Wie gefährlich ist Mobilfunk wirklich? (Medien)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 19.07.2017, 18:47 (vor 869 Tagen)

Wie gefährlich ist Mobilfunk wirklich?, fragt die Luzerner Zeitung im Ressort "Wirtschaft". Dann dürfen Martin Röösli und Edith Steiner ein paar Sätze sagen.

Der Artikel beantwortet die in der Titelzeile gestellte kühne Frage selbstverständlich in keiner Weise. Er kann es nicht, denn die Nuss ist taub. Wäre es so schön einfach, die unsägliche Mobilfunkdebatte wäre bereits vor zehn Jahren versandet. Seriöse Medien würden derart reißerische Titel, die unerfüllbare Erwartungen wecken, nicht bringen. Seriöse Medien lassen von diesem interessenverseuchten Thema ohnehin weitgehend die Finger. Der Boulevard jedoch nicht, schon gar nicht wenn das Sommerloch ungeniert Drittklassiges durch die Sperrfilter der Redaktionen drücken darf.

Artikel wie dieser sind wertlos. Das vorliegende Exemplar täuscht eine Patt-Situation vor, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Gegenüber dem Wissenschaftler Röösli mit Frau Steiner eine Umweltärztin als Gegenstimme in die Waagschale zu werfen, ist der nächste Fehler. Jeder weiß, Äpfel (Wissenschaftler) dürfen nicht mit Birnen (Umweltärztin) verglichen werden (Kompetenzgefälle), zumal Frau Steiner einem nicht genannten Interessenkonflikt unterliegt: Die Umweltmedizin verdient an Umweltkranken auch dann, wenn diese lediglich Wahnvorstellungen haben und kein Kausalzusammenhang zu einer Umwelteinwirkung ersichtlich ist. Dritter Fehler: Sich willkürlich eine von 25'000 Studien herauszugreifen und dann zu kolportieren, Kälberblindheit trete gehäuft in unmittelbarer Nähe zu Mobilfunkantennen auf, zeugt von Dilettantismus. Wissenschaft ist ein kumulativer Prozess, es zählt die Summe, nicht das Einzelteil, das zudem im Fall Kälberblindheit alles andere als so gesichert ist, wie es der Autor des Artikels hinstellt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Fehler, Kausalzusammenhang, Boulevardpresse, Patt, Röösli, Kolportage, Steiner


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