5G wird kleine Insekten stärker exponieren (Forschung)

H. Lamarr @, München, Freitag, 17.08.2018, 21:57 (vor 2134 Tagen)

Kleine Insekten werden von künftigen Funksignalen mit Frequenzen zwischen 6 GHz und 120 GHz bei gleicher Feldstärke stärker exponiert, als bei Funksystemen mit Frequenzen kleiner 6 GHz. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Exposure of Insects to Radio-Frequency Electromagnetic Fields from 2 to 120 GHz" (Exposition von Insekten bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von 2 bis 120 GHz), die im Volltext <hier> zu lesen ist.

Ursache der stärkeren Exposition ist allein die geringe Größe der Insekten, die bei hohen Frequenzen in der Größenordnung der Wellenlänge der Funksignale liegt oder von ganzzahligen Bruchteilen (z.B. ½) dieser Wellenlängen. Trifft diese Bedingung zu, kommt es zu Resonanz, d.h. die Insekten entnehmen dem Funkfeld erheblich mehr Leistung als wenn die Resonanzbedingung nicht gegeben ist.

Gemäß der Studie erhöht sich die absorbierte Leistung im Bereich von 2 GHz bis 6 GHz mit zunehmender Frequenz für alle untersuchten Insekten (8 mm langer Käfer, 55 mm lange Heuschrecke, 5 mm große australische stachellose Biene, 11 mm große westliche Honigbiene). Die absorbierte Leistung durch die Heuschrecke, dem größten Studienobjekt, nahm bei Frequenzen > 6 GHz mit weiter zunehmender Frequenz wieder geringfügig ab, blieb aber höher als bei 2 GHz und 3 GHz. Die westliche Honigbiene zeigte bis zu 12 GHz einen Anstieg der Leistungsaufnahme, gefolgt von einem leichten Rückgang bis 120 GHz. Die absorbierte Leistung blieb dabei mindestens 10-mal höher als bei Frequenzen < 6 GHz. Die kleinere australische Biene zeigt eine Zunahme der Leistungsaufnahme bis 60 GHz, danach eine geringfügige Abnahme bis 120 GHz. Der Käfer schließlich nahm bis 24 GHz mehr Leistung mit zunehmender Frequenz auf, danach fiel die Leistungsaufnahme auch bei ihm mit weiter zunehmender Frequenz wieder leicht ab.

Menschen reagieren ebenso wie die Insekten auf eine EMF-Exposition mit Resonanz, jedoch bei 100- bis 1000-mal niedrigeren Frequenzen als bei dem Insektenexperiment. Der aktuelle Studienbefund eignet sich daher nicht, um Ängste gegenüber 5G in der Bevölkerung zu wecken. Inwieweit Insekten später tatsächlich von Frequenzen im Bereich 6 GHz bis 120 GHz betroffen sein werden ist gegenwärtig völlig unklar. Die Vorstellung von Rundstrahl- oder Sektorantennen, die auf Hausdächern flächendeckend die Umgebung exponieren wie dies heute der Fall ist, wird bei den hohen Frequenzen mit Sicherheit nicht mehr zutreffend sein.

Bei der Studie kam kein Insekt zu Schaden. Anstelle lebender Tiere kamen numerische Simulationsmodelle zum Einsatz.

Hintergrund
Insektensterben, Hauptverdächtiger Elektrosmog ausgemacht!

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Insekten


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