Stress und Körpersymptome (Allgemein)

AnKa, Sonntag, 20.05.2007, 15:53 (vor 4539 Tagen) @ Fee

Wenn ich eine Freundin in einem Mehrfamilienhaus besuche, messe ich kaum je, denn für rel. kurze Zeit kann ich mich praktisch überall aufhalten. Problematisch wird die Einwirkung der Felder längerzeitig. Deshalb messe ich vor allem dort.

Sie messen also die Strahlung, sehen sich dann die Daten an und entscheiden, ob Sie sich am Ort wohlfühlen werden. So funktioniert das Prinzip einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Gegen dieses Muster wird es wahrscheinlich sogar den engsten Angehörigen schwerfallen, anzuargumentieren - im Gegenteil, die werden damit fortlaufend auf Trab gehalten.

Nach diesem Schema funktioniert es bei Hypochondrikern. Ich würde einen völligen Wechsel des Blickwinkels und der Lebensumstände empfehlen. Die Messgeräte samt und sonders wegsperren, eine solide Psychotherapie(*) beginnen, in der Sie Ihr Leben mal aus ungewohntem Blickwinkeln betrachten lernen und eingefahrene Gleise verlassen.

Dass sich nämlich manche Leute an manchen Orten nicht so wohl fühlen, an anderen besser, ist nichts Neues. Das geht Hans und Franz und zum Beispiel auch mir so, und das war auch schon immer so. Der Unterschied zwischen Ihnen, Fee, und uns besteht nur darin, daß wir Letzteren keine Meßgeräte mit uns herumschleppen.

[(*) Ja, ich weiss, Mobilfunkeiferer denunzieren gelegentlich den Vorschlag, zum Psychotherapeuten zu gehen, mit dem Argument, man wolle Leidende als "verrückt" erklären oder gar "wegsperren". Indem Mobilfunkgegner darüber in der genannten Weise herziehen, outen sie bloß ihre abschätzige, menschenverachtende Einstellung gegenüber Therapie und Seelsorge. Diese Leute sind Ihre falschen Freunde. Denn der Vorschlag, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, ist rundweg seriös und gut gemeint. Sehr viele Menschen um uns herum hätten in unseren modernen, schnellen Zeiten eine gelegentliche Inventur dieser Art nötig. Menschen, die mit Hilfe eines Psychotherapeuten Krisen, Trennungen, Trauer (oder z.B. die Symptome ihrer Hypochondrie) haben überwinden können, sind dankbar dafür. Und was Sie über Ihr Leben mit Ihren Messgeräten beschreiben, Fee, ist, wie ich finde, Ausdruck einer: Krise.]

Ich verfüge über rel. gute Breitbandmessgeräte bezüglich HF, aber auch Messgeräte für NF. Wenn Sie mir die finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung stellen, würde ich gerne versuchen, mich zusätzlich mit einem Spetrum Analyser vertraut zu machen.

Würde ich nicht machen. Da würde ich mir wie ein Co-Hypochondriker vorkommen.

Hypochondrie hat keine gute Prognose. Kurzfristig ist der Gewinn verstärkter Aufmerkamkeit sicher ein "+" für den Betroffenen, langfristig sieht es jedoch nicht so gut aus:

Die seelischen und psychosozialen Folgen sind sehr unterschiedlich. Sie führen im Rahmen der oftmals depressiven Stimmungsschwankungen und Ängste bei drohender Chronifizierung des Leidens nach und nach zu erheblichen Einbußen: zwischenmenschlich, d.h. partnerschaftlich, familiär, Freundeskreis, Nachbarschaft, schließlich berufliches Umfeld. Kann der Betroffene die krankhafte Beschäftigung mit seinen körperlichen Beschwerden nicht mehr begrenzen, drohen unwirsche Reaktionen der schließlich "genervten" Umgebung, zuletzt Positionseinbußen ("lächerliches Gehabe" ) und damit Rückzugsneigung, Isolationsgefahr und ggf. sogar sozialer Abstieg. Das Ende ist charakterisiert durch ein schier hoffnungsloses Versinken in der eigenen Krankheitswelt.

Tags:
Elektrochonder, Menschenverachtung, Psychotherapeuten


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