Athem-3: Replik der Autoren auf BfS-Kritik (Forschung)
Beim Widerspruch zwischen Chromosomenaberrationen und Mikrokernen liefern sie zudem eine konkrete Hypothese: Der rund siebenstündige Transport der Blutproben könnte die Mikrokern-Hintergrundrate verändert und dadurch einen Expositionseffekt verdeckt haben. Diese Erklärung stützen sie auf eine frühere Untersuchung mit identischer Methodik, aber kürzerer Transportzeit.
Weil auch ich mich einst mit dem Auto-Transport der Proben nach Bratislava beschäftigt habe, wollte ich's genauer wissen. Die Replik steht an dieser Stelle aber auf dünnen Beinchen. Die Autoren schreiben dazu nur so viel:
[...] The principal procedural difference was transport time: samples in the higher-MN dataset were transported for ∼7 h, whereas in the other study transport lasted < 1 h.
Extended transport likely altered cellular metabolism and mitotic spindle dynamics, thereby increasing background MN formation and potentially masking smaller exposure-related differences. [...]
[...] Der wesentliche verfahrenstechnische Unterschied bestand in der Transportdauer: Die Proben im Datensatz mit höherer MN-Konzentration wurden etwa 7 Stunden lang transportiert, während der Transport in der anderen Studie weniger als 1 Stunde dauerte.
Der längere Transport hat wahrscheinlich den Zellstoffwechsel und die Dynamik der Mitosespindel verändert, wodurch die Hintergrundbildung von MNs verstärkt und kleinere expositionsbedingte Unterschiede möglicherweise überdeckt wurden. [...]
Ja, aber was war's denn nun wirklich?
► Dauer der Fahrt?
► Funkmasten entlang der Autobahnen?
► Scheidstegers Fahrstil?
► Scheidstegers Smartphone?
► Scheidsteger?
► Zu harte oder zu weiche Federung?
► Vibrationen?
► Temperatur?
► Passieren von Schumann-Resonanzstellen?
► Erdmagnetfeld?
► Zu laute Musik während der Fahrt?
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –