Unter Beobachtung: Bausenat Deggendorf lehnt Tetra-Mast ab (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 26.01.2012, 08:14 (vor 5139 Tagen)

Der Bausenat der Stadt Deggendorf hat in seiner Sitzung am Mittwoch die Errichtung eines Sendemasten für den Digitalfunk der Behörden und Einrichtungen mit Sicherheitsaufgaben auf dem Kohlberg − auf dem Übungsgelände der Bundespolizei − einstimmig abgelehnt. Das Bemerkenswerte daran ist: Etwa 30 vom geplanten Standort betroffene Bürger umringten, teils auf Stehplätzen, die Stadträte während der Abstimmung. Dass die Bürger Angst vor den harmlosen Funkwellen von Sendemasten haben, ist klar. Auch, warum der Bausenat einstimmig ablehnte, obwohl es keine gesundheitsbezogenen Sachargumente gegen den Masten gegeben haben kann. Und: Jeder auf dem Foto dürfte mit ziemlicher Sicherheit völlig unbesorgt sein Handy nutzen, das einen mindestens 1000-mal stärker "verstrahlt" als ein Sendemast.

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Foto: Binder

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Entscheidungsschwacher Bausenat

KlaKla, Donnerstag, 26.01.2012, 18:39 (vor 5139 Tagen) @ H. Lamarr

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Foto: Binder


Bei YouTube gibt es ein Video "Deggendorf Tetra Widerstand".
In dem Video tauchen diebekannten gelben Plakate wider auf.
So dass ich davon ausgehe, die Angstmacher aus Neubeuern waren vor Ort.
Für weitere Details wird man auf die Webseiten vonUlrich Weiner gelenkt.
Wenn die anderen keine Werbung für Ihn machen, so macht er es eben selbst.

Statt sich mit dem Thema sach- und fachgerecht auseinander zu setzen, lehnt man erst mal ab.
Der Mob scheint seine Wirkung zu entfachen.

Eine Begründung zur Ablehnung: es wäre den Anwohnern gegenüber unfair, wenn der Bausenat jetzt zustimmen würde. Damit ist das Thema Sendemast aber noch nicht durch. Jetzt wird ein förmliches Zustimmungsverfahren bei der Regierung von Niederbayern eingeleitet. Die Stadt wird dabei aufgefordert zuzustimmen. Sollte dann noch einmal abgelehnt werden können sowohl die Stadt als auch die Anwohner klagen. Tanja Bartl

[Nachtrag 28.01.2011 vom Moderator: Ratgeber für Kommunen]

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Meine Meinungsäußerung

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IBN

Entscheidungsschwacher Bausenat

Raylauncher @, Donnerstag, 26.01.2012, 23:29 (vor 5139 Tagen) @ KlaKla

Eine Begründung zur Ablehnung: es wäre den Anwohnern gegenüber unfair, wenn der Bausenat jetzt zustimmen würde. Damit ist das Thema Sendemast aber noch nicht durch. Jetzt wird ein förmliches Zustimmungsverfahren bei der Regierung von Niederbayern eingeleitet. Die Stadt wird dabei aufgefordert zuzustimmen. Sollte dann noch einmal abgelehnt werden können sowohl die Stadt als auch die Anwohner klagen.


Entscheidungsschwach, man kann es aber auch als feige bezeichnen. Es müsste eigentlich jedem Mitglied des Bausenats klar sein, wie es nun weiter gehen wird. Justiziable Gründe für die Ablehnung gibt es keine, Angst dagegen schon. Und zwar die Angst der einzelnen um ihr Stadtratsmandat, da Befürchtungen wohl nicht gänzlich unbegründet sind, in einer Kampagne der "Wutbürger" fertiggemacht zu werden. Da getraut sich eben niemand seine Zustimmung zum Mast offen kund zu tun und betrachtet es als opportun, den Vorgang erst einmal abzulehnen. Wohl wissend, dass diese Ablehnung nur eine zusätzliche Pirouette im Verfahren darstellt und den Mast i.d.R. nicht verhindern werden wird.

Raylauncher

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Mob, Wutbürger

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