Mögliche Grundmechanismen der Tumorpromotion (Allgemein)

kritiker, (vor 4138 Tagen) @ Alexander Lerchl

Zwei Aspekte fallen mir auf:

  • Setzen wir voraus, dass es sich hier um einen Fall von Tumorpromotion handelt und Kanzerogenität weiter ausgeschlossen werden kann, so sehe ich vorderhand zwei mögliche Grundmechanismen:

    Einerseits kann es sich hier um eine Art allgemeine Stoffwechselbeschleunigung bis hin zu Mikrothermischen Effekten handeln, die dazu führt, dass ohnehin reichlich wachstumsfreudige entartete Zellen einen weiteren Anschub erhalten. Offen bliebe dann aber die Frage, warum keine Dosisbeziehung gefunden werden konnte.
    Weiter vertiefen könnte man diesen Aspekt mit Versuchen, bei denen ceteris paribus das elektromagnetische Feld durch bekannte Metabolismusförderer bzw. -dämpfer ersetzt wird. Bei genügen feiner Dosierung müssten sich entsprechende positive oder negative Effekte in der Tumorpromotion zeigen lassen - was im Übrigen bei Gelingen einen interessanten Ansatz für Krebstherapie ergeben würde.
    Bei analogen Versuchen mit reinen elektrischen bzw. magnetischen Feldern könnte sich darüber hinaus ein Erklärungsweg für die beobachteten Leukämiezusammenhänge bei Hochspannungstrassen eröffnen.

    Die zweite Möglichkeit, die ich sehe, aber für weniger wahrscheinlich halte, ist ein rein physikalischer Krafteffekt auf DNA im Teilungsprozess der Zellen. Dieser wäre bei gesunden Zellen zu schwach, um effektiv zu wirken, was die fehlende Kanzerogenität erklären würde. Allerdings fehlt mir dazu auch die Idee für einen Versuchsaufbau. Vielleicht gibt es einen In-Vitro-DNA-Ansatz?

  • Bei niedriger und mittlerer Exposition sind die stärksten Effekte aufgetreten. Wie deutlich ist die Differenz zu den Effekten bei hoher Exposition? Soweit der Unterschied nicht Folge eines statistischen Rauschens ist, muss die physiologische Ursache gefunden werden.

    In Frage kommen dabei aus meiner Sicht in erster Linie Triggerfunktionen für Reparaturmechanismen. Diese könnten dazu führen, dass bei niedrigen Dosen die Fehler sozusagen unbemerkt wirken und erst bei hohen Dosen eingegriffen wird. Soweit sich die Metabolismusursache (s.o.) bestätigen liese, müssten die Versuche auch in den Bereich oberhalb der Grenzwerte ausgedehnt werden, um ggf. durch Beschleunigung der Schaltvorgänge eine Reduktion der Tumorhäufigkeit zu erzielen.

    [Admin: Titel inhaltsbezogen geändert; 10.03.2015, 13:05 Uhr]

Tags:
Tumorpromotion, Reparaturmechanismen


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