Behandlung von MCS & EHS: Bayern muss Konzept umsetzen (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Samstag, 27.06.2020, 23:51 (vor 15 Tagen)

Wichtiger Etappensieg für MCS und EHS im Bayerischen Landtag.

Beschluss des Bayerischen Landtags (Drucksache 18/7485) vom 24. April 2020 auf Antrag von CSU und Freie Wähler.

Umweltassoziierte Erkrankungen

Die Staatsregierung wird aufgefordert, die Umsetzung eines Konzepts zur Behandlung von Menschen, die an umweltassoziierten Erkrankungen (z.B. Multiple Chemikalien-Sensitivität – MCS, Elektrosensibilität – EHS etc.) leiden, im Rahmen der vorhandenen Stellen und Mittel einzuleiten.

Dabei sind folgende Maßnahmen von großer Bedeutung:

► die Erstellung eines regelmäßig zu aktualisierenden Verzeichnisses durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) – mit Anlaufstellen und Spezialisten, die mit dem Thema umweltassoziierte Erkrankungen vertraut sind.

► die Anregung an Universitätsklinika zur Schaffung „Medizinischer Kompetenzstellen“ (mit jeweils einem Arzt plus Sekretariat) in den Ambulanzen für Umweltmedizin Erlangen, München und künftig Augsburg sowie Anwendung der Erkenntnisse und Methoden der praktisch-klinischen Umweltmedizin.

► die Ausweitung der Forschung zu umweltassoziierten Symptomkomplexen (z.B. MCS, EHS) z.B. an den „Medizinischen Kompetenzstellen“.

► der Ausbau der ärztlichen Fortbildungen im Bereich der Umweltmedizin.

► im Sinne der Barrierefreiheit die Prüfung geeigneter Maßnahmen verschiedener Art zur Erleichterung der Meidung der auslösenden Faktoren unter Einbeziehung von Betroffenenvertretern.

Darüber hinaus wird die Staatsregierung aufgefordert zu prüfen, ob mittelfristig ein zentrales Kompetenzzentrum die Versorgung verbessern würde. Auch soll sie sich auf Bundesebene dafür einsetzen, die Umweltmedizin im Leistungskatalog der Krankenkassen aufzuwerten. So sollen beispielsweise fünf Basisleistungen für umweltassoziierte Symptomkomplexe – wie etwa MCS – eingeführt werden.

Hintergrund
- Multiple Chemikaliensensitivität (MCS), Drucksache Nr. 18/5308 vom 24.01.2020, Schriftliche Anfrage BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- Umwelterkrankungen, Drucksache 17/13175 vom 02.12.2016, Schriftliche Anfrage BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kommentar
Erst im November 2019 bestellte das Maximilianeum auf Antrag von CSU und Freie Wähler bei der Bayerischen Staatsregierung eine Globulistudie (Drucksache 18/4640). Diese soll Auskunft geben, ob mit alternativmedizinischen Methoden und ggf. ergänzend verabreichten homöopathischen Präparaten ein reduzierter Antibiotikaeinsatz im medizinischen Bereich realisiert werden kann, um Todesfälle durch multiresistente Keime zu vermeiden. Bayern belustigte mit diesem Beschluss die Bundesrepublik von Flensburg bis Berchtesgaden, beispielsweise spottete in der "Zeit" ein Glossist Globukalypse now! Die Gunst der Stunde infolge der Coronakrise nutzend landeten die beiden Regierungsparteien im Landtag ihren nächsten Coup im April 2020 hingegen öffentlich gänzlich unbemerkt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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