Wut gegen Wutbürger (Allgemein)

Gustav, Sonntag, 28.06.2026, 12:42 (vor 16 Stunden, 16 Minuten)

So titelte heute die NZZ am Sonntag (kostenpflichtig) in ihrer Print-Ausgabe:

«Kaltschnäuzige und sackfreche Anmassungen» – wie die Postaufsicht Wutbürgern einen Riegel schieben will

Behörden müssen sich zunehmend mit Querulanten herumschlagen. Nun zieht die Ombudsfrau der Eidgenössischen Postkommission die Reissleine: Ein neuer Paragraf erlaubt es ihr, Wut-E-Mails offiziell abzuweisen.

Die Wut des Mannes muss gross sein. «Haben Sie das Kapitel ‹Psychische Störungen› im ICD-10 schon gelesen?», schreibt er an die Post. Es ist bei weitem nicht die einzige Frechheit in dieser E-Mail, diese Unterstellung einer psychischen Krankheit gemäss WHO-Klassifizierungssystem. Unter anderem wirft der Schreiber der Post «kaltschnäuzige und sackfreche Anmassungen» vor und versteigt sich gar in einen Hitler-Vergleich. Grund für seine Wut: Er musste den Briefkasten auf Geheiss der Post verschieben...

Ich würde gerne den ganzen Artikel hier rein kopieren aber ich möchte keinen Ärger bekommen. Kurz gesagt geht es darum, dass Behörden und Schlichtungsstellen genug haben von den täglichen, unsachlichen E-Mails, bzw. Beschwerden von wenigen besonders aktiven Personen. Chat-GPT hat das Arsenal der Querulanten nochmals erweitert. Sie führen neue Regeln ein, um solche Korrespondenz künftig schneller und einfacher beenden zu können.

Da musste ich doch unweigerlich an H.-U. Jakob denken.

Gruss

Wut gegen Wutbürger

H. Lamarr @, München, Sonntag, 28.06.2026, 15:56 (vor 13 Stunden, 2 Minuten) @ Gustav

Behörden müssen sich zunehmend mit Querulanten herumschlagen. Nun zieht die Ombudsfrau der Eidgenössischen Postkommission die Reissleine: Ein neuer Paragraf erlaubt es ihr, Wut-E-Mails offiziell abzuweisen.

Dazu eine passende Ergänzung aus Deutschland. Im Berichtszeitraum vom 24.02.2026 bis 01.06.2026 erhielt der Fernsehrat des ZDF 2001 Zuschriften (53 Programmbeschwerden, 89 Zuschriften ohne Antwort und 1859 sonstige Zuschriften). Was es mit den 89 Zuschriften ohne Antwort auf sich hat erläutert Gerda Hasselfeldt, amtierende Vorsitzende des ZDF-Fernsehrats:

Die sonstigen Zuschriften wurden von mir oder auf meine Bitte beantwortet und die Anregungen an die zuständigen Redaktionen weitergeleitet. Zuschriften, die im Petitum unklar waren oder sich aufgrund der Wortwahl eine Beantwortung erübrigte, erhielten keine Antwort.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum