5G: Ex-Elektriker erwartet sprunghaften Anstieg bei Hautkrebs (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 05.12.2018, 23:42 (vor 347 Tagen)

Auszug aus gigaherz.ch vom 5. Dezember 2018:

FAZIT: Ein sprunghaftes Ansteigen von Hautkrebs bei Erwachsenen muss bei der Einführung von 5G nicht nur befürchtet, sondern geradezu erwartet werden.
Unsere Forderungen: Einführung von 5G sofort stoppen.
Und
Die Installation von WLAN-Routern für den Informatik-Unterricht an Schulen ist sofort zu verbieten. Informatik soll nur noch über LAN-Kabel erfolgen.

Kommentar: Was unseren Ex-Elektriker so in Aufruhr bringt ist eine vom eidgenössischen Bundesamt für Statistik herausgegebene Krebsstatistik für die Schweiz. Doch die Aufruhr ist hausgemacht, denn Gigaherz-Jakob hat noch immer nicht begriffen, dass für statistische Vergleiche, egal ob interregionale oder intertemporale, nicht die Absolutwerte der Inzidenz verwendet werden dürfen, sondern altersstandardisierte Inzidenzraten – im vorliegenden Fall gültig für die Europabevölkerung – verwendet werden müssen. Warum das so schwierig zu begreifen ist kann ich nicht nachvollziehen, im Web gibt es viele gute Quellen, die anschaulich erklären, warum diese Standardisierung nötig ist. Wie dem auch sei, dieser bekannte Kunstgriff der Statistiker ist jedenfalls die simple Erklärung für das, was Gigaherz-Jakob gleich zu Beginn seines unsagbar dummen Originalbeitrags (Passage "Bild 2 oben") so rätselhaft vorkommt. Es ist nicht zu fassen: Der Mann erkennt seine eigenen Verständnisdefizite nicht und lastet die daraus resultierenden Unstimmigkeiten, die keine sind, anderen an.

Dass auch seine übrigen Ausführungen von gottgefälliger Einfalt sind, die mich sichtlich in Rage versetzt, brauche ich hoffentlich nicht weiter ausführen. Jeder, der seine fünf Sinne noch beisammen hat, muss dies mMn erkennen können. Ich mache es mir daher im Fall der zunehmenden Hautkrebsrate einfach und zitiere lediglich auszugsweise, was das BFS dazu sagt:

Für den markanten Anstieg an Hautmelanom in der Schweiz und auf der ganzen Welt sind hauptsächlich zwei Phänomene verantwortlich: Zum einen hängt die Zunahme damit zusammen, dass Sonnenbaden im Trend liegt. Zum anderen werden mehr Nävi (Muttermale) entnommen und systematisch pathologisch untersucht. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung eines Melanoms ist die UV-Strahlung und insbesondere die UV-B-Strahlen des Sonnenlichts, von Bräunungslampen oder Solarien. UV-Strahlen beschädigen die DNS der Haut, vor allem bei einer hohen Strahlenbelastung (Sonnenbrand) in der Kindheit. Je heller die Haut, je intensiver die Exposition und je weniger die Haut geschützt ist, desto höher ist das Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Deshalb erstaunt es nicht, dass die Schweizer Bevölkerung, die eine helle Haut besitzt, besonders gefährdet ist.

Ethnie und Hautfarbe sind wichtige Risikofaktoren. Bei weissen Bevölkerungen besteht ein durchschnittlich zehnmal höheres Hautkrebsrisiko als bei schwarzen oder gemischten Bevölkerungsgruppen, die durch einen hohen Anteil an Melanin (Hautpigment) in der Haut geschützt sind. Gefährdet sind auch Personen mit zahlreichen Nävi. In den meisten Fällen wird ein Muttermal nicht zu einem Melanom; fast alle Melanome entwickeln sich jedoch aus bestehenden Muttermalen.

Gigaherz-Jakob kümmert es nicht, was das BFS schreibt, er faselt stattdessen etwas von Wellenlängen und Energie, die "auf der menschlichen Haut haften bleibt" [Hilfe, wo bitte ist mein Riechsalz!]. Dass die in den Hautschichten absorbierte Energie elektromagnetischer Wellen erstmal nur die Umwandlung in Wärme statt Krebs bedeutet, was auch therapeutisch genutzt wird, ist dem Ex-Elektriker ebenso wurscht wie der Unterschied zwischen ionisierender und nichtionisierender Strahlung. Jakob schürt Ängste vor 28-GHz-Immission mit 11 mm Wellenlänge, dabei beginnt ionisierende Strahlung erst bei Wellenlängen kürzer als 250 nm, das ist 44'000-mal weniger als 11 mm.

Bislang beschwörte der Ex-Elektriker unermüdlich die Krebsgefahren von Kurzwellen, Ultrakurzwellen und den Zentimeterwellen des Mobilfunks für Hirn, Herz, Lunge, Leber, Brust und Fortpflanzungsorgane. Er könnte jetzt jubeln, denn dieses Risiko gibt es bei Mikrowellen von >28 GHz nicht mehr, weil diese nicht tief genug in den Körper eindringen können. Doch Jakob jubelt nicht, jetzt malt der notorische Hetzer den Hautkrebsteufel an die Wand – ohne Sinn und Verstand.

Hans-U. Jakob ist aus meiner Sicht eine gesellschaftliche Belastung. Am meisten ärgere ich mich freilich über mich selbst. Weil ich sein unsagbar dummes Geschwätz nicht einfach so gelassen ignorieren kann, wie es der Rest der Welt schon lange praktiziert. Ich werde wohl noch viel dran arbeiten müssen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Jakob, Querulant, Scheinriese, Elektriker, Halbwissen, Störfaktor


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