für einen längeren Zeitraum Handystrahlung ausgesetzt hatte, mit nicht bestrahlten Tieren. Ergebnis, so der Doktorand: Die bestrahlten Tiere würden nur halb so alt werden wie ihre nicht bestrahlten Artgenossen, würden mehr Tumore entwickeln, unter einem nachlassenden Gedächtnis sowie einem geschwächten Immunsystem leiden.

Na ja, ob diese Arbeit wirklich der Auslöser für die Grenzwertsenkungen ist... Hat eigentlich mit Sendestationen nichts zu tun

Wird zumindest wieder brandaktuell ;-) auf der Diagnose-Funk Seite aufgeführt.

Komisch erscheint es mir schon. Da werden die Grenzwerte für Basisstationen in Belgien auf 3 V/m gesenkt und als Auslöser wird diese Rattenstudie genannt und man beruft sich auf den Wissenschaftler André Vander Vorst.

Nach Ansicht von Adangs Universitätsprofessor, André Vander Vorst, sei der Zusammenhang zwischen der Strahlung und der Sterblichkeit der Ratten unbestreitbar gewesen.

Dieser sagt aber auch

"Die Exposition mit elektromagnetischen Wellen auf einem niedrigen Niveau und während sehr langer Dauer kann der mögliche Auslöser einer frühzeitigen Alterung sein", stellt André Vander Vorst in einem Interview fest. Bestätigen sich die Ergebnisse der Studie so läuft ein Handynutzer Gefahr, mit jedem Telefongespräch seine Lebenserwartung zu reduzieren.

Durch Grenzwertsenkungen entsteht bei den Sendemastgegnern ein Jubel, der nicht in Einklang zu bringen ist, für das was die Leute stehen. Grenzwertsenkungen sind zwar mit niedrigeren Expositionen verbunden aber nicht mit weniger Masten, sondern mit mehr. Und das ist doch letztendlich genau das, was denen vom IZgMF vorgeworfen wird, dass sie das Problem lösen wollen, indem sie mehr Masten, näher beim Telefonierenden fordern.

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Lebenserwartung

Belgische Rattenstudie - Auslöser für Grenzwertsenkungen??

RDW ⌂ @, Donnerstag, 17.06.2010, 19:08 (vor 3468 Tagen) @ Doris

Doktorarbeit lieferte Zündstoff
Anlass für die aktuelle Diskussion lieferte die Doktorarbeit eines gewissen Dirk Adan von der Katholischen Universität im belgischen Leuven. Der Jungwissenschafter verglich Ratten, die er für einen längeren Zeitraum Handystrahlung ausgesetzt hatte, mit nicht bestrahlten Tieren. Ergebnis, so der Doktorand: Die bestrahlten Tiere würden nur halb so alt werden wie ihre nicht bestrahlten Artgenossen, würden mehr Tumore entwickeln, unter einem nachlassenden Gedächtnis sowie einem geschwächten Immunsystem leiden.

Na ja, ob diese Arbeit wirklich der Auslöser für die Grenzwertsenkungen ist... Hat eigentlich mit Sendestationen nichts zu tun

Hier haben wir diese belgische Rattenstudie schon mal diskutiert.

Hier hat sich Dr. Lerchl mit der Arbeit auseinandergesetzt.

Und hier gibt's auch noch was dazu.

Der niederländische Gesundheitsrat hat nach Aufforderung durch das dortige Umweltministerium nun eine umfangreiche Stellungnahme zu dieser Studie abgegeben:
Long-term effects of radiofrequency electromagnetic fields. Assessment of the study of D. Adang*)

RDW

*) Nachtrag 04.07.2015: Neuer Link = http://www.gezondheidsraad.nl/sites/default/files/summary_onderzoek_ADANG.pdf

Belgische Rattenstudie - Auslöser für Grenzwertsenkungen??

Alexander Lerchl @, Donnerstag, 17.06.2010, 21:57 (vor 3468 Tagen) @ RDW

Doktorarbeit lieferte Zündstoff
Anlass für die aktuelle Diskussion lieferte die Doktorarbeit eines gewissen Dirk Adan von der Katholischen Universität im belgischen Leuven. Der Jungwissenschafter verglich Ratten, die er für einen längeren Zeitraum Handystrahlung ausgesetzt hatte, mit nicht bestrahlten Tieren. Ergebnis, so der Doktorand: Die bestrahlten Tiere würden nur halb so alt werden wie ihre nicht bestrahlten Artgenossen, würden mehr Tumore entwickeln, unter einem nachlassenden Gedächtnis sowie einem geschwächten Immunsystem leiden.

