Warum die GSM/UMTS Funkinfrastruktur so ist, wie sie ist... (Allgemein)

Sparco, Freitag, 19.09.2008, 12:59 (vor 5248 Tagen) @ Doris

dafür sind hauptsächlich folgende Faktoren verantwortlich:

Das mobile Senden/Empfangen von Sprache und Daten:
-> in bewegten Objekten (sehr komplexe und störanfällige Funkausbreitung)
-> in stark gedämpften Objekten (Gebäude, Keller, ...)
-> mit hohen Datenraten (Web-Surfen, ...)

Außerdem:
Das immer weiter wachsende Gesprächs- und Datenaufkommen erfordert eine starke Erhöhung der Kanalzahl und eine Anpassung der Mobilfunkzellen (in Anzahl und Radien).
Das hat zur Folge, daß neue Standorte erschlossen bzw. bereits bestehende aufgerüstet/umgerüstet werden müssen.

Wichtig zu wissen:
Ca. 70% der Gespräche werden „Indoor“ geführt.
Da die Betreiber der Netzinfrastruktur bzw. die Serviceprovider als Unternehmen „wirtschaftlich“ agieren, unterliegt die Infrastruktur logischerweise (diesen) wirtschaftlichen „Zwängen“ ...


Das alternative Mobilfunk-Netz:
Man stelle sich vor, die Nutzer ändern ihr Verhalten nur ein wenig, um das, was sie eigentlich im Sinn haben, mit deutlich niedrigeren Kosten umzusetzen, dann könnte ein Mobilfunk-Netz in etwa so aussehen:

Die GSM-Mobilfunkinfrastruktur übernimmt ausschließlich den Part, der mobilen Text Übermittlung (SMS), die Sprachtelefonie findet darüber nicht mehr statt.
Da SMS’en i.d.R. im BCCH abgewickelt werden, eine SMS nur 1/1000 des Dateninhaltes einer Gesprächsminute hat, so könnte die GSM-Infrastruktur deutlich ausgedünnt werden – die Funk-Parametrierung wäre deutlich entspannter zu realisieren.

Die Mobilfunk-Infrastruktur würde sich damit deutlich verändern*, für alle wäre das wesentlich günstiger bei sehr guter Performance an Hot-Spots.

Nur mobil telefonieren, das wäre halt außerhalb der Hot-Spots nicht mehr möglich. Dazu müsste man nach Erhalt einer SMS (mit der Aufforderung doch mal anzurufen) ein „Festnetz“-Telefon, ein Internet-Terminal oder eben einen Hot-Spot aufsuchen, das eingebaute GPS-Modul (mit passender SW) im Handy erleichtert die Suche.


Gruß
Sparco


* Über den Grundversorgungsauftrag (xx Prozent der Bevölkerung) bei Funk-Lizenzzuteilung könnte man dabei allerdings streiten, ist er damit nämlich nur noch „Text-basierend“. Andererseits, man drückt den roten Panik-Knopf und der Standort (übers eingebaute GPS) wird mit einer vordefinierten Text-Meldung an die Notrufzentrale gesendet – das sollte den Leuten doch auch gefallen oder ?

Tags:
Notruf, Indoorversorgung, Konzept, Netz, Mobilfunknetz, Alternative


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