Piercings sollen EMF anziehen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 24.04.2009, 22:05 (vor 5035 Tagen)

Experimentelle Studien zu Piercings ergaben, dass diese – je nach Größe – verstärkend wie eine Art Empfangsantenne wirken können. Konkrete Gefahren für bestimmte Körperteile konnten die Wissenschafter daraus aber vorerst keine orten.

Quelle: Wie ungesund ist Mobilfunk?

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Gerücht, Piercing

Piercings sollen EMF anziehen

H. Lamarr @, München, Freitag, 24.04.2009, 22:39 (vor 5035 Tagen) @ H. Lamarr

Bei dem Einfluss gepulster hochfrequenter Strahlungen auf den menschlichen Organismus lassen sich prinzipiell zwei Wirkungsweisen unterscheiden. Dies ist einmal der direkte Einfluss durch ständige Impulse auf Wellen mit gleicher Schwingungsfrequenz im menschlichen Körper und zweitens die indirekte Einwirkung über Antennen-Resonanz. Dabei ist die Wellenlänge der Hochfrequenzstrahlung entscheidend ist. Wie bei einer Rundfunkantenne wirken beim Menschen hier in der Länge von 1/4 der Wellenlänge Gegenstände am Körper (Ohrhänger, Brillen, Piercing usw.) und auch Körperteile selbst als Empfänger für die auftreffenden elektromagnetischen Wellen. Alles, was am oder im Körper die Länge von 8,4 cm (D-Netz) bis 3 cm (WLAN) hat, empfängt bevorzugt solche Strahlungen und leitet sie weiter. Auf viele Gelenke und Nervenenden trifft dies zu. Insbesondere Kinder haben hier noch andere Proportionen. Sie können deshalb für die Antennenwirkung bei solchen Strahlungen empfänglicher sein als Erwachsene.

weiß Dr. Siegfried Schwarzmüller,
Berufs- und Sonderschullehrer, Baubiologe (IBN),
auf einer =3044&tx_ttnews[backPid]=453&cHash=1c24ca9d95]Website der GEW.

Kommentar: Die Verquickung von Lehrer und Baubiologe war mir neu. Und so ganz mag ich dem Dr. Schwarzmüller auch nicht glauben, denn a) leiten Antennen mMn keine Strahlung "weiter" und b) wer kann mir bitte mal einen 3 bis 8,5 cm langen Piercing zeigen?

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Gefahr: Jeder hat zahlreiche EMF-Antennen am Körper!

AnKa, Freitag, 24.04.2009, 23:41 (vor 5035 Tagen) @ H. Lamarr

Alles, was am oder im Körper die Länge von 8,4 cm (D-Netz) bis 3 cm (WLAN) hat, empfängt bevorzugt solche Strahlungen und leitet sie weiter.

weiß Dr. Siegfried Schwarzmüller,
Berufs- und Sonderschullehrer, Baubiologe (IBN),

Also, ich bin jetzt vorsichtshalber mal auf die Suche nach allen Objekten gegangen, die auf meinem Körper eine Größe zwischen 8,4 cm und 3 cm haben.

Und schon kam es dabei zu Verkomplizierungen.

Meine Uhrenarmband, in geschlossenem Zustand, hat ungefähr einen Durchmesser von 6 cm (geschätzt). Ist das jetzt eine Ringantenne? Und verschärft sich damit das Gefährdungspotential?

Mein Handy wiederum fällt, längs besehen, aus dem Raster heraus (>8,4 cm). Aber die Breite ist dann doch mittendrin im Raster, was mir Schweissperlen auf die Stirn treibt (dieselbst, beruhigenderweise, im Durchmesser unter den 3 cm liegen). Ich frage nun, gilt bei manchen Objekten auch die Breite?

Ganz kompliziert ist es bei Brillen. Je nach Design und je nachdem, wo man bei den Guckhilfen mit der Schieblehre ansetzt, kann man unterschiedliche Längen und Breiten der Bestandteile ermitteln, die Besorgnis erregen müssen. Sind also Brillenträger besonders kopftumorgefährdet?

Und kann jemand genauere Angaben zur Antennenwirkung künstlicher Gebisse machen? Könnte hier der tiefere Grund verborgen sein, warum unter den harten Mobilfunkgegnern so viele Senioren aufzufinden sind?

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Alte Behauptung neu aufbereitet

KlaKla, Samstag, 25.04.2009, 07:40 (vor 5034 Tagen) @ H. Lamarr

Bei dem Einfluss gepulster hochfrequenter Strahlungen auf den menschlichen Organismus lassen sich prinzipiell zwei Wirkungsweisen unterscheiden. Dies ist einmal der direkte Einfluss durch ständige Impulse auf Wellen mit gleicher Schwingungsfrequenz im menschlichen Körper und zweitens die indirekte Einwirkung über Antennen-Resonanz. Dabei ist die Wellenlänge der Hochfrequenzstrahlung entscheidend ist. Wie bei einer Rundfunkantenne wirken beim Menschen hier in der Länge von 1/4 der Wellenlänge Gegenstände am Körper (Ohrhänger, Brillen, Piercing usw.) und auch Körperteile selbst als Empfänger für die auftreffenden elektromagnetischen Wellen. Alles, was am oder im Körper die Länge von 8,4 cm (D-Netz) bis 3 cm (WLAN) hat, empfängt bevorzugt solche Strahlungen und leitet sie weiter. Auf viele Gelenke und Nervenenden trifft dies zu. Insbesondere Kinder haben hier noch andere Proportionen. Sie können deshalb für die Antennenwirkung bei solchen Strahlungen empfänglicher sein als Erwachsene.


Schon im Jahr 2003 verbreitete Geobiologe Dieter Kugler gleich lt. Behauptung.
"Der Mensch sei eine ideale Antenne; Brillen, Zahnspangen, Ketten oder Piercings fingen die elektromagnetische Strahlung regelrecht auf. Zudem reagiere der Mensch sensibler "als es die Grenzwerte vorgaukeln".

Ein bekannter Zahnarzt aus der Nähe von München griff die Sache auf und verunsicherte damit Eltern und Großeltern.

Das Karussell dreht sich weiter, nur die Fahrgäste sind andere.
Es gibt nichts Neues zu berichten und so greift man einfach in die Mottenkiste.

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Karussell, Piercing, Zähne, Zahnarzt, Mottenkiste, Kugler, Ohrringe, Brillen, Geobiologe

Zeitungsente oder persönliche Meinung

H. Lamarr @, München, Freitag, 24.04.2009, 22:47 (vor 5035 Tagen) @ H. Lamarr

Experimentelle Studien zu Piercings ergaben, dass diese – je nach Größe – verstärkend wie eine Art Empfangsantenne wirken können. Konkrete Gefahren für bestimmte Körperteile konnten die Wissenschafter daraus aber vorerst keine orten.

Von diesen "Studien" konnte ich keine einzige im Internet auftreiben, auch nicht im EMF-Portal. Also ist dies entweder eine Zeitungsente oder die persönliche Einschätzung von WBF-Mitglied Vana - worauf diese Quelle hindeutet:

Während laut WBF auch auf Augen, Ohren und Haut bislang keine negativen Effekte durch Funkstrahlung feststellbar sind, hält Vana eine stärkere Belastung bei Trägern von Piercings für möglich. «Je grösser die Metallteile sind, desto stärker können sie elektromagnetische Felder auf sich ziehen. Sie wirken dann wie eine Empfangsantenne.» Eine Gesundheitsgefährdung bestehe jedoch auch für Piercing-Träger bei derzeitigen Sendeanlagen nicht.

Auch der berühmt-berüchtigte Dr. Vogelsang, bekannt durch seine Rundmails mit Extremstandpunkten zu EMF, weiß selbstverständlich bestens über EMF und Piercings Bescheid, glaubt er zumindest. Wer sich Vogelsangs Eigenwerbung ansieht, im zugehörigen Posting nimmt sie ungefähr 50 % des Platzes ein, dem müsste eigentlich ein Licht aufgehen, warum der Mediziner sich so aus dem Fenster lehnt.


[Hinweis: Esowatch heißt jetzt PSIRAM.COM]

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Tags:
Psiram, IGUMED, Voglesang, Panikmache, Vana

Zeitungsente oder persönliche Meinung

Doris @, Freitag, 24.04.2009, 23:44 (vor 5035 Tagen) @ H. Lamarr

Experimentelle Studien zu Piercings ergaben, dass diese – je nach Größe – verstärkend wie eine Art Empfangsantenne wirken können. Konkrete Gefahren für bestimmte Körperteile konnten die Wissenschafter daraus aber vorerst keine orten.

Von diesen "Studien" konnte ich keine einzige im Internet auftreiben

Ich glaube ich weiß, was hier gemeint ist, mir ist da eine Studie in Erinnerung. Ausschließlich um Piercings ging es da nicht, aber um Metallschmuck im Gesicht.

Der Zeitungsartikel bezieht sich ja auf das Expertenforum 2009 und wie dort zu sehen, wurden diese Studien in die Bewertung einbezogen.

auch nicht im EMF-Portal.

stimmt nicht ;-)

Auf Seite 3 der Literaturliste ist die Arbeit von G.W. Whittow aufgeführt

"Über die Wirkungen rein metallischen Schmucks auf spezifische Absorptionsraten, die sich aus Flächen-beleuchtenden Funk-Geräten bei gewöhnlichen Handyfrequenzen ergeben."

Nun verstehe ich den Inhalt dieser Studie nicht unbedingt, aber dies ist die einzige bewertete Arbeit, die in Verbindung mit der Aussage gebracht werden könnte.

Absorbierte EMF neu im Kopf verteilen?

H. Lamarr @, München, Samstag, 25.04.2009, 00:18 (vor 5035 Tagen) @ Doris

Ich glaube ich weiß, was hier gemeint ist, mir ist da eine Studie in Erinnerung. Ausschließlich um Piercings ging es da nicht, aber um Metallschmuck im Gesicht.

Nachdem die Presse allein von "Piercings" schreibt, hatte ich (erfolglos) nach Piercing & EMF gesucht.

"Über die Wirkungen rein metallischen Schmucks auf spezifische Absorptionsraten, die sich aus Flächen-beleuchtenden Funk-Geräten bei gewöhnlichen Handyfrequenzen ergeben."

Nun verstehe ich den Inhalt dieser Studie nicht unbedingt, aber dies ist die einzige bewertete Arbeit, die in Verbindung mit der Aussage gebracht werden könnte.

Der Abstrakt macht Spaß, das mag Dr. Vogelsang begeistern, mir ist die Kernaussage zu nebulös: "Such pins increased the SAR averaged over a 1 g or 10 g mass by redistributing the energy absorbed inside the head and focusing this energy towards the area of the head nearest to the centre of the pin." Mit einer Neuverteilung (bereits) absorbierter Energie im Kopf kann ich nichts anfangen, denn wenn Energie absorbiert und in Wärme umgewandelt wurde lässt sich aus der Wärme keine EMF zum Neuverteilen - um die Mitte eines Piercingsteckers herum - zurückzaubern. Vielleicht kann ich M. Hahn dazu bewegen, uns ein plausibleres Wirkmodell zu verklickern.

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Tags:
Piercing, Absorption, Absorptionsrate Vogelsang

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