Massenhysterie am Flughafen München: Verfahren eingestellt (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 05.12.2018, 16:57 (vor 2277 Tagen) @ H. Lamarr

Das endgültige Untersuchungsgutachten und die Abschlussverfügung der Staatsanwaltschaft Landshut lagen zwar auch im Februar 2016 noch nicht vor (und sind selbst heute im www nicht zu finden), vieles deutet jedoch darauf hin, dass es sich bei dem Vorfall tatsächlich um eine Massenpsychose der SGM-Mitarbeiter gehandelt hat, von denen einige, um mögliche Ansprüche zu sichern, sich selbst dann noch krank meldeten, als die unter Verdacht stehenden Geräte bereits abgebaut waren.

Auf Anfrage teilte die Staatsanwaltschaft Landshut dem IZgMF mit, das Verfahren sei Ende 2016 eingestellt worden. Ein 2015 eingeholtes Sachverständigengutachten wäre zu dem Ergebnis gekommen, dass die gemessenen Raumluftkonzentrationen beim Betrieb der Detektionsgeräte vom Typ "Itemiser" und "Quantum Sniffer", insbesondere was Formaldehyd und VOC anbetrifft, sehr gering war. Richtwerte wurden nicht überschritten. In der Folgezeit seien zudem von der Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München weitere drei Messungen durch den TÜV Süd beauftragt worden. Auch diese Messungen konnten insbesondere Konzentrationen an Formaldehyd und Azetaldehyd nur deutlich unterhalb bestehender Richtwerte feststellen. Im Ergebnis bliebe festzuhalten, konkrete Ursachen für die von den Mitarbeitern beklagten Krankheitserscheinungen konnten nicht festgestellt werden.

Der Vollständigkeit halber wies die Staatsanwaltschaft darauf hin, am 23. und 24.09.2017 hätte es am Münchener Flughafen weitere Vorfälle gegeben. Sicherheitsleute und Bundespolizisten sollen ohne ersichtlichen Grund zusammengebrochen sein. In diesem neuen Verfahren werden Blutproben der Betroffenen untersucht, um die Ursache der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erforschen. Hierüber wurde mehrfach öffentlich berichtet (z.B. SZ 05.02.18). Das Ergebnis der Untersuchungen stehe allerdings noch aus.

Kommentar: In München gibt es eine überzeugte Elektrosensible, die sich darauf spezialisiert hat, alle möglichen von den Medien gebrachten Ereignisse willkürlich in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern zu bringen. Die Ereignisse im September 2017 muss sie jedoch übersehen haben. Statt ihrer reagiere jetzt also ich auf die oben gebrauchte Vokabel "zusammengebrochen", denn ein anderer einschlägig bekannter "Elektrosensibler" behauptet, er wäre am Beginn seiner Karriere als Strahlenflüchtling infolge hoher Elektrosmogbelastung ebenfalls in einem Flughafengebäude "zusammengebrochen". Jetzt einfach Eins und Eins zusammen zu zählen liegt nahe, führt aber zu einem falschen Ergebnis. Denn der Betroffene ist alles andere als glaubwürdig. Er glaubte einst, wegen seiner unergründlichen Sensibilität ein hübsches Sümmchen sicher in der Tasche zu haben, ausgehandelt in einem gerichtlichen Vergleich mit einer Versicherung, als ihm der Prozessgegner arglistige Täuschung nachweisen konnte. Damit war nicht nur das Geld weg, auch die Prozesskosten musste der Schwindler tragen. Das Ganze wurde nie publik, der Mann ist nach wie vor als Wanderprediger gegen Mobilfunkwellen unterwegs. Erzählen tue ich diese Geschichte vorbeugend, um zu verhindern, dass die unerklärlichen Zusammenbrüche am Münchener Flughafen abermals von interessierter Seite dem Prügelknaben "Elektrosmog" in die Schuhe geschoben werden.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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