Obacht, den Schweizern nicht ins Netz gehen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.03.2026, 22:06 (vor 4 Tagen)

Schon ein Kurztrip ans Nordufer des Bodensees kann für EU-Bürger unerwartet teuer werden. Denn weil die Schweiz nicht in der EU ist, gilt für sie nicht das EU-Roaming, mit dem EU-Bürger überall in der EU mobil surfen und telefonieren können wie zuhause. Tückisch: Um in ein schweizerisches Mobilfunknetz eingebucht zu werden, muss man nicht die Grenze zur Schweiz überschreiten, denn die Netze der eidgenössischen Netzbetreiber reichen weit z.B. auf deutsches Staatsgebiet. In umgekehrter Richtung sollen die Netze deutscher Betreiber weitaus weniger weit in die Schweiz reichen. Wer jetzt nicht aufpasst und die Welcome-SMS aus der Schweiz ignoriert, kann in wenigen Minuten bis zu 50 Euro an Roaming-Gebühren verlieren. Schweizerische Betreiber nehmen auf diese Weise im Jahr etwa 45 Mio. CHF ein. mehr ...

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Obacht, den Schweizern nicht ins Netz gehen

Gustav, Sonntag, 08.03.2026, 23:04 (vor 4 Tagen) @ H. Lamarr

Schon ein Kurztrip ans Nordufer des Bodensees kann für EU-Bürger unerwartet teuer werden. Denn weil die Schweiz nicht in der EU ist, gilt für sie nicht das EU-Roaming, mit dem EU-Bürger überall in der EU mobil surfen und telefonieren können wie zuhause. Tückisch: Um in ein schweizerisches Mobilfunknetz eingebucht zu werden, muss man nicht die Grenze zur Schweiz überschreiten, denn die Netze der eidgenössischen Netzbetreiber reichen weit z.B. auf deutsches Staatsgebiet. In umgekehrter Richtung sollen die Netze deutscher Betreiber weitaus weniger weit in die Schweiz reichen. Wer jetzt nicht aufpasst und die Welcome-SMS aus der Schweiz ignoriert, kann in wenigen Minuten bis zu 50 Euro an Roaming-Gebühren verlieren. Schweizerische Betreiber nehmen auf diese Weise im Jahr etwa 45 Mio. CHF ein. mehr ...


Wer kennt sie nicht, die kleinen gelben MARCO POLO Reiseführer. Die letzte Seite ist immer "BLOSS NICHT! Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden"

Vor ungewollten Roaming warnte der MARCO POLO Bodensee Reiseführer bereits vor 25 Jahren!

Obacht, den Schweizern nicht ins Netz gehen

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.03.2026, 23:50 (vor 4 Tagen) @ Gustav

Vor ungewollten Roaming warnte der MARCO POLO Bodensee Reiseführer bereits vor 25 Jahren!

Vom Winde verweht. Sonst würden die Betreiber in der Schweiz jährlich nicht 45 Mio. CHF an Roaming-Gebühren mit EU-Bürgern scheffeln. Oder sehe ich da was falsch? :wink:

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Obacht, den Schweizern nicht ins Netz gehen

Gustav, Montag, 09.03.2026, 17:28 (vor 3 Tagen) @ H. Lamarr

Vom Winde verweht. Sonst würden die Betreiber in der Schweiz jährlich nicht 45 Mio. CHF an Roaming-Gebühren mit EU-Bürgern scheffeln. Oder sehe ich da was falsch? :wink:

Vielleicht hätten die Journalisten der Fairness halber auch bei Telekom, Vodafone und Telefónica/O2 nachgefragt, wie viel sie von den Schweizern kassieren.

„Die meiste Zeit bin ich im deutschen Netz, manchmal aber auch im Schweizer Netz. Das ist mal so, mal so“, sagt der Bürgermeister. „Das hängt von der Wetterlage ab, vom Nebel und von der Windrichtung.“

Diese Aussage könnte fast von Jakob sein.

Ich glaube kaum, dass die Mobilfunkantenne auf dem Säntis nach Norden sendet, das wäre funktechnisch gesehen ziemlicher Blödsinn. Vermutlich sendet sie nach Süden und deckt den Alpstein ab, das ist ein sehr beliebtes Wandergebiet.

Es gibt Menschen in Hagnau, die müssen in ihrer Wohnung an einer bestimmten Stelle stehen, um noch deutsches Netz zu haben

Wenn die deutschen Mobilfunkanbieter nur ein löchriges Netz anbieten, dann ist das ja wohl kaum ein Problem der Schweiz.

Aber ich bin auch der Meinung, dass sich Deutschland und die Schweiz zusammensetzen sollten, damit das gegenseitige Roaming kostenlos wird.

Der Bodensee, bzw. die Grenze hat übrigens noch eine Kuriosität. Es ist nämlich bis jetzt noch nie eine Grenze definiert worden, d.h. der Bodensee ist internationales Gewässer und das Deutsche/Schweizer/Österreichische Staatsgebiet beginnt tatsächlich erst am jeweiligen Strand.

Immerhin verstehen sich die Seepolizisten der Schweiz, Österreichs und Deutschlands auch ohne eine amtliche Regelung so gut miteinander, dass bis jetzt noch niemand nach einen definierten Grenzverlauf gefragt hat.

Obacht, den Schweizern nicht ins Netz gehen

H. Lamarr @, München, Montag, 09.03.2026, 20:59 (vor 3 Tagen) @ Gustav

„Die meiste Zeit bin ich im deutschen Netz, manchmal aber auch im Schweizer Netz. Das ist mal so, mal so“, sagt der Bürgermeister. „Das hängt von der Wetterlage ab, vom Nebel und von der Windrichtung.“

Diese Aussage könnte fast von Jakob sein.

Sie meinen die Interpretation des Fachstellenleiters, der Wind würde wie es ihm beliebt die Funkwellen mal abdrängen und mal unterstützen, weshalb der Bürgermeister mal deutsches Netz hat und mal schweizerisches :waving:

2024 war ich als Begleitperson eines Marathonläufers beim 3-Länder-Marathon (von Lindau über die Schweiz bis nach Bregenz) zum Anfeuern in der Region. Dabei kamen wir der Grenze zur Schweiz sehr nahe. Die Roaming-Falle schnappte aber nicht zu, obwohl wir den momentanen Standort des Läufers am Mobiltelefon häufig mitverfolgten. Entweder hatten wir Begleiter mehr Glück als Verstand, oder wegen des 3-Länder-Laufs galt an dem Tag freundlicherweise eine Sonderregelung. Ich hatte damals das Roaming-Problem mit der Schweiz überhaupt nicht auf dem Schirm und bewegte mich vor Ort so, als wäre die Schweiz in der EU. Erst der Artikel in der Schwäbischen hat mich jetzt daran erinnert, dass die Schweiz EU-Ausland ist.

Der Bodensee, bzw. die Grenze hat übrigens noch eine Kuriosität. Es ist nämlich bis jetzt noch nie eine Grenze definiert worden, d.h. der Bodensee ist internationales Gewässer und das Deutsche/Schweizer/Österreichische Staatsgebiet beginnt tatsächlich erst am jeweiligen Strand.

:surprised:

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum