Sterben in Deutschland die Mobilfunkgegner aus? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.03.2026, 17:37 (vor 1 Tag, 7 Stunden, 26 Min.)

Allein für Januar 2026 meldet die Deutsche Telekom die Inbetriebnahme von 103 neuen Mobilfunkstandorten, die meisten davon in Bayern (26), Nordrhein-Westfalen (21) und Baden-Württemberg (12). Und an 334 bestehenden Standorten will die Telekom die Kapazität erhöht haben. Das sind eindrucksvolle Zahlen, die nicht (mehr) von einem Sturm der Entrüstung wütender Sendemastengegner begleitet werden.

Solche Meldungen relativieren die zunehmend spärlicher werdenden Erfolgsmeldungen organisierter Mobilfunkgegner, in irgendeinem abgelegenen Nest den Bürgerprotest gegen einen neuen Funkmast angezettelt zu haben. Gefühlt dominierten noch vor zehn Jahren die Erfolge von Mobilfunkgegnern in regionalen Medien und die Mobilfunknetzbetreiber hatten das Nachsehen. Heute ist es umgekehrt.

Wie die Telekom weiter mitteilt, sollen alle Standorte künftig die Low-Band-Frequenzen 700 MHz, 800 MHz und 900 MHz nutzen. Diese bieten hohe Reichweite und gute Netzabdeckung – auch in Gebäuden. Sie sind die Basis einer lückenlosen Mobilfunkversorgung. Überzeugte Elektrosensible in urbanen Gebieten werden von dieser durchdringenden Entwicklung freilich nicht begeistert sein.

90 Prozent der Standorte erhalten zusätzlich die Mid-Band-Frequenzen 1'500 MHz, 1'800 MHz und 2'100 MHz. Diese ermöglichen hohe Übertragungsraten und niedrige Latenzzeiten. Sie sind die Leistungsträger im Mobilfunknetz. Nur an Verkehrsknotenpunkten kommt gezielt das 3,6-GHz-Band zum Einsatz.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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