Infraschall: Gut, dass wir keine Dickhäuter sind (Allgemein)

Gast, Donnerstag, 11.06.2015, 13:22 (vor 2732 Tagen) @ Kuddel

Allerdings muss ich zugeben, daß diesmal Ursache zu möglicher Wirkung "plausibler" erscheint, als beim Thema Elektrosmog.

Ja, Infraschall ist gefährlich. Aber erst oberhalb der Grenzwerte für beruflich Exponierte - dann ist Infraschall nicht ohne! Da unterscheidet sich Infraschall nicht von anderen Grenzwertüberschreitungen, etwa bei EMF oder hörbarem Schall.

Es gibt Leute mit tiefer Hörschwelle, die dann eventuell etwas hören, wenn andere noch nichts hören. Das kann lästig sein und auch zu Stress führen - aber wo ist da der Unterschied zum Lärm von Autobahnen, Baustellen, Flughäfen? Im Vergleich dazu sind Windräder noch leise. Die sind nur zu Beginn ungewohnt, die anderen Geräusche haben wir längst akzeptiert. Die meisten Menschen aber haben eine ganz normale Hörschwelle und hören deshalb nichts oder bilden sich das nur ein (Nocebo, Erwartungshaltung).

Man möchte meinen, Tiere wie Marder (auch Nerz ist eine Marderart) würden unter Infraschall durchdrehen - viele Tiere haben einen ganz anderen Frequenzgang ihrer Hörorgane als der Mensch. Hier aber steht, dass der Hörbereich von Frettchen (marderartig, Gattung Mustela = Marder) 36 Hz bis 44 kHz beträgt. Ein hellhöriger Mensch kommt auf 20 Hz bis 20 kHz. Also ist für tiefe Frequenzen der Mensch empfindlicher, für hohe der Marder. Deswegen arbeiten Geräte vom Typ "Marderschreck" immer mit Ultraschall und nicht Infraschall. Wirkt auch gegen Katzen, Hunde, Füchse, Mäuse, Ratten und Maulwürfe. Und ist Tierquälerei. Andererseits kommunizieren Elefanten mit Infraschall.

Zwei gute Paper:

- Wind turbines and human health (2014)
- Infraschall und tieffrequenter Schall – ein Thema für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz in Deutschland? (2007)

Tags:
Infraschall


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum