Offener Brief von Hans Schütz (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.08.2008, 13:29 (vor 5296 Tagen) @ Gast

Sehr geehrter Herr Kober,
Sehr geehrter Herr Lutzenberger
...
Gegen eine Anwerbung junger Leute, ihr Konto bei der Sparkasse anzulegen, habe ich nichts einzuwenden. Diese ist markt- und brachenüblich.

Deutlich stärker beschäftigt es mich, dass die Banken sehr genau wissen, dass das Handy auch heute noch der häufigste Weg junger Menschen in die erste Schuldenfalle ihres Lebens ist. Ich halte es für schwer erträglich, dass Banken trotz dieses Wissens die Jugendlichen mit kostenlosen Handys versorgen und dadurch diesen Weg in die Schuldenfalle zum Nulltarif ermöglichen.

Bis dahin kann ich Hans Schütz zustimmen, hier hätte er aufhören sollen.

Noch unerträglicher ist für uns jedoch die Tatsache,

Wenn's um Strahlung geht, muss anscheinend dicker aufgetragen werden und Schütz wechselt von der Einzahl in die Mehrzahl.

dass Sie dieses Angebot an junge Menschen starten, obwohl mittlerweile die gesundheitsschädigenden Wirkungen von Handys bzw. der Mobilfunkstrahlung wissenschaftlich gesehen mehr als nahe liegt.

Mehr als nahe? Warum schreibt er dies so nebulös und umgeht das Wort "bewiesen". Weiß der Autor, dass seine Behauptung nicht die Realität widerspiegelt?

Die Mobilfunkindustrie sowie die meisten Politiker leugnen diese beharrlich und berufen sich auf die Einhaltung der "Grenzwerte".

Wie kann man etwas leugnen, was gar nicht existent ist oder nur für eine kleine Gruppe von fanatischen Mobilfunkgegnern existent ist?

Ich beschäftige mich seit mehr als einem Jahrzehnt intensiv mit den Auswirkungen der gepulsten Hochfrequenz und wage es daher zu behaupten, dass ich über einen guten Überblick über die vorliegenden wissenschaftlichen Studien verfüge. Wie sie vielleicht wissen wurde ich deshalb auch im Juni 2006 als Experte zu einem Landtagshearing zu dieser Thematik eingeladen.

Experte zu was?

Zahllose dieser neuen Studien belegen, dass diese deutschen Grenzwerte nach extrem zweifelhaften Kriterien ermittelt wurden, unverantwortlich hoch sind und keinesfalls dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung dienen.

Zahllose? Ich wäre schon froh, wenn mir einer zwei Studien benennen könnte, die Gesundheitsschädigung durch Mobilfunk wirklich belegen und nicht nur mögliche Risiken andeuten. Da verallgemeinert Hans Schütz in unzulässiger Weise seine persönliche Meinung zur Volksmeinung.

Noch beunruhigender ist für mich, dass es nach international anerkannten, seriösen Studien vornehmlich Kinder und Jugendliche sind, die unter der Strahlung von Handys am meisten zu leiden haben.

Falsch. Keine Studie sagt, dass Kinder unter Mobilfunk zu leiden haben. Es wird wegen Kenntnislücken lediglich (bis auf weiteres) befürchtet, dass es so ist. Und deshalb gibt es auch Vorsorgeempfehlungen. Kein Grund für Dramatik, sondern für Vorsicht.

(Geringere Knochendichte und Knochendicke vor allem auch am Schädel, höhere Gewebeleitfähigkeit, größere Eindringtiefe von Strahlen, nicht ausgereiftes Immunsystem, Aufbau der Nervenzellen …). Selbst das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm, das in letzter Zeit, wesentlich mitfinanziert von der Mobilfunkindustrie

Diese Finanzierung war nie ein Geheimnis, sie ist nicht zu bejubeln aber auch kein Grund für einen ewig andauernden Generalverdacht.

glaubte nach der Durchführung einiger zweifelhafter Forschungen Entwarnung geben zu können, musste zugeben, dass zumindest für Kinder und Jugendliche nach wie vor keine Entwarnung gegeben kann.

Musste zugeben? Wie verzerrt kann eine Sichtweise denn noch sein? Hier wurde lediglich etwas festgestellt, nicht mehr und nicht weniger. Kein Grund zur Dramatik.

Ich kann Ihnen in diesem Rahmen sicherlich keine umfassenden Studienergebnisse vorlegen

Nein, das können Sie wirklich nicht, Herr Schütz, auch nicht in anderem Rahmen. Ich lasse mich jedoch gerne eines besseren belehren.

erlaube mir aber wenigsten zwei Quellen anzufügen:

1. Eine Hinweis auf eine aktuelle Studie der EU-Umweltorganisation von Ende 2007, die nach der Auswertung von nicht weniger als 2000 Studien (!) zum wissenschaftlichen Ergebnis kommt, dass das häufige Telefonieren mit dem Handy nach ca. 10 Jahren zu einer signifikant erhöhten Krebsrate führt

Falsch. Die Umweltagentur der EU hat nach ihren eigenen Worten keine eigene Kompetenz über Mobilfunkrisiken. Die Agentur hat lediglich den Report der BioInitiative aufgegriffen und diesen zum Anlass genommen, zu mahnen. Wieder kein Grund für Dramatik.

Bitte bedenken Sie: Ihre jungen Kunden sind dann gerade einmal 25-28 Jahre alt - zu jung, um das Risiko einer schweren Erkrankung zu tragen!

Stimmt, völlig unabhängig vom Mobilfunk.

2. Eine Studie der ‚Österreichischen Ärztezeitung' Nr. 22, 25. Nov. 2007, in der der Umweltreferent der Wiener Ärztekammer, Dr. Erik Huber, folgende Kernthese aufstellt (Anlage 4):

Falsch. Ärztezeitungen machen keine Studien, sie zitieren aber schon mal einen Umweltreferenten. Na und? Hätte die Zeitung einen Umweltreferenten der Betreiber zitiert, stünde etwas ganz anders drin. Was bitte ist an Erik Huber so exorbitant wichtig, dass ausgerechnet er von Schütz zitiert wird?

"Die Wissenschaftler streiten nicht mehr, ob Handys schädlich sind, sondern wie schädlich sie sind."

Achso, deshalb also. Er stößt ins selbe Horn. Stimmt aber dennoch nicht. Das müsste eigentlich jeder schon daran merken, dass es "die Wissenschaftler" so gar nicht gibt. Auch hier wird nur wieder eine kleine Gruppe auf den Schild gehoben. Noch immer kein Grund zur Dramatik.

Wir sollten uns deshalb ernsthafte Sorgen machen, gerade um unsere Kinder und Jugendlichen!

Bitte unterstützen Sie mein Anliegen und leiten Sie dieses Schreiben weiter an die zuständigen Stellen aller Sparkassen, die dieses Handy-Programm gestartet haben! Ich bin auch gerne bereit zu einem intensiven Gedankenaustausch in dieser Sache.

Gedankenaustausch? Wozu? Leider fehlt dem Brief die Substanz, um die Bereitschaft (Neugier) für einen Gedankenaustausch zu wecken. Ich fürchte, Herr Schütz, Sie werden sich mit dem üblichen Formbrief zufrieden geben müssen, demzufolge Ihr Anliegen ernst genommen, geprüft und dann Ablage P anvertraut wird.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Brief, Schütz


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