Eine frühe Ahnung und die heutige Gewissheit (Allgemein)

Lilith, Donnerstag, 25.04.2013, 20:27 (vor 2917 Tagen)

Teilnehmer "wuff", Dauerschreiber und Unterstützer des rechten Forums von "Gigaherz", hat eine Fundstelle ausgegraben. Dieser entnimmt man Interessantes:

"Gegen die eigentlich permanent notwendige, kritische Diskussion über eine Leistungsgesellschaft, in der schon Kinder auf Schul- oder Scheidungsstreß mit Verhaltensauffälligkeiten reagieren und dagegen Medikamente erhalten, in der Menschen unter Arbeitsdruck an Tinnitus erkranken, in der alte Menschen sich zunehmend als bloße Kostenfaktoren im Gesundheitsbetrieb abqualifiziert sehen, verbreitet die Mobilfunkgegner-Szene ihr krudes, esoterisch anmutendes Raunen von einer allgemeinen Strahlengefahr, die als Ursache allen Leidens postuliert wird."

Diese Zeilen sind -ausweislich des in der Quelle angegebenen Datums- vor über sechs Jahren geschrieben worden, im September 2006. Man kann heute feststellen: durchaus in seinerzeit weitblickender Voraussicht.

Die Mobilfunkgegner also, als Ablenker von den tatsächlichen gesellschaftlichen Problemen? Das war wohl damals nur eine Ahnung.

In der Zwischenzeit ist aber aus dieser Ahnung Gewissheit geworden. Ja, es gibt sie, diese Absicht der Mobilfunkgegner, von drängenderen Themen abzulenken:

- Wir haben inzwischen gelernt, dass die Tabakindustrie durch Auftrags-"Forschung" und lancierte Publikationen aktiv in die Diskurse um Gesundheitsgefährdungsrisiken eingegriffen hat. Das Ziel: Dem im Tabakkonsum begründeten Krebs- und Sterberisiko weitere, angeblich in ähnlicher Weise riskante Gefahren hinzuzudichten - um damit den Verdacht gegen die Tabakindustrie zu verwässern.

- Wir haben inzwischen zur Kenntnis nehmen müssen, dass ein früherer Tabak-Auftrags-"Forscher" auch heute noch, im fortgeschrittenen Alter, innerhalb der künstlich erzeugten Mobilfunkgegnergemeinde kämpft - letztlich gegen Aufklärung und Wahrheit. Die Motive dieses persönlichen Engagements sind nicht recht klar - Reue aber wird es wohl nicht sein.

- Wir sind inzwischen bei der begründeten Vermutung angelangt, dass sich ein in der Szene bekannter und dort zu einigem Ruf gekommener Mobilfunkgegner darin versucht hat, unter bewusster Anwendung obskurer Praktiken (Schnüffel-e-mails) Kenntnis über Kontakte und Netzwerke von ihm angeschriebener Personen zu erlangen.

- Wir haben auch miterleben können, wie sich das marktschreierische Mobilfunkgegner-Portal "Gigaherz" in den letzten Jahren zu einem gerne frequentierten Sammelbecken für Extreme entwickelt hat. Beschimpfungen und Diffamierungen gegen Personen, rechte Verschwörungstheorien gegen Staat, gegen Institutionen und Industrie werden von dort inzwischen nahezu ungehemmt verbreitet. Rechte und rechtsesoterisch motivierte Geister landen im dort betriebenen Forum an und befeuern aneinander wechselseitig mit irren, extremistisch gefärbten Behauptungen. Mittendrin übrigens "wuff", der gerne schon mal sogenannte "Elektrosensible", also Hypochondriker, mit KZ-Opfern gleichzusetzen beliebt und auf diese Weise, ganz im Stile der Rechtsextremen, die Mordopfer der Nazis verhöhnt.

Wir sehen also eine Szene am Wirken, die sich in einer Welt mit realen und greifbaren Problemen darum bemüht, ein Nonsens-Thema am Leben zu erhalten, mit dem kritische Menschen in die dunklen und schmutzigen Sackgassen der Verschwörungstheoretiker gelockt werden. Der Autor des o.g. Textausschnittes aus dem Jahr 2006 war also auf dem richtigen Pfad, als er vermutete: "Mobilfunkkritiker führen die Diskussion über gesellschaftliche Probleme ins Absurde". Die Zustandsbschreibung der Mobilfunkgegner-Szene in seinem damaligen Beitrag "Das Erzeugen von Angst als Methode" ist noch heute aktuell.

Die Szene hat sich allerdings seitdem ein bißchen ausgedünnt. Es war und ist mir ihr -zum Glück- kein Staat zu machen.

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"Wer die Dummbatzen gegen sich hat, verdient Vertrauen." (frei nach J.-P. Sartre)

Tags:
Verschwörung, Risikokommunikation, Tabak, NS-Opfer, Diffamierung, Pöbeln, Ablenkungsforschung, Weitblick, Opferidentitätsstärkung, Schnüffe, lmail


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