Auch Amazon und Intel forschen an SAR-Näherungssensoren (Technik)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 14.05.2019, 23:42 (vor 5 Tagen) @ H. Lamarr

Smartphones und Tablets können nicht wissen, wenn sie in Körperkontakt kommen und z.B. auf einem Oberschenkel liegen. Deshalb nennen viele Benutzerhandbücher kleine Sicherheitsabstände zum Körper, die beim Gebrauch einzuhalten sind. Doch die Wenigsten halten sich daran. Für Mobilfunkgegner ist dies immer wieder eine gute Gelegenheit, mit erhobenem Zeigefinger vor Krebsrisiken zu warnen. Aber nicht mehr lange: SAR-Sensoren in Smartphones und Tablets können die Sendeleistung der Geräte automatisch reduzieren, sobald sie in Körperkontakt kommen. Apple nutzt diese Technik bereits seit dem iPhone 5S in diversen Modellen.

Man möchte es nicht für möglich halten, aber sogar Internethändler Amazon forscht mit einer Tochterfirma (Amazon Technologies Inc.) an SAR-Näherungssensoren. Die Patentschrift Proximity sensor and antenna system arrangement for metal housing gibt interessante Einblicke. So erlaubt die US-Aufsichtsbehörde FCC bei SAR-Messungen an Tablets, die im Gegensatz zu Mobiltelefonen mit 0 Millimeter Distanz durchgeführt werden müssen, dann SAR-Grenzwertüberschreitungen, wenn ein Tablet mit einem SAR-Sensor ausgestattet ist. Auf diese Weise kann ein Tablet, das auf einem Tisch betrieben wird, mit hoher Sendeleistung arbeiten (z.B. auch bei W-Lan), und so gute Verbindungsqualität gewährleisten. Liegt das Tablet hingegen auf den Oberschenkeln, bewirkt der SAR-Sensor automatisch die grenzwertkonforme SAR-Reduzierung.

Auch Intel hat sich für eine ähnliche Applikation ein Patent gesichert: Communication devices having an energy management interface.

Noch haben SAR-Sensoren in Smartphones nicht Fuß gefasst. Andere Sensoren jedoch schon. Optische Näherungssensoren funktionieren mit Infrarotlicht. Sie dienen dem Zweck zu erkennen, ob ein Smartphone ans Ohr gehalten wird. Ist dies der Fall, bewirkt der Sensor die automatische Abschaltung des Displays (Energieeinsparung) und die Sperre der Bildschirmtastatur, damit ein Hautkontakt (Ohr, Wange) von dieser nicht irrtümlich als Eingabeanforderung verstanden wird.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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