"Das Leitmedium": Glaubt das Wasser auch daran? (Allgemein)
Der Artikel erschien ursprünglich 2024 auf dieser Website, Autorin ist Anke Kern. Augenscheinlich möchte Dr. med. Markus Kern, Betreiber der Website aerzte-und-mobilfunk.eu, den Lesern des Artikels auf seiner Website vorenthalten, dass dieser von seiner Ehefrau verfasst wurde. Mutmaßlich deshalb, weil es schon befremdlich wirkt, wenn die Ehefrau etwas schreibt, was der Ehemann öffentlich in einen medizinisch-biologischen Zusammenhang bringt.
Pseudowissenschaftliche Esoterik und irrationale Furcht vor elektromagnetischen Feldern liegen bei einigen Vertretern der Anti-Mobilfunk-Szene dicht beisammen. Da werden dann selbst banalste Zusammenhänge mystifiziert. Ein Beispiel aus dem Artikel:
[...] Im Sommer 2005 demonstrierte ein Funktechniker mir und einer kleinen Gruppe von Menschen in einem „Funkloch“ an einem Teich, wie ein Baum Radiowellen, also Mikrowellenstrahlung, aufnimmt. Er steckte eine Sonde in die Lücke einer Rinde, und wir hörten russisches Radio. [...]
Der "Funktechniker" war mutmaßlich Uli Weiner. "Radiowellen" sind sind selbst bei UKW keine "Mikrowellenstrahlung". Die "Sonde" war ein Stück Draht und die nicht näher benannte Maschine, welche die via Draht eingespeisten Funkwellen auf wundersame Weise hörbar machte, heißt im Sprachgebrauch "Radio". Es ist trivial: Ein von Saft durchfluteter großer Baum wirkt wie eine (miserable weil verlustreiche) Langdrahtantenne für Funkwellen. Messbar wären elektrische Spannungen im Bereich von µV bis mV und Ströme im Bereich von nA bis µA. Biologische Relevanz: keine.
Hingegen könnte das allgegenwärtige atmosphärische elektrische Feld, das zuweilen zu Blitzen führt, biologische Relevanz in Form von Wetterfühligkeit haben. Bei blauem Himmel sind in Bodennähe Feldstärken von etwa 100 V/m messbar. Bei einem 20 m hohen Baum führt das zu einer Leerlaufspannung gegenüber Erde von 1000 V bis 2000 V. Klingt gefährlich, ist aber total harmlos, denn diese "Spannungsquelle" ist enorm hochohmig. Heißt: Sobald ein "Funktechniker" die Spannung mit seinem Multimeter messen möchte, bricht sie auf kleine unspektakuläre Werte zusammen. Und könnte ein auf dem Erdboden stehender Mensch die Spitze des Baums berühren, es geschähe ebenfalls nichts.
Meine Meinung: Würde Frau Kern sich mehr mit den physikalischen Grundlagen der Elektrizität beschäftigen, statt mit Hokuspokus, sie müsste auf dem Glatteis der pseudowissenschaftlichen Esoterik keine fantastischen Pirouetten drehen.
Hintergrund
Esoterik statt Physik: Glaubt das Wasser auch daran?
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –
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