Aufwiegler: Habeck-Vorfall steht für Funkmast-Paranoia (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 11.01.2024, 16:28 (vor 414 Tagen)

Vergangene Woche empfingen Hunderte Demonstranten Robert Habeck an einem Fähranleger. Eine Recherche von Zeit online zeigt: Am Anfang der Proteste standen radikal rechte Kräfte. weiter ...

Aus meiner Sicht ist der geschilderte Vorfall mit Habeck nur die Fortsetzung dessen, was sich (üblicherweise in kleinerem Maßstab) seit etwa 25 Jahren nicht selten um geplante neue Funkmasten abspielt: Aufgehetzt durch populistisch verpackte Desinformation kriegen es einer, zwei oder auch mal drei Anwohner des neuen Standorts mit der Angst. Diese winzige Keimzelle wiegelt andere Anwohner zum Widerstand auf und ratzfaz entsteht eine aufgebrachte "Bürgerinitiative", die mehr oder weniger aggressiv gegen den geplanten Standort protestiert. Auch den Habeck-Vorfall initiierten dem Zeit-Bericht zufolge nur zwei Personen.

Kurios: Jede frischgebackene BI meint, sie sei die erste, die alle anderen über die Risiken eines Funkmasten aufklären müsse. Das Rad wird unermüdlich neu erfunden, dabei pflastern inzwischen gefühlt tausende Leichen implodierter Ex-BIs den Weg jeder neuen BI. Hier wie dort (Habeck) geht es nicht ums Gemeinwohl, sondern um vehement vertretene Eigeninteressen. Ich muss es wissen, denn 2002 wiegelten meine Frau und ich unsere Nachbarn auf, gegen den neuen Funkmast auf unserem nahen Nachbardach lauthals zu protestieren. Sämtliche anderen Funkmasten waren mir bis dahin wurscht gewesen. Nur mit Nachsicht der Polizei entging ich damals einer Anzeige wegen Nötigung :-).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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