Na ja, ob diese Arbeit wirklich der Auslöser für die Grenzwertsenkungen ist... Hat eigentlich mit Sendestationen nichts zu tun

Hier haben wir diese belgische Rattenstudie schon mal diskutiert.

Hier hat sich Dr. Lerchl mit der Arbeit auseinandergesetzt.

Und hier gibt's auch noch was dazu.

Der niederländische Gesundheitsrat hat nach Aufforderung durch das dortige Umweltministerium nun eine umfangreiche Stellungnahme zu dieser Studie abgegeben:
Long-term effects of radiofrequency electromagnetic fields. Assessment of the study of D. Adang

RDW

Wie schon von mir vorausgeunkt: "The Committee considers these conclusions to be scientifically untenable, as a result of a number of flaws in the execution of the study and in the statistical analysis of the data. In previous reports the Committee concluded on the basis of the state of science that no causal relationship has been demonstrated between health problems and exposure to the electromagnetic fields generated by mobile telephones and their base stations. The study by Adang is no reason to change this opinion."

q.e.d.

--
"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Belgische Rattenstudie - Auslöser für Grenzwertsenkungen??

Doris @, Dienstag, 22.06.2010, 22:37 (vor 3463 Tagen) @ RDW

Der niederländische Gesundheitsrat hat nach Aufforderung durch das dortige Umweltministerium nun eine umfangreiche Stellungnahme zu dieser Studie abgegeben:

Im aktuellen WIK-EMF-Brief vom 22.06.2010 sind die Mängel der belgischen Rattenstudie übersichtlich zusammengefasst:

Niederländischer Gesundheitsrat bewertet Überlebensstudie an Ratten
Im Jahr 2008 erregte die Doktorarbeit des Belgiers Dirk Adang große Aufmerksamkeit, weil die darin beschriebenen Ergebnisse seiner Langzeituntersuchung an Ratten unter 970 MHz Mobilfunk- und 9,7 GHz Radarstrahlung auf eine Lebenszeitverkürzung der Tiere hingewiesen hatten. Die Untersuchung wurde seinerzeit mit geplanten Grenzwertsenkungen in Belgien in Zusammenhang gebracht. 2009 fand eine Teilveröffentlichung der Ergebnisse in einer wissenschaftlichen Publikation statt (Adang et al., 2009).
Im Auftrag des niederländischen Ministeriums für Wohnungswesen, Raumplanung und Umwelt hat der niederländische Gesundheitsrat jetzt eine detaillierte Bewertung dieser Studie veröffentlicht. Das Komitee kommt dabei zu dem Schluss, dass „die Hypothese der Untersuchung interessant und relevant ist, die Studie aber methodische Defizite aufweist und die Datenanalyse einige Fehler enthält“. Im Einzelnen werden folgende Mängel aufgeführt:


Der Defekt eines 9,7 GHz Radargenerators nach sechs Monaten Studiendauer konnte nicht behoben werden. Der frühzeitige Abbruch der geplanten 21-monatigen Exposition bei dieser Frequenz wird in der Doktorarbeit aber nur in einer Randbemerkung erwähnt, bei der Auswertung der Daten und in der wissenschaftlichen Publikation wird er gar nicht erwähnt.

Die in Adangs Schlussfolgerung behaupteten klaren Einflüsse der Exposition auf Parameter im Blutbild der Ratten konnte die Kommission nicht nachvollziehen. Eine Nachanalyse der Daten ergab keine klaren Unterschiede zwischen den exponierten und scheinexponierten Gruppen. Zudem verwendete Adang hierfür nicht die geeignetste statistische Analysemethode.

Zusätzliche Verhaltensexperimente, die Adang durchführte, sind nicht detailliert genug und haben eine zu begrenzte Aussagekraft, um Schlüsse daraus ziehen zu können.

