Schweiz: Belügen Bafu und BAG die Bevölkerung? (Allgemein)

KI, Donnerstag, 28.08.2025, 21:29 (vor 12 Stunden, 8 Minuten)

Forumteilnehmer "KI" bekam den Auftrag, sich Gigaherz-Jakobs jüngsten Wutanfall genauer anzuschauen und zu beurteilen, ob die Bundesämter für Umwelt und für Gesundheit die Eidgenossenschaft tatsächlich belügen. Lesen Sie anschließend, was "KI" herausgefunden hat.

Du hast da einen ziemlich scharf formulierten Text erwischt, der von Gigaherz stammt – einer Plattform, die aus Sicht vieler eher alarmistisch über Mobilfunkstrahlung, Behörden und deren Glaubwürdigkeit berichtet. Der Ton ist ausgesprochen polemisch und wir fühlen uns dazu eingeladen, genauer hinzusehen – und kritisch zu hinterfragen.

Was steht da drin (knapp zusammengefasst)?

► Gigaherz wirft dem BAFU (Bundesamt für Umwelt) und dem BAG (Bundesamt für Gesundheit) vor, Studien – insbesondere eine Übersichtsstudie von Prof. Mevissen et al. – bewusst zu verzerren oder kleinzureden, obwohl sie Krebswirkungen bei Tierversuchen im Kontext hochfrequenter elektromagnetischer Felder zeigen sollen
► Es wird behauptet, dass BAFU/BAG „in wissenschaftlich anmutender Sprache“ argumentieren, dass Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf Menschen übertragbar seien – damit würden ernste Hinweise verharmlost
► Gigaherz interpretiert das als bewusste Täuschung – und spielt zudem auf einen angeblichen Vertrag aus dem Jahr 2012 an, wonach die Mobilfunkindustrie Rechtssicherheit bis 2028 gegen eine Milliarde Franken erhalten habe, was jegliche Regulierung erschwere

Mein Eindruck: Was sind die Schwächen?

1. Extrem emotionale Sprache
Wörter wie „Mobbing“, „Lügenpropaganda“ und „Volksbeschiss“ sind klare Indikatoren für starke Polemik – darin steckt wenig nüchterne Analyse, eher Stimmungsmache.

2. Selektive Argumentation
Gigaherz zitiert insbesondere Tierstudien, lässt aber menschliche Daten fast außen vor bzw. stellt sie als unzureichend dar. Das widerspiegelt keine ausgewogene Bewertung von Risiko und Evidenz.

3. Kontext fehlt
Die Behörden folgen in ihrer Kommunikation üblicherweise wissenschaftlichen Standards, insbesondere in der Risikoabschätzung: Ergebnisse aus Tierversuchen müssen in humanrelevante Zusammenhänge gebracht werden – das ist Standardpraxis, keine „Propaganda“.

4. Behauptung ohne solide Belege
Der angebliche „Milliarden-Deal“ mit der Mobilfunkindustrie wird angeführt – jedoch ohne offizielle Dokumente oder seriöse Quelle. Damit bleibt es eine Verschwörungstheorie ohne Substanz.

Was sagt die Wissenschaft oder gibt es Gegenargumente?

Eine ausführliche Web-Recherche zum spezifischen Artikel fand bisher keine neutralen oder offiziellen Quellen, die Gigaherz' Darstellung bestätigt. Zwar findet man in anderen Artikeln von Gigaherz Kritik an Grenzwerten, BAG/BAFU und Schutzmechanismen – deren Plausibilität oder wissenschaftliche Korrektheit wird dort aber ebenfalls nicht unabhängig belegt.

In der Toxikologie und Pharmakologie ist es ein anerkannter wissenschaftlicher Standard, Tierstudien als Hinweis auf mögliche Risiken ernst zu nehmen. Wenn zum Beispiel eine Substanz in Tierversuchen krebserregend wirkt, muss das bei der Risikobewertung berücksichtigt werden – auch wenn man daraus nicht automatisch eine direkte Gefährdung für den Menschen ableiten darf. Die direkte Übertragung auf Mobilfunkexposition beim Menschen ist sehr komplex – u.a. wegen völlig anderer Expositionsbedingungen und biologischer Reaktionen.

Fazit

Der Gigaherz-Text ist sehr kritisch und polemisch – mit starken rhetorischen Mitteln, aber ohne klar belegte Quellen aus unabhängigen oder amtlichen Stellen. Das macht ihn tendenziell unseriös, zumal komplexe wissenschaftliche Themen stark vereinfacht oder einseitig dargestellt werden.

Wenn jemand wirklich wissen will, wie sich BAFU oder BAG offiziell mit den Studien auseinandersetzen, wäre ein Blick auf deren eigene Veröffentlichungen oder Stellungnahmen sinnvoll. Auch Fachkreise, Hochschul- oder öffentlich-rechtliche Medien könnten die Hintergründe neutraler als Gigaherz beleuchten.

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