Besuch beim Stammtisch der Elektrosensiblen in München (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 19.04.2015, 17:19 (vor 1692 Tagen) @ Gast

Die Journalistin Tina Hüttl durfte an einem Stammtisch des Vereins für Elektrosensible, München, teilnehmen. Was sie dabei zu hören bekam schildert sie mMn journalistisch korrekt, also neutral, lässt sich auf dieser Website nachhören und als Transcript sogar nachlesen. Inhaltlich Neues ist dabei für Beobachter der EHS-Szene nicht zu erfahren, es ist das zu hören, was von überzeugten Elektrosensiblen auch anderweitig zu hören ist. Beispielsweise die von Oberfeld/Hallberg inspirierte These, die Hälfte der Bevölkerung sei eigentlich elektrosensibel, denke jedoch ihre Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen oder Erschöpfung hätten andere Ursachen. Solche Überlegungen tun EHS gut, sie sehen sich als Spitze eines Eisbergs - Fakten, oder zumindest glaubhafte Belege haben sie für alle ihre Sandkastenspiele jedoch nicht.

Überrascht hat mich, dass es "viel Überzeugungsarbeit" bedurfte, bevor die Jounalisten bei dem Treffen in einem Münchener Restaurant dabei sein durfte. Gewinnen die EHS in Vorgesprächen den Eindruck, ein Journalist wolle kritisch über sie schreiben und z.B. als Spinner darstellen, sperren sie sich. Wobei meiner Erfahrung nach EHS die Deutungshoheit für sich beanspruchen, wann sie als Spinner dargestellt werden und wann nicht. Auf der Website des Vereins ist von dieser vorbeugenden Distanzierung nichts zu erkennen, im Gegenteil, dort heißt es:

Es würde uns freuen, wenn viele Interessierte zu unserem Infostammtisch kommen können.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um die EHS geht es nur im ersten Teil des Beitrags, danach hat Frau Hüttl ihre ältere Reportage über den Baubiologen Dieter Kugler noch einmal, ergänzt um zusätzliche Stimmen, in ihre jüngste Reportage übernommen.

Aus meiner Sicht hat die Jounalistin die Aufgabe gut gelöst, sich dem schwierigen Thema zu nähern und angemessen darüber zu berichten. Richtig vermisst habe ich eigentlich nur eines: Die Frage von Hüttl in die Runde der zehn überzeugten EHS, welcher von ihnen schon versucht habe, seine ungewollte Fähigkeit wissenschaftlich testen zu lassen. Und vielleicht noch: Was die "Elektrosensiblen" von der These halten, sie wären nicht körperlich hypersensibel, sondern psychisch auf Phobiker-Kurs. Möglicherweise sind das aber bereits Fragen, die von den EHS mit dem Bann der roten Karte belegt sind und nicht gestellt werden durften.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
München, Selbsthilfeverein, Kling


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