Krebsregister Bayern - EMF-Alarm abgesagt (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.08.2010, 00:55 (vor 3709 Tagen) @ RDW

Oder man frägt bei Prof. Frentzel-Beyme nach, der hat z. B. in diesem Artikel gezeigt, wie man das macht: Durch geschickte Selektion von Zeiträumen und Verwendung von Fallzahlen statt der Inzidenz.

Ich habe noch einen dritten Weg gefunden :yes:.

Wenn man in Ihrer Datenbankabfrage mal die ganz alten Herrschaften ab 75 Jahre weglässt dann bleibt nur eine einzige Altersgruppe übrig, bei der die Inzidenzrate 2007 höher ist als 2002, und das sind die 25- bis 30-Jährigen. Bei denen stieg die Inzidenzrate von 2,3 (2002) auf 4,7 (2007). Sie hat sich damit mehr als Verdoppelt, in Prozent ausgedrückt beträgt der Anstieg mehr als 204 %. Damit ließe sich eigentlich prima Wind machen und vorzüglich Alarm schlagen ...

... wären da nicht so "unschöne" Effekte, dass die Inzidenzrate der Altersgruppe im Jahr 2006 mit 1,6 deutlich unter der des Jahres 2002 gelegen hat und ganz allg. bei allen Altersgruppen, die schon mit dem Handy aufgewachsen sind, die Inzidenzrate von 2002 bis 2007 nicht etwa steigt, sondern fällt.

Die ungewöhnlich geringe Inzidenzrate von 1,6 im Jahr 2006 deutet auf ein sogenanntes "Under Reporting" hin, also darauf, dass, warum auch immer (z.B. Personalmangel), im Jahr 2006 aufgetretene Fälle nicht gemeldet wurden. So eine Verzögerung wird oft durch Nachholen der versäumten Meldungen in den Folgejahren korrigiert, was in den Folgejahren jedoch zu einer künstlichen Überhöhung der Inzidenzrate führt. Die sprunghafte Zunahme von 1,6 (2006) auf 4,7 (2007) ließe sich auf diese Weise plausibel erklären.

Für Mitleser: Die Zahlenwerte nennen die (altersbereinigte) Anzahl der Tumorneuerkrankungen bezogen auf 100'000 Einwohner. 2,3 bedeutet also, dass im Jahr 2002 pro 100'000 Bayern nur 2,3 Personen die (seltene) Diagnose C70-C72 erhielten (Tumor des Gehirns oder Nervensystems). Altersbereinigt bedeutet, dass der einen Vergleich über die Jahre hinweg verzerrende wachsende Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung rechnerisch eliminiert wurde.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Krebsregister, Umwelt-Medizin-Gesellschaft, Netzwerk, Frentzel-Beyme, Verbandszeitschrift, Inzidenzrate


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