Umgang mit abseitigen Ansichten von Rebekka Meier (Medien)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 15.10.2020, 22:53 (vor 464 Tagen) @ H. Lamarr

Wissenschaftsjournalismus

»Die Wahrheit liegt allein in der Wahrheit«

Wie sollten die Medien mit "alternativen Fakten" umgehen? Dokumentarfilmer Dirk Steffens bezieht klar Position: "Zu glauben, man müsse auch abseitigen Ansichten eine Plattform bieten, ist ein journalistischer Kernfehler." weiter ...

Wie man mit abseitigen Ansichten definitiv nicht umgehen sollte, zeigte das Schweizer Boulevardblatt "Blick" am 4. Oktober 2020 mit dem Artikel:

Strahlengegner greifen Sommaruga an
Der 5G-Streit eskaliert

Bundesrätin Sommaruga setzt auf neue Antennen. Die Strahlengegner greifen sie dafür in einem offenen Brief an.

Warum Mobilfunkgegner so auffällig gerne "Offene Briefe" schreiben, darüber habe ich meine Einschätzung hier im Forum bereits kund getan. Absenderin des aktuellen Offenen Briefes ist die Uhrmacherin Rebekka Meier aus Grenchen bei Zürich, die sich als Sprachrohr für 35 Bürgerinitiativen gegen Mobilfunk betätigt. Das Abseitige ist hier eine selbstgewisse Uhrmacherin, die sich als Jungfrau von Grenchen dazu berufen sieht, einen Tross völlig desorientierter Laien anzuführen, und die allen ernstes glaubt, mit ihrer dilettantischen 5G-Risikoeinschätzung gegen die Stimmen von anerkannten Fachleuten und Wissenschaftlern anstinken zu können. Das ist so realsatirisch, wie Kuhdung in Zentraleuropa als Schirmmaterial gegen HF-Elektrosmog zu preisen.

Doch weil der Boulevard ohne das Abseitige nicht auskommt und mit Wissenschaft nichts am Hut hat, hat er sich eiskalt der Jungfrau von Grenchen bedient. Der ganze Boulevard? Nein, nur "Blick", sonst ist niemand auf den dummen Offenen Brief der unerträglich selbstgewissen Uhrmacherin hereingefallen. Das relativiert die abseitige Angelegenheit auf ein erträgliches Maß, macht die planmäßige Verfehlung des "Blick" jedoch nicht besser.

Im Gigaherz-Forum versucht seit 14. Oktober ein anonymer Teilnehmer "Peter W." den einsamen Fehltritt des "Blick" für eine Minikampagne zu nutzen, indem er dazu anstachelt, den "Blick"-Artikel zu kommentieren. Eine einfältige Idee. Denn die Art und Weise, wie der Hetzer seiner Idee Gestalt gibt macht deutlich, er hält Mobilfunkgegner für doof.

Stand jetzt (Datum des Postings) hat der "Blick"-Artikel 15 Kommentare, der jüngste ist vom 5. Oktober 2020. Heißt: So doof sind selbst Mobilfunkgegner nicht, dass sie jedem Rattenfänger folgen. Eine glaubensstarke Jungfrau oder ein unbeirrbarer Greis muss es schon sein :yes:.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Boulevardzeitung, Kampagne, Blick, Meier, Sommaruga


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