BUND & Mobilfunk: Ängste schüren wo immer es geht (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 27.05.2015, 11:40 (vor 1662 Tagen)

Pünktlich zum heutigen Versteigerungsbeginn von Mobilfunklizenzen meldete sich gestern der BUND mit einer Presse-Mitteilung zu Wort, die mit offener und verkappter Besorgnis den bekannten Standpunkt des BUND repetiert. Von einer qualifizierten Verlautbarung kann mMn keine Rede sein, deshalb habe ich mir erlaubt, einige Passagen der Presse-Mitteilung zu kommentieren. Die mir aufgefallene verdeckte Polemik habe ich in Zitaten fett markiert.

Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen: Mehr Elektrosmog durch neue Sendeanlagen

Soso, um Sendeanlagen geht es dem BUND also erstrangig. Sinnigerweise zeigt das Schmuckbild der Original-Presse-Mitteilung jedoch keinen Sendemasten, sondern ein Handy am Ohr. Sendeanlagen sind nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand harmlos im Vergleich zu Handys. Der BUND befeuert wieder einmal die Interessen seiner baubiologischen Mitglieder und mahnt am falschen Ende. Nur mit Angst vor Sendemasten lässt sich das große Geld machen.

Berlin: Anlässlich der morgen beginnenden Versteigerung neuer Funkfrequenzen warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor einer weiteren Zunahme der Elektrosmogbelastung in Deutschland.

Eine rein polemische Behauptung ohne qualitative Begründung.

"Da geeignete Schutzvorschriften fehlen, belastet die oftmals sorglose Anwendung insbesondere von Smartphones und Tablets zunehmend deren Nutzer. Davon ausgehende Umwelt- und Gesundheitsrisiken dürfen nicht länger ignoriert werden. Bevor neue Frequenzen vergeben werden, muss eine Strategische Umweltprüfung durchgeführt werden", sagte der BUND-Mobilfunkexperte Bernd Rainer Müller.

Aus meiner Sicht nur eines: Blödsinn. Müller suggeriert, es gäbe keine wirksamen Grenzwerte und schwurbelt Sprechblasen, mit denen der BUND in irgendwelche Entscheidungsprozesse eingebunden werden soll. Dabei ist es schon schlimm genug, dass der BUND am "Runden Tisch" des BfS einen Platz hat.

Über mögliche Langzeitwirkungen der Mobilfunkstrahlung sei erst wenig bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe die Strahlung jedoch bereits als potentiell krebserregend eingestuft. Müller: "Um mögliche Umwelt- und Gesundheitsschäden zu vermeiden, dürfen die Funknetze nicht noch weiter ausgebaut werden. Es gibt bereits strahlungsarme und gesundheitsverträglichere Kommunikationstechniken, deren Anwendung muss verstärkt vorangetrieben werden."

Herr Müller bedient sich derselben Vernebelungstaktik, die auch der Ex-Tabaklobbyist Franz Adlkofer gebraucht: Er vermeidet die Nennung der Emissionsquelle (Sendemast oder körpernahes Endgerät) und verallgemeinert zu "Mobilfunkstrahlung". Dadurch lassen sich in der Bevölkerung unbegründete Ängste besser schüren, das nicht restlos auszuschließende Gesundheitsrisiko durch Handys beziehen Laien infolge der gezielten Desinformation irrtümlich auf Sendemasten.

Immissionsärmere Kommunikationstechniken hat die Bundesregierung schon vor vielen Jahren mit dem Projekt "Miniwatt" erkunden lassen, sie sind bekannt. Eine objektive Notwendigkeit zur Anwendung gibt es nicht.

Vor Strahlungseinwirkungen müssten vor allem Kinder besser geschützt werden, verlangte der BUND-Experte. Leider gebe es dafür in Deutschland noch keine entsprechenden Vorschriften.

Natürlich, der Hinweis auf die lieben Kleinen darf nicht fehlen. Damit Opas und Omas und die Eltern sowieso in den Funkloch-Zug des BUND einsteigen. BfS und WHO haben ohne Zutun des BUND schon vor längerem Forschungsschwerpunkte bei Kindern gesetzt, bislang blieben die von einigen sehnlichst erwarteten alarmierenden Erkenntnisse (z.B. mehr Hirntumoren bei Kindern) jedoch aus.

"Um Kinder und Heranwachsende vom Telefonieren mit Handys möglichst abzuhalten, gibt es in Belgien ein Verbot für Werbung, die sich an sehr junge Altersgruppen wendet. In Frankreich gibt es ein WLAN-Verbot in Kindergärten. Werbung für Mobiltelefone, die sich an Kinder unter 14 Jahren richtet, ist dort ebenfalls untersagt. Deutschland muss diesen Ländern folgen und vor allem Kinder vor den möglichen Risiken der Mobilfunkstrahlung schützen", sagte Müller.

Na und? In den 1970-ern erließen die Verkehrsminister der Bundesländer einmal ein Verbot, das es Taxifahreren untersagte, sich mit Fahrgästen zu unterhalten. Ende 1975 wurde dieses Verbot, weil blödsinnig, aufgehoben. Nicht zu reden von den bekannten Anekdoten über groteske Gesetze in einzelnen US-Bundesstaaten.

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Das Echo auf die Presse-Mitteilung des BUND ist gelinde gesagt mäßig, Google News kommt mit diesem Suchbegriff auf gegenwärtig zwei Treffer bei Eco-News und Greenpace.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
BUND, Nebelkerze, Miniwatt, Rentner, Desinformation, Medien-Echo, Müller, Alarm, Popanz, Bundesregierung, Umweltschutz, zu spät


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