Elektrosensibel bei <0,5 Promille Grezwertausschöpfung (Berichtigungen)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 01.07.2015, 23:14 (vor 1544 Tagen) @ Alexander Lerchl

Hervorragende Recherche, vielen Dank! Das wird ein weiteres Highlight in meinen Vorlesungen.

Dann sollten Sie mit einem Satz auch noch die folgende Fortsetzung erwähnen:

[image] Die beiden grünen Punkte in der Karte der BNetzA sind bekanntlich amtliche Messpunkte. Dort wurde also mal von einem Fachmann die Immission am Erdboden gemessen. Im konkreten Fall wurde unmittelbar vor Prof. Richters Haus am 12. Januar 2012 gemessen. Amateurfunk, Betriebsfunk, Datenfunk, Rettungsfunk und Rundfunk bewirkten damals eine Grenzwertausschöpfung von 0,787 Prozent. Das ist verdammt wenig. Noch viel schwächer ist mit 0,0409 Prozent die Mobilfunkimmission gewesen, die aus Sicht des Literaturprofessors ganz allein den Buchenwald vor seiner Tür auf dem Gewissen hat.

Interessant ist der zweite Messpunkt vom 27. Juni 2005, der so ziemlich genau auf der 90-Grad-HSR liegt und vom Bauchgefühl her höhere Werte zeigen müsste. Tut er aber nicht: Rundfunk und Co. schlugen damals mit 0,79 Prozent zu Buche, Mobilfunk nur mit 0,00878 Prozent!

Mobilfunkgegner Richter könnte seinen Nachbarn jetzt Angst machen und dramatisieren, die Mobilfunkimmission in der Wohngegend dort habe von 2005 auf 2012 um mörderische 465 Prozent (Faktor 4,65) zugenommen. Das wäre noch nicht einmal gelogen. Da dieser vermeintlich erhebliche Zuwachs jedoch auf sehr niedrigem Niveau stattfand (von 0,00878 Prozent auf 0,0409 Prozent) bleibt von dem Höllenhund bei Licht betrachtet nur ein Zwergpinscher übrig.

Fazit: Sogar einen Literaturprofessor sollte eine Grenzwertausschöpfung von weniger als einem halben Tausendstel des erlaubten Werts draußen vor seinem Haus beruhigen (drinnen noch viel weniger). Doch wahrscheinlich braucht Herr Richter meine Hilfe gar nicht. Denn seit seinem öffentlichen Bekenntnis, er reagiere auf EMF, sind sieben Jahre verstrichen, ohne dass ein Wohnsitzwechsel stattgefunden hat. Kann dann wohl nicht so schlimm sein, darf der unbeteiligte Beobachter mutmaßen. Ein Präzedenzfall aus München stützt diese Mutmaßung.

Schade, dass Herr Richter kein Naturwissenschaftler ist oder wenigstens Elektrotechniker, ich könnte mir vorstellen, dass bei ihm dann alles ganz anders und vor allem besser gekommen wäre.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Grenzwertausschöpfung, Auszug, Bauchgefühl


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