Interessenkonflikte: mal mit Augenklappe, mal mit Feldstecher (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 07.03.2022, 13:38 (vor 1468 Tagen) @ H. Lamarr

Der größte Störfaktor bei Messtrips von Laien dürfte jedoch nicht die Ungenauigkeit der Technik sein, sondern der Anwender, der mit den Geräten herum hantiert, ohne grundlegende Regeln der HF-Messtechnik zu beachten. Aus Hausnummern messen wird so die Ziehung von Lottozahlen, also ein Glücksspiel. Was manche E-Smog-Phobiker süchtig danach werden lässt – zur Freude der Hersteller dieser kleinen, schnuckligen und knatternden Glücksspielautomaten, mit denen man sich übrigens vor Publikum auch prima als illuminierter "Influencer" aufspielen kann.

Zwei Teilnehmer des Gigaherz-Forums sehen das ganz anders. Beide befürworten den EMF-Detektor Acousticom 2. Das Gerät (ein Modell mit LED-Anzeige) adressiert Käufer, die von Funkmesstechnik nicht die geringste Ahnung haben. Entwickelt wurde es von der Firma EMFields Solutions des britischen Mobilfunkkritikers Alasdair Philips, der auch "Scientific Director" des Anti-Mobilfunk-Vereins Powerwatch ist. Philips macht aus seinem Interessenkonflikt ebenso wenig ein Geheimnis wie hierzulande der erste Diagnose-Funk-Vorsitzende Jörn Gutbier, der baubiologische Dienstleistungen offen anbietet. Die Anti-Mobilfunk-Szene duldet dies widerspruchslos. Sie reagiert hingegen hypersensibel, wittert sie auf der "Gegenseite" auch nur den Hauch eines tatsächlichen oder vermeintlichen Interessenkonflikts.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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