Die Analyse der Überlebenszeiten in den verschiedenen Gruppen wurde nicht korrekt ausgeführt und ist unvollständig. Die Exposition der Tiere startete im Alter von vier Monaten und dauerte bis zum 25. Lebensmonat. Die Mortalität wurde von Adang nach 28 Monaten bestimmt und nicht am Ende des 32-monatigen Beobachtungszeitraums. Somit fehlen die Mortalitätsdaten der letzten vier Monate in Adangs Auswertung. Eine statistische Nachauswertung, die das Komitee des Gesundheitsrats in Auftrag gab ergab, dass man im Gegensatz zu Adangs Auswertung bei voller Berücksichtigung des Beobachtungszeitraums keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Überlebensraten zwischen exponierten und scheinexponierten Gruppen mehr erhält.

Die statistische Behandlung von spontan (ohne erkennbare Erkrankung) gestorbenen Tieren sowie überlebensschwachen oder leidenden Tieren, die aus ethischen Gründen vorzeitig getötet werden mussten, ist intransparent und wurde nicht korrekt durchgeführt.

Adangs Vergleich mit Literaturdaten zum Thema Mortalität ist unvollständig und in der Schlussfolgerung daher irreführend.

Eine histopathologische Analyse (Untersuchung auf krankhaftes Gewebe) wurde nur an 19 von 124 Ratten durchgeführt und ist daher im Hinblick auf Gründe für veränderte Mortalitätsraten in bestimmten Untersuchungsgruppen ohne Aussagekraft.

Das Komitee des Gesundheitsrats sieht aufgrund der vorliegenden Bewertung sowie der Ergebnisse einer eigenen, aktuell durchgeführten Literaturanalyse keinen Anlass, seine Einschätzung aus früheren Berichten zu ändern, dass „kein kausaler Zusammenhang zwischen Gesundheitsproblemen und der Exposition in elektromagnetischen Feldern von Mobilfunkgeräten oder Mobilfunk-Basisstationen gezeigt werden konnte“.

Belgische Rattenstudie - Klatsche für die Autoren!

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 23.06.2010, 08:51 (vor 3462 Tagen) @ Doris

Der niederländische Gesundheitsrat hat nach Aufforderung durch das dortige Umweltministerium nun eine umfangreiche Stellungnahme zu dieser Studie abgegeben:

Im aktuellen WIK-EMF-Brief vom 22.06.2010 sind die Mängel der belgischen Rattenstudie übersichtlich zusammengefasst:

Niederländischer Gesundheitsrat bewertet Überlebensstudie an Ratten
.....

Der Defekt eines 9,7 GHz Radargenerators nach sechs Monaten Studiendauer konnte nicht behoben werden. Der frühzeitige Abbruch der geplanten 21-monatigen Exposition bei dieser Frequenz wird in der Doktorarbeit aber nur in einer Randbemerkung erwähnt, bei der Auswertung der Daten und in der wissenschaftlichen Publikation wird er gar nicht erwähnt.

Die in Adangs Schlussfolgerung behaupteten klaren Einflüsse der Exposition auf Parameter im Blutbild der Ratten konnte die Kommission nicht nachvollziehen. Eine Nachanalyse der Daten ergab keine klaren Unterschiede zwischen den exponierten und scheinexponierten Gruppen. Zudem verwendete Adang hierfür nicht die geeignetste statistische Analysemethode.

Zusätzliche Verhaltensexperimente, die Adang durchführte, sind nicht detailliert genug und haben eine zu begrenzte Aussagekraft, um Schlüsse daraus ziehen zu können.

Die Analyse der Überlebenszeiten in den verschiedenen Gruppen wurde nicht korrekt ausgeführt und ist unvollständig. Die Exposition der Tiere startete im Alter von vier Monaten und dauerte bis zum 25. Lebensmonat. Die Mortalität wurde von Adang nach 28 Monaten bestimmt und nicht am Ende des 32-monatigen Beobachtungszeitraums. Somit fehlen die Mortalitätsdaten der letzten vier Monate in Adangs Auswertung. Eine statistische Nachauswertung, die das Komitee des Gesundheitsrats in Auftrag gab ergab, dass man im Gegensatz zu Adangs Auswertung bei voller Berücksichtigung des Beobachtungszeitraums keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Überlebensraten zwischen exponierten und scheinexponierten Gruppen mehr erhält.

Die statistische Behandlung von spontan (ohne erkennbare Erkrankung) gestorbenen Tieren sowie überlebensschwachen oder leidenden Tieren, die aus ethischen Gründen vorzeitig getötet werden mussten, ist intransparent und wurde nicht korrekt durchgeführt.

Adangs Vergleich mit Literaturdaten zum Thema Mortalität ist unvollständig und in der Schlussfolgerung daher irreführend.

Eine histopathologische Analyse (Untersuchung auf krankhaftes Gewebe) wurde nur an 19 von 124 Ratten durchgeführt und ist daher im Hinblick auf Gründe für veränderte Mortalitätsraten in bestimmten Untersuchungsgruppen ohne Aussagekraft.

(Hervorhebungen von mir).

Aua. Die Studie kann man also getrost entsorgen. Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis sie zurückgezogen wird. Nur dann ist sie auch wissenschaftlich "entsorgt".

--
"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Belgische Rattenstudie - Retraktion erkennen

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.06.2010, 13:27 (vor 3462 Tagen) @ Alexander Lerchl

Zudem verwendete Adang hierfür nicht die geeignetste statistische Analysemethode.

Lässt sich einem Statistik-Laien an einem simplen Beispiel veranschaulichen, was eine geeignete und eine ungeeignete Analysemethode ist? Ist das in etwa so wie bei Schüz' Leukämiestudie, wo es eben nicht wurscht war, welcher Mittelwert (der Belastung) verwendet wurde, weil beim arithmetischen Mittelwert etwas ganz anderes (irreführendes) herausgekommen ist als beim Median?

Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis sie zurückgezogen wird. Nur dann ist sie auch wissenschaftlich "entsorgt".

Wie bekommt man denn so eine Retraktion mit? Gibt es dazu eine Art "Newsletter über zurückgezogene Studien", oder muss man sich da selber drum kümmern und regelmäßig auf der Website der Publikation nachschauen?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Belgische Rattenstudie - Retraktion erkennen

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 23.06.2010, 13:36 (vor 3462 Tagen) @ H. Lamarr

Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis sie zurückgezogen wird. Nur dann ist sie auch wissenschaftlich "entsorgt".

Wie bekommt man denn so eine Retraktion mit? Gibt es dazu eine Art "Newsletter über zurückgezogene Studien", oder muss man sich da selber drum kümmern und regelmäßig auf der Website der Publikation nachschauen?

Es gibt auch andere Leute, die da regelmäßig nachschauen. Zum Beispiel vom WIK.

Oder hier selbst mal ab und zu nachsehen:

http://ieeexplore.ieee.org/xpl/tocresult.jsp?isnumber=5280560

Der Artikel ist Nr. 5. An sich sollte, wenn die Arbeit zurückgezogen wird, das deutlich sichtbar gemacht oder im Abstract erkennbar sein.

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Grenzwertige Handystrahlung

H. Lamarr @, München, Dienstag, 23.06.2009, 01:31 (vor 3827 Tagen) @ Gast

In den internationalen Medien schlug die Nachricht ein wie eine Bombe.

:confused: Davon hätte man dann ja mal was mitbekommen müssen, ich kann mich aber noch nicht einmal an einen Knallfrosch erinnern.

Belgien senkt die Grenzwerte für Mobilfunkstationen und Handymasten derart drastisch, dass sie nur noch zehn Prozent der in Österreich geltenden Limits betragen.

Frau Goebel scheint die Superlative zu mögen. Vielleicht ist ihr aber auch nur nicht aufgefallen, dass die Belgier schon vor der jüngsten Grenzwertsenkung auf 3 V/m den Grenzwert um 2000 herum (von rund 41 V/m) auf rund 20 V/m reduziert hatten. Da ist die Senkung dann nur noch halbdrastisch.

Das führte in der Vorwoche auch in Österreich zu heftigen Debatten über die geltenden Grenzwerte.

Heftige Debatten?

An diesem Punkt angekommen habe ich im Netz mal nach der Autorin Tina Goebel gegoogled. Anschließend war mir klar, warum der Beitrag diesen Touch Dramatik verströmt, der mir nur zu bekannt vorkommt. Frau Goebel berichtet nicht unvoreingenommen über das Thema, das Unvoreingenommenheit so dringend braucht wie eine holländische Gewächshaustomate Wasser.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
, Seilschaft, Manipulation

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