Antwort vom IZgMF: Probleme mit Winkelscheibe (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 31.08.2015, 23:23 (vor 1633 Tagen) @ H. Lamarr

Guten Tag,

Hallo Frau XXXXXXXXX!

ich bin heute auf Ihre Internetseite gestoßen und habe mich sehr gefreut, dass es noch mehr Menschen gibt die meine Ansichten teilen.

Wenn Sie damit meinen, wir wären überzeugte Mobilfunkgegner, muss ich Sie enttäuschen. Wir waren das nur solange, bis die Widersprüche der Anti-Mobilfunk-Szene nicht mehr überbrückbar waren. Mehr dazu hier.

Wir suchen bei uns in Hamburg schon ganz lange eine Wohnung, dies ist gerade in einer Metropole ziemlich schwer. Fast immer befindet sich in nahem Umkreis ein fetter Mobilfunkmast.

Stimmt. Wir haben einen Sendemasten in 16 Meter Abstand auf dem Nachbardach und einen in 90 Meter Abstand auf Augenhöhe. Die machten uns viel Angst. Heute wissen wir: Kein Grund zur Sorge, wenn vom Mobilfunk ein Risiko ausgeht, dann nicht von den Masten, sondern von den Handys. Das ist Stand der (seriösen) Forschung.

Ich bin dann auf Ihren Artikel mit der Winkelscheibe bei Google Earth gestoßen. Ich habe nun fast2 Stunden versucht eine Winkelscheibe einzufügen es funktioniert einfach nicht. (Ich muss vielleicht dazu sagen dass ich nicht sehr Computer visiert bin).

Ouups, dann ist die Beschreibung zur Winkelscheibe wohl nicht so gut wie ich dachte :-(.

Wir haben nun endlich 2 Zusagen für eine Wohnung bekommen. (Der nächste Mast ist ca. 300- 400m entfernt Jürgensallee xx, Hamburg) und (Einmal c.a 1 km Urenfleet xx ,Hamburg)
Wäre es Ihnen irgendwie möglich diese Messung für mich auszuführen?
Ich bezahle Ihnen das notfalls auch.

Nein, Sie brauchen nichts zu bezahlen, mir genügt die Aussicht, Ihnen ein bisschen von der Angst zu nehmen, die Sie plagt. Uns plagte 2002 dieselbe Angst, als der Mast auf dem Nachbardach errichtet wurde und unsere damals kleinen Kinder unterm Dach schliefen. Alle drei sind mit dem Masten groß geworden, gesund und munter. Und dumm wurden sie ebenfalls nicht, wie man uns gewarnt hatte, zwei studieren (Betriebswirtschaft & System Engineering), der dritte will es ihnen gleich tun.

Der nächstgelegene Sendemast an der Jürgensalle ist rd. 370 Meter von der geplanten Wohnung entfernt. Die in Richtung der Wohnung gehenden Hauptstrahlrichtungen (HSR) erkennen Sie im angefügten Bild JAxx.jpg (rote Linien).

[image]

Keine Antenne zeigt direkt auf die Wohnung, am nähesten kommt noch die Antenne mit 85 ° HSR, doch das ist nur eine einzige (im Gegensatz zur 60 °-HSR, da sind es vier Antennen). Wenn ich es in Google Earth richtig gesehen habe, steht an der Jürgensallee xx kein Hochhaus, d.h. die Wohnung liegt wahrscheinlich ebenerdig. Das sind günstige Bedingungen (je erdnäher, desto besser), aus meiner Sicht können Sie bedenkenlos dort einziehen. Auf halber Strecke zwischen Wohnung und Sendemast liegt ein Messpunkt der BNetzA, zuletzt wurde dort 2007 eine Grenzwertausschöpfung (Mobilfunk) von nur 0,00835 Prozent gemessen, also praktisch Nichts. Greifen Sie zu, bevor's ein anderer tut.

Der nächstgelegene Sendemast zu Urenfleet ist rd. 1100 Meter weit von dem geplanten Haus weg. Die in Richtung des Hauses gehenden Hauptstrahlrichtungen erkennen Sie im angefügten Bild UFxx.jpg.

[image]

In der 180 °-HSR "zielen" zwar zwei Antennen auf das Haus, wegen des großen Abstands sehe ich jedoch auch hier keinerlei Problem. Sie können aus meiner Sicht auch dort völlig unbesorgt einziehen.

Vielleicht hilft Ihnen das weiter, meine Ausführungen zu akzeptieren: In München haben wir rund 1200 Standorte mit Sendemasten, die Anzahl der Antennen liegt derzeit bei etwa 7000. In diesem Umfeld leben 1,3 Mio. Menschen und nichts deutet darauf hin, dass es denen wegen Mobilfunk in welcher Weise auch immer schlechter geht als zuvor. So ist z.B. die Krebsinzidenz in München rd. 25 Jahre nach Einführung des Massen-Mobilfunks im Gegensatz zu früher nicht etwa gestiegen, sondern sogar leicht gefallen.

Ich weiß, es ist nicht leicht, mit der Angst vor Elektrosmog fertig zu werden, zumal alle, die Mobilfunkgegnern nicht nach dem Mund reden, pauschal als bezahlte Verharmloser hingestellt werden. Auch meine Frau und ich haben all diesen Blödsinn eine zeitlang tatsächlich geglaubt. Wegen der vielen Widersprüche haben wir jedoch angefangen, uns selber kritisch zu informieren, denn nur wer nichts weiß, muss alles glauben, was einem erzählt wird. Ich empfehle Ihnen daher dringend, sich nicht bei befangenen Laien zu informieren, sondern bei Leuten, deren Job es ist, auf unsere Gesundheit zu achten. Das sind z.B. die Gesundheitsämter, die Landesämter für Umwelt und das Bundesamt für Strahlenschutz. Dort bekommen Sie in aller Regel neutrale fachkundige Auskünfte, ohne dass verdeckte materielle (Geld) oder immaterielle Interessen (Geltungsdrang) mit hineinspielen, wie dies meiner Erfahrung nach bei vielen öffentlich wahrgenommenen Mobilfunkgegnern der Fall ist. Fragen Sie sich bei Mobilfunkgegnern bitte ganz einfache Dinge: Warum tut der das, welchen Nutzen hat er davon und welche Qualifikation hat er, das zu sagen, was er sagt? Uns hat dies sehr geholfen, die Angst zu verlieren. Denn was dabei zum Vorschein kam, war alles andere als ehrenhaft und selbstlos.

Kurz gesagt: Wäre ich an Ihrer Stelle, ich würde das Thema "Elektrosmog" ausblenden und mir von den beiden Wohnungen die für mich beste nach anderen Kriterien raussuchen. Ich würde wahrscheinlich die Jürgensalle bevorzugen, da ist Airbus mit seinen Flugzeugen weiter weg ;-).

Viel Glück im neuen Heim!
IZgMF

[Hinweis: Die Adressatin hat sich auf unsere Antwort hin nicht mehr gemeldet. Hat er mal wieder Recht gehabt, mein Bauch. Egal, damit die Mühe nicht ganz für die Katz' war, stelle ich den Vorgang als konkretes Beispiel eines Anfrage-Antwort-Pingpongs ein, um zu zeigen, was sich da so abspielt]

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Anfrage, Grenzwertausschöpfung, Winkelscheibe


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum