Deutschland: Projekt "5G am Gleis" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 12.04.2026, 16:34 (vor 1 Tag, 6 Stunden, 59 Min.)

Das Projekt "5G am Gleis" ist ein gemeinsames Vorhaben von u.a. Deutsche Bahn, Netzbetreibern und der Bundesregierung, um entlang von Bahnstrecken eine lückenlose 5G-Mobilfunkversorgung zu schaffen. Ziel ist vor allem, die Datenverbindung für Fahrgäste deutlich zu verbessern und zugleich digitale Anwendungen im Bahnbetrieb (z. B. Echtzeitüberwachung, automatisiertes Fahren) zu ermöglichen. Technisch werden dafür Funkmasten entlang der Gleise errichtet bzw. bestehende Infrastruktur genutzt und speziell auf die hohen Geschwindigkeiten im Zugverkehr optimiert. Das Projekt gilt als Baustein für die Digitalisierung des Schienenverkehrs in Deutschland.

Im Jahr 2024 unterzeichneten die Deutsche Bahn, der Bund sowie die Mobilfunkanbieter 1&1, Deutsche Telekom, O2 Telefónica und Vodafone eine gemeinsame Absichtserklärung, um die Strecke Hamburg–Berlin zur Innovationsstrecke für eine lückenlose 5G-Mobilfunkversorgung auszubauen. Ziel ist es, Reisenden künftig Gigabit Datenraten und stabile Verbindungen während der Zugfahrt zu ermöglichen. Die geplante Umsetzung erfolgt im Zuge der Generalsanierung der Strecke zwischen August 2025 und Frühjahr 2026, wobei neue, gleisnahe Funkmasten installiert und für Mobilfunkanwendungen mitgenutzt werden sollen.

Eine im September 2025 vorgelegte Studie von WIK-Consult zeigt, dass der Aufbau von 5G-Infrastruktur – auch entlang der Bahnstrecken – stark durch komplexe rechtliche Vorgaben geprägt ist. Dazu gehören insbesondere umfangreiche prozessuale Anforderungen des Mobilfunk- und Breitbandausbaus, baurechtliche sowie planungsrechtliche Bestimmungen und Genehmigungsverfahren, die den Infrastrukturaufbau gegebenenfalls verlangsamen können. Die Analyse betont, dass rechtliche Hürden und föderale Zuständigkeiten zu Verzögerungen führen können und daher klare, vereinfachte und einheitliche Regelwerke notwendig sind, um innovative Projekte wie 5GamGleis effizient umzusetzen.

Die Kurzstudie "Lineare Mobilfunkversorgungsinfrastruktur entlang von Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken" von Aconium zeigt, dass auch international bereits vielfältige Aktivitäten zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung im Bahnverkehr unternommen werden. In Ländern wie der Schweiz, Japan, China, Spanien und Österreich werden unterschiedliche Ansätze – von Antennenkorridoren über dedizierte 5G-Infrastrukturen bis hin zu kooperativen Sharing-Modellen – erprobt oder umgesetzt, um leistungsfähige Konnektivität auch bei hohen Geschwindigkeiten in den Zügen zu ermöglichen.

Quelle: Webseite des Ministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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