Die "Bürgerkultur" von Prof. Karl Richter (Allgemein)

RDW ⌂ @, Mittwoch, 28.07.2010, 19:02 (vor 5091 Tagen) @ Alexander Lerchl

Und, tja, einen Beitrag hat er über Karl Richter verfasst, Wohnort Saarland.

"Spätestens seit dem Ende seiner aktiven Lehrtätigkeit stellt Richter sich in den Dienst einer demokratischen Bürgerkultur."
Wenn man das auf Wikipedia so liest, dann empfindet man dies als blanken Hohn angesichts dessen, welche Irreführungen und Verzerrungen unter Verantwortung dieses Prof. Karl Richter das Licht der Welt erblicken. Beziehungsweise man frägt sich, welche Art von "Kultur" damit wohl gemeint ist.

Werfen wir doch einmal einen Blick auf ein Gutachten des Wissenschaftsrats zum BfS aus dem Jahr 2006, in dem auf Seite 65 folgendes steht:
"Die Arbeitsgruppen des Fachbereichs „SG“ zeichnen sich insgesamt durch wissenschaftliche Aktivität und im internationalen Vergleich beachtliche Kompetenz aus. Ungeachtet der Vielzahl an hoheitlichen Tätigkeiten unterhält der Fachbereich eine für das BfS beachtliche Forschungsaktivität. Die einzelnen Abteilungen sind erkennbar bemüht, Kenntnislücken vor allem bezüglich der Wirkmechanismen von ionisierender und nicht ionisierender Strahlung mittels strahlenbiologischer Forschung zu schließen und Unsicherheiten in den Risikoabschätzungen auf Grundlage epidemiologischer Methoden zu verringern. Die Arbeitsgruppen sind international gut vernetzt und werden von teilweise international renommierten Strahlenschutzexperten geleitet. Mit Ausnahme des Bereichs „Radioonkologie“ hält der Fachbereich zu allen wesentlichen Fragen des medizinischen Strahlenschutzes Expertisen vor."

Der Fachbereich "SG" ist der Fachbereich für "Strahlenschutz und Gesundheit", in dem sich auch die Arbeitsgruppe für nichtionisierende Strahlung befindet.

Und was schreibt die sogenannte "Kompetenzinitiative" in ihrem Pamphlet "Angebliche und tatsächliche Manipulationen im UMTS-Staat" auf Seite 11 ** in Bezug auf nichtionisierende Strahlung als ihre Zusammenfassung dieses Gutachtens:
"Wie ein Gutachten des Wissenschaftsrats festgestellt hat, ist der überwiegende Teil der über 600 Stellen des Bundesamtes für Strahlenschutz mit Beamten und Angestellten besetzt, die keinerlei eigenständige wissenschaftliche Kreativität zeigen. Das aber widerspricht nicht nur – wie das Gutachten betont - dem Errichtungsgesetz der Behörde. Es wird zum Problem, wenn just Beamte dieser Behörde dann immer wieder auf angebliche Fehler renommierter Wissenschaftler schließen, deren Erkenntnisse nicht den Erkenntnissen des BfS entsprechen."

Sieht man einmal davon ab, dass die Formulierung "keinerlei eigenständige wissenschaftliche Kreativität" eine freie Erfindung der "Kompetenzinitiative" ist, kann man sich schon fragen, ob die immerhin 240 mit wissenschaftlichem Personal besetzten Stellen des BfS für eine Behörde kein ordentlicher Wert sind. Doch als regelrechte Frechheit empfinde ich es, wie die Grundaussage des Gutachtens durch die "Kompetenzinitive" unter der Verantwortung von Prof. K. Richter regelrecht ins Gegenteil verkehrt wird. Welches Maß an Unehrlichkeit und Absicht der gezielten Irreführung muss damit verbunden sein? Was ist das für eine Missachtung von Organen unserer Demokratie, deren Kompetenz und ihren Bewertungen!
Vor einer derart vorgeführten "demokratischen Bürgerkultur" kann man sich wirklich nur fürchten, eine Vorbildfunktion sucht man jedenfalls absolut vergebens.

RDW

[Hinweis Moderator - 31.07.2010 9:51 Uhr
Vorsicht mit Links, die auf die Webseiten der Kompetenzinitiative gehen.
Die Seiten sind womöglich infiziert mit Trojaner, Spyware und Würmer. Weitere Detail sind hier nachzulesen.]


[** das Pamphlet wurde nachträglich heimlich geändert, jetzt 15 Seiten]

Tags:
Richter, Instant-Experte, Manipulation, Sachverstand, Hecht, Kern, Pamphlet, Wissenschaftsrat, Saarland, Dinger, Germanist


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