EU-Kommission tadelt intern EU-Umweltagentur wegen EMF-Alarm (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 18.02.2011, 23:17 (vor 3217 Tagen)

Am 3. Mai 2010 trafen sich in Brüssel Vertreter der EU-Staaten, um darüber zu berichten, inwieweit die EU-Ratsempfehlung 1999/519/EC in den einzelnen Mitgliedsstaaten umgesetzt worden ist, und welche politischen Ansichten es zum Thema EMF gibt. Eingeladen hatte die EU-Kommission, genauer deren Abteilung C7 (Risk Assessment/Risikobewertung) im Direktorat C (Gesundheitswesen) der Generaldirektion Health & Consumer.

Dem IZgMF liegt der 10-seitige Bericht über dieses Treffen vor. In der Zusammenfassung wird die Europäische Umweltagentur (EEA) ziemlich deutlich für das getadelt, was die Agentur 2007 (und 2009 noch einmal von EEA-Exekutivdirektorin Jacqueline McGlade anlässlich der "Washington Conference") an alarmierenden Verlautbarungen zu EMF herausgegeben hat.

In unautorisierter deutscher Übersetzung lautet der Tadel in der Zusammenfassung der Besprechung so:

Das Vorsorgeprinzip schließt eine rein hypothetische Risikobetrachtung aus. Sicherheitsfaktoren dürfen nur in konsistenter Weise auf gesicherte Erkenntnisse angewendet werden, um eine Endlosspirale zu vermeiden. Bis jetzt gibt es keine neuen Erkenntnisse, die zusätzliche Sicherheitsfaktoren über die EU-Ratsempfehlung hinaus rechtfertigen könnten. Die Unterschiede der zulässigen Grenzwerte in den einzelnen Mitgliedstaaten sind für die Öffentlichkeit jedoch verwirrend. Ein gemeinsames Konzept wäre für alle gut, dies liegt aber in den Händen der Mitgliedstaaten. Es ist ausgesprochen unglücklich, dass diesbezüglich die Europäische Umweltagentur eine Kakophonie [Missklang] auch noch befeuert.

Im Original lautet die Passage:

The Precautionary Principle excludes a purely hypothetical approach to risk. Safety factors must be applied to established facts in a consistent way to avoid an open ended process. So far, there are no new elements that would justify applying additional safety factors to the Council Recommendation. The differences in exposure limits between Member States are confusing for the public opinion. A common approach would be good for everybody, but this is in the hands of Member States. It is very unfortunate to have the European Environmental Agency fuel a cacophony in this area.

Hintergrund
EU-Umweltagentur (EEA) warnt vor Mobilfunk

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Risikobewertung, EU-Kommission, McGlade, Gesundheitswesen, EEA, Umweltagentur


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