Die Techniker, Ingenieure und Physiker des Vereins Gigaherz (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 07.01.2024, 18:44 (vor 417 Tagen)

Mit über 80 Jahren ist Gigaherz-Jakob in einem Alter, in dem er seinen starken Geltungsdrang besser unter Kontrolle bekommen hat. Sollte man meinen. Doch der Gigaherz-Präsident kokettiert unverdrossen weiter mit (speziellen) akademischen Autoritäten, um seinem maroden Verein mit List & Tücke einen Hauch von Kompetenz zukommen zu lassen.

Als ich vor einigen Jahren mit einem Schweizer Behördenvertreter telefonierte und das Gespräch auf Gigaherz-Jakob kam, lachte der Mann nur und sagte "Ach was, den nimmt doch ohnehin keiner mehr ernst." Ich kann mir gut vorstellen, dass der Ex-Elektriker derartige abschätzige Bemerkungen sein ganzes Leben lang ertragen musste und er deshalb seinen starken Geltungsdrang entwickelte. Dieser Drang hat viele Facetten, eine davon ist das Kokettieren mit fachlichen Autoritäten, die Jakob regelmäßig in "Ingenieuren" und "Physikern" zu erkennen glaubt. Hier einige Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit, entnommen seinen Websitebeiträgen der Jahre 2020 bis 2023:

[...] dass es für Techniker und Ingenieure Mobilfunk-kritischer Organisationen ein Leichtes war, den Nachweis zu erbringen, dass mit den in den Baugesuchen deklarierten abgestrahlten Leistungen zwischen 100 und 400Watt ERP ein 5G-Netz nicht einmal «nur wenig sinnvoll», sondern überhaupt nicht betrieben werden kann. (2021)

[...] Es kann sich nur um die Messmethode gemäss dem technischen Bericht «Messmethode für 5G-NR-Basisstationen im Frequenzbereich bis 6GHz V2.1 vom 20.April 2020» von METAS .handeln, von welchem kritische Messtechniker und selbst ETH-Ingenieure verlauten lassen, dass dieser gar nicht praxistauglich sei. (2021)

[...] sondern die von uns angefragten Physiker und Ingenieure. Sie sind sich alle einig: Die NIS-Verantwortlichen der Kantone und der Gemeinden haben keine Chance mehr, das zu beurteilen und Schwachstellen zu erkennen. (2020)

[...] Unsere Ingenieure haben nun den Schwindel mit den angeblich 50 bis einigen wenigen 100Watt ERP Sendeleistung, mit welchen angeblich ein 5G-Netz betrieben werden könne, aufgedeckt. (2020)

[...] Der technische Bericht «Messmethode für 5G-NR-Basisstationen im Frequenzbereich bis zu 6GHz» ist gar nicht praxistauglich. Zu diesem Schluss kommen alle bisher von uns angefragten Physiker, Ingenieure und andere technischen Genies. Viel zu kompliziert, überhaupt nicht nachvollziehbar oder völlig praxisfremd lauten die Kommentare. Man spricht von einer wahren Nebelgranate. (2020)

[...] Sämtliche Gerichtshöfe der Schweiz versuchten diesen Schwindel während der letzten 2 ½ Jahre krampfhaft zu decken, bis kritische Ingenieure den Nachweis lieferten, dass adaptive 5G-Antennen unterhalb 10% ihrer maximal möglichen Sendeleistung unbrauchbar werden. (2022)

[...] Kritische Ingenieure haben längstens nachgewiesen, dass adaptive 5G-Sendeantennen unterhalb von 10% ihrer maximal möglichen Sendeleistung gar nicht funktionieren. (2022)

Wer das liest muss glauben, Gigaherz-Jakob stehe ständig in Kontakt mit allerlei Ingenieuren und Physikern, die ihm beratend zur Seite stehen. Und genau das will er damit erreichen. Er ummantelt den laienhaften Stuss, den er verbreitet, mit einer dünnen Schale verlautbarter Kompetenz, in der Hoffnung, sein Stuss könne so tiefer ins Hirn seiner Leser eindringen.

Eigenen Angaben zufolge war Jakob einst Elektriker, bis ihn ein Unfall aus dem Verkehr zog. Danach absolvierte er eine Weiterbildung zum "Techniker". Eine Hochschule besuchte er nie. Dennoch eröffnete er mit "Prevotec" 1985 ein Ein-Mann-Unternehmen, das er Ingenieurbüro für Sicherheits- und Steuerungstechnik nannte, bis er es 2002 in Ingenieurbüro für elektromagnetische Verträglichkeit umbenannte. Jakob hatte offenbar die Absicht, im Kielwasser seines Vereins Gigaherz mit der Angst vor Elektrosmog ein paar Schweizer Franken Umsatz zu machen. Ob ihm dies gelang, ist nicht bekannt.

In der beruflichen Rangfolge genießt ein Techniker zwar mehr Anerkennung als ein gemeiner "Dorfelektriker", zum Rang eines Akademikers aber klafft noch immer eine große Lücke. Selbst konnte Jakob diese nicht schließen, mit akademischen Gesinnungsgenossen aber schon. Doch welcher Akademiker lässt sich schon mit einem Mann ein, dem unter Fachleuten der Ruf vorauseilt, von niemandem ernst genommen zu werden? Wer da unbedacht zupackt läuft Gefahr, von den Mitgliedern seiner Zunft selbst nicht mehr für voll genommen zu werden. Jakob brauchte also Akademiker, die beruflich nichts mehr zu verlieren hatten. Er brauchte Akademiker im Ruhestand, die wie er ihre freie Zeit in missionarische "Aufklärung" der Bevölkerung investieren wollten. Und die hat er gefunden, zwei an der Zahl:

André Masson (studierter Physiker, Fachrichtung unbekannt)
Thomas Fluri (studierter Elektroingenieur ETH Zürich, Fachrichtung unbekannt)

Masson (77) ist ein pensionierter Physiklehrer, der sich in der Schweiz als "Wärmequerulant" einen gewissen Ruf erarbeitete, Fluri (73) hält sich für "elektrosensibel" und betreibt zumindest auf dem Papier als Selbstständiger noch immer ein Ingenieurbüro.

Wenn Gigaherz-Jakob in der Mehrzahl von "unseren Ingenieuren" spricht, von "Technikern" oder von "Physikern", dann redet er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stets von denselben drei Personen, nämlich von Fluri, von sich selbst und von Masson. In Bezug auf Jakob sind Fluri und Masson wahrscheinlich tatsächlich die "technischen Genies", die Jakob imponieren. In Bezug auf erwiesene Experten der Funktechnik, die sich tagtäglich beruflich mit dieser Technik und deren denkbaren und undenkbaren Risiken auseinandersetzen, sind die beiden Ruheständler aus meiner Sicht jedoch bestenfalls fortschrittliche aber selbstgewisse Autodidakten, die den Abstieg vom Mount Stupid noch vor sich haben. Auch ich (Ingenieur Nachrichtentechnik) erstürmte vor etwa 20 Jahren als unbeirrbarer Mobilfunkgegner den Gipfel dieses Hausberges der Menschheit, im Gegensatz zu Jakob und seiner "Rentnergang" habe ich mich jedoch besonnen und bin längst ins Tal der Demut abgestiegen :-).